Magnesium-PrÀparate, Behörden

Magnesium-PrĂ€parate: ÖKO-TEST deckt gefĂ€hrliche Überdosierungen auf

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden und Gerichte gehen gegen irrefĂŒhrende Supplement-Werbung vor. Neue Studien sollen ab August Daten zur realen NĂ€hrstoffversorgung liefern.

NahrungsergĂ€nzungsmittel: Kritik an Überdosierung und riskanten Trends
Eine sich auflösende Brausetablette in einem Glas Wasser vor einem unscharfen, klinisch-sauberen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Markt fĂŒr NahrungsergĂ€nzungsmittel boomt: Rund 4,3 Milliarden Euro setzt die Branche inzwischen um. Doch VerbraucherschĂŒtzer und Behörden schlagen Alarm – wegen Überdosierungen, irrefĂŒhrender Werbung und riskanter Trends.

Kritik an Dosierung und Kennzeichnung

Selbst marktbeherrschende Produkte fallen bei Kontrollen durch. Das Magazin ÖKO-TEST kritisierte im Juni 2026 die Mivolis Magnesium Brausetabletten von DM. Der Drogerieriese reagierte und strich Hinweise auf einen erhöhten Bedarf bei bestimmten ErnĂ€hrungsgewohnheiten.

Fachleute sehen weiterhin Probleme bei der Dosierung. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt maximal 250 Milligramm Magnesium pro Tag – die Mivolis-Tabletten enthalten 375 Milligramm. Hinzu kommen SĂŒĂŸstoffe wie Natriumcyclamat und Natriumcharin sowie fehlende Warnhinweise zu Wechselwirkungen mit Medikamenten.

Drip-Spas: Riskanter Beauty-Trend

Neue Verzehrformen bereiten Behörden zusĂ€tzlich Sorgen. Das Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnte im Juli 2026 vor Drip-Spa-Infusionen. Bei diesem Trend werden Vitamine direkt in die Vene gespritzt – versprochen werden bessere Haut und mehr Energie.

Doch der Nutzen fĂŒr Gesunde ist nicht belegt. Stattdessen drohen VitaminĂŒberdosierungen, Elektrolytstörungen oder Herzrhythmusstörungen durch zu viel Kalium. Die Lösungen sind in Deutschland meist nicht als Arzneimittel zugelassen, dĂŒrfen aber unter bestimmten Bedingungen von Heilpraktikern verabreicht werden.

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Auch beim Trendprodukt Matcha-Tee tappen Verbraucher im Dunkeln. Der Begriff ist rechtlich nicht geschĂŒtzt, QualitĂ€t und Preise variieren stark. Das BfR wies bereits auf Belastungen mit Aluminium und Blei hin. Da das Pulver komplett konsumiert wird, fĂ€llt die Schadstoffaufnahme höher aus als bei herkömmlichem Tee. Belege fĂŒr Gesundheitsversprechen etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen fehlen.

Gerichte ziehen Grenzen

Die Justiz beschĂ€ftigt sich zunehmend mit irrefĂŒhrenden Werbeversprechen. Das Oberlandesgericht Hamburg untersagte am 15. Juli 2026 einem Hersteller die Verwendung anekdotischer Testimonials fĂŒr Tierarzneimittel (Az. 3 W 33/26). Anekdoten ersetzen keine Studien – und vergleichende Aussagen ohne Belege sind unzulĂ€ssig.

Auch die US-Gesundheitsbehörde FDA verschĂ€rft die Kontrollen. Ende Juni 2026 veröffentlichte sie ein Warnschreiben an eine Sanofi-Tochter in Irland wegen QualitĂ€tsmĂ€ngeln bei Medikamenten gegen Morbus Pompe. Der Fall zeigt: LĂŒckenlose Überwachung von Lieferketten ist ĂŒberlebenswichtig.

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Was wirklich wirkt – und was nicht

Ab August 2026 will das Nationale ErnĂ€hrungsmonitoring (nemo) Klarheit schaffen. In ĂŒber 120 Orten befragen Forscher rund 3.000 BĂŒrger zu ErnĂ€hrungsgewohnheiten und Supplement-Nutzung. Bioproben sollen Defizite bei Vitamin D oder Jod objektiv messen.

Die Wissenschaft teilt den Markt derweil in zwei Lager: Kreatin, Beta-Alanin und Koffein gelten in spezifischen Kontexten als wirksam. MultivitaminprĂ€parate, Fatburner oder Kollagen sind fĂŒr gesunde Menschen dagegen meist ĂŒberflĂŒssig. Experten betonen: Supplemente ersetzen keine ausgewogene ErnĂ€hrung – sie können sie allenfalls ergĂ€nzen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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