Magnesium-Test, Produkt

Magnesium-Test: Jedes zweite Produkt überschreitet Höchstmenge

23.06.2026 - 13:42:39 | boerse-global.de

Öko-Test deckt auf: Jedes zweite Magnesiumprodukt enthält zu viel Wirkstoff. Experten warnen vor Gesundheitsrisiken durch Überdosierung.

Öko-Test: Viele Magnesium-Präparate überschreiten empfohlene Dosis
Magnesium-Test - Nahaufnahme von Magnesiumpräparaten, Pillen und Kapseln, die auf einer Oberfläche liegen, mit einer Waage im Hintergrund. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Tester von Öko-Test fanden erhebliche Qualitätsunterschiede – und warnen vor gesundheitlichen Risiken.

Kritik an der Wirkstoffmenge

Jedes zweite getestete Präparat überschreitet die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene Tageshöchstmenge von 250 Milligramm Magnesium. Einige Produkte enthalten pro Einzeldosis satte 400 Milligramm – das führte zur Abwertung.

Betroffen sind unter anderem:
- Doppelherz Pure Magnesium 400 von Queisser
- Tetesept Magnesium 400 von Merz
- Mivolis Magnesium von dm

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnt: Schon ab 300 Milligramm täglich kann Magnesium Durchfall auslösen. Bei höheren Dosierungen drohen Übelkeit, Erbrechen und sogar Herz-Kreislauf-Probleme.

Für gesunde Erwachsene ist eine Supplementierung meist unnötig. Der Bedarf lässt sich über eine ausgewogene Ernährung decken.

Positive Beispiele und versteckte Risiken

Nicht alle Produkte fielen durch. Das GSE Magnesium Bio und Abtei Magnesium 240 mg blieben innerhalb der empfohlenen Grenzen und überzeugten die Tester.

Kritik gab es jedoch an Zusatzstoffen: Besonders Brausetabletten enthalten oft Süßstoffe, die die Prüfer bemängelten.

Ein weiterer Alarmruf kam Mitte Juni von der US-Arzneimittelbehörde FDA. Über 13.000 Flaschen Magnesium-Gummibärchen eines irischen Herstellers mussten zurückgerufen werden – sie enthielten undeklariertes Melatonin.

Kaffee killt die Wirkung

Der Einnahmezeitpunkt entscheidet über die Wirksamkeit von Magnesium. Koffein erhöht die Ausscheidung des Mineralstoffs über die Nieren.

Die Empfehlung der Fachleute: Magnesium am Abend nehmen oder mindestens ein bis zwei Stunden Abstand zum Kaffeekonsum halten.

Ähnliche Effekte gibt es bei anderen Supplementen. Kaffee kann die Eisenaufnahme um bis zu 39 Prozent reduzieren. Vitamin D wiederum entfaltet seine Wirkung am besten zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit.

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Gefahren für ältere Menschen

Die richtige Handhabung von Präparaten bleibt besonders für Senioren eine Herausforderung. Eine Studie des Universitätsklinikums Essen mit Probanden über 70 Jahren zeigt: Rund 20 Prozent hatten Probleme mit der regelmäßigen Einnahme. Ebenso viele kämpften mit Verpackungen, die sich kaum öffnen ließen.

Die ABDA warnt zudem vor sommerlichen Risiken: Hitze verändert die Wirkweise von Medikamenten. Wirkstoffpflaster können bei hohen Temperaturen unkontrolliert große Mengen abgeben. Auch bei entwässernden Tabletten oder Insulin ist eine Rücksprache mit dem Arzt ratsam.

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