Magnesium-PrÀparate, QualitÀtsmÀngel

Magnesium-PrĂ€parate: Öko-Test findet QualitĂ€tsmĂ€ngel bei 26 von 28

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Viele Magnesium-PrĂ€parate sind ĂŒberdosiert oder enthalten bedenkliche ZusĂ€tze. Nur wenige Produkte bestehen im Test.

Magnesium-Supplemente: Oft unnötig und mangelhaft getestet
Sportler bereitet in einer hellen KĂŒche ein Glas Wasser vor, umgeben von gesunden Lebensmitteln. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Magnesium gehört zu den beliebtesten NahrungsergĂ€nzungsmitteln bei Sportlern. Doch aktuelle Analysen und sportwissenschaftliche EinschĂ€tzungen zeigen: FĂŒr viele ist die Einnahme unnötig, zudem weisen zahlreiche PrĂ€parate QualitĂ€tsmĂ€ngel auf.

Wann eine Supplementierung wirklich sinnvoll ist

Eine ausgewogene ErnÀhrung deckt den Magnesiumbedarf in der Regel problemlos. Der tÀgliche Bedarf liegt bei MÀnnern bei etwa 350 Milligramm und bei Frauen bei 300 Milligramm. Sportwissenschaftler Ingo Froböse betont: Freizeitsportler sind selten auf zusÀtzliche PrÀparate angewiesen.

Nur bei extremer Belastung oder fĂŒr Kraftsportler kann eine zusĂ€tzliche Zufuhr relevant sein. Wer dennoch supplementieren möchte, greift am besten zu Magnesiumcitrat – und nimmt es nach dem Training ein, um die Regeneration zu unterstĂŒtzen.

Zu hoch dosiert und mit bedenklichen ZusÀtzen

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 250 Milligramm Magnesium ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel. Bei Überdosierung drohen gesundheitliche Probleme wie Durchfall. Doch viele Hersteller ignorieren diese Grenze.

Öko-Test untersuchte 28 Magnesium-PrĂ€parate – nur zwei schnitten empfehlenswert ab: ein Magnesiumcitrat-Pulver von Raab sowie Tabletten aus GrĂŒnalgen von GSE. Der Großteil der Produkte war zu hoch dosiert, etwa PrĂ€parate von Doppelherz mit 400 Milligramm pro Einheit. Zudem kritisierten die Tester bedenkliche Zusatzstoffe wie Talkum oder kĂŒnstliche SĂŒĂŸstoffe.

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Die große Supplement-Debatte

Die Diskussion um Magnesium ist Teil einer allgemeinen Debatte ĂŒber den Nutzen von NahrungsergĂ€nzungsmitteln. Die Verbraucherzentrale Berlin rĂ€t etwa bei Vitamin D, den Spiegel vor der Einnahme Ă€rztlich bestimmen zu lassen. Bis zu 20 Mikrogramm tĂ€glich gelten als prĂ€ventiv unbedenklich.

Auch bei anderen populÀren Produkten halten sich die Nachweise in Grenzen:
- Kreatin: Sinnvoll fĂŒr Kraftsportler, das erzielbare Muskelwachstum bleibt jedoch ĂŒberschaubar.
- Kollagendrinks: Belastbare Belege fĂŒr eine hautglĂ€ttende Wirkung fehlen. Sonnenschutz und ausgewogene ErnĂ€hrung sind die bessere Wahl.
- Bulletproof Coffee: ErnĂ€hrungswissenschaftlerin Silke Restemeyer von der DGE stellt klar: Die Kombination aus Kaffee, Butter und Kokosöl hat keine wissenschaftlich belegte Abnehmwirkung. MCT-Fette können den Energieverbrauch kurzfristig leicht erhöhen – der Effekt lĂ€sst nach etwa zwei Wochen nach.

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Gentests und Dopingkontrollen: Neue Wege im Sportschutz

Abseits der ErnĂ€hrung rĂŒcken medizinische und rechtliche Themen in den Fokus. Eine Studie in Nature Communications vom 20. Juli 2026 identifizierte 17 Varianten des Gens ACTN2, die mit hypertropher Kardiomyopathie (HCM) in Verbindung stehen. Da HCM eine Hauptursache fĂŒr plötzlichen Herztod bei jungen Sportlern ist, könnten gezielte Gentests die FrĂŒherkennung verbessern.

Parallel dazu verschĂ€rfen sich die Kontrollen. Bei der Tour de France 2026 fanden vermehrt nĂ€chtliche Dopingkontrollen statt, um die Mikrodosierung von Testosteron oder Peptiden zu unterbinden. FunktionĂ€re verteidigen die Maßnahmen – Athleten kritisieren die BeeintrĂ€chtigung ihrer Regeneration. In der Leichtathletik droht dem Sprinter Owen Ansah eine Sperre, nachdem er am 9. Juli 2026 eine Kontrolle verweigerte. Sportrechtler verweisen auf die strikte Einhaltung des NADA-Codes.

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