Main-Kinzig-Kreis, EKGs

Main-Kinzig-Kreis: KI wertet EKGs im Rettungswagen seit August aus

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Seit August 2026 unterstützt eine zugelassene KI die EKG-Befundung; medizinische Entscheidungen bleiben beim Rettungspersonal.
Ein heller, steriler Krankenhausflur mit einfallendem Tageslicht, der eine professionelle und ruhige Atmosphäre ausstrahlt. Illustration mit AI erstellt.

Im Rettungsdienst des Main-Kinzig-Kreises kommt seit dem 1. August 2026 eine neue Software zur Unterstützung der Notfallversorgung zum Einsatz. Die Anwendung nutzt Künstliche Intelligenz (KI), um Elektrokardiogramme (EKG) direkt im Rettungswagen auszuwerten. Das System verfügt über eine offizielle Zulassung als Medizinprodukt und soll das Einsatzpersonal bei der schnellen Befundung entlasten.

Ziel des KI-Einsatzes ist es, potenzielle Herzprobleme möglichst frühzeitig zu erkennen, damit unmittelbar die passenden medizinischen Maßnahmen eingeleitet werden können. Die Technologie ist dabei als reines Assistenzsystem konzipiert: Sie nimmt den Rettungskräften keine Entscheidungen ab. Die fachliche Letztverantwortung für Diagnose und Behandlung verbleibt weiterhin vollständig beim medizinischen Personal vor Ort.

Vernetzung zwischen Rettungsdienst, Telenotarzt und Kliniken

Die KI-gestützte EKG-Auswertung ist im Main-Kinzig-Kreis nicht auf einzelne Fahrzeuge beschränkt, sondern flächendeckend im gesamten Rettungsdienst ausgerollt. Zudem sind vier Krankenhäuser sowie das Telenotarztsystem an die Plattform angebunden. Dies ermöglicht allen beteiligten Stellen den zeitgleichen Zugriff auf identische EKG-Aufzeichnungen.

Der Telenotarzt des Landkreises steht den Teams vor Ort rund um die Uhr zur Verfügung und kann die digital übertragenen Kurven unmittelbar einsehen. Durch die digitale Infrastruktur beschleunigt sich der Informationsaustausch zwischen Einsatzkräften auf der Straße, der Leitstelle und den aufnehmenden Kliniken erheblich. Die Einsatzdokumentation erfolgt digital über Tablets, wobei Messwerte teilweise direkt von den medizinischen Geräten in das Protokoll einfließen.

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Hohes Einsatzaufkommen und weitere Ausbaupläne

Die Bedeutung reibungsloser Abläufe unterstreicht das hohe Arbeitsaufkommen in der Region: Im vergangenen Jahr verzeichneten der Main-Kinzig-Kreis und das Stadtgebiet Hanau gemeinsam mehr als 86.000 Rettungsdiensteinsätze.

Nach Einschätzung der Kreisverantwortlichen nimmt der Landkreis bei der Digitalisierung der präklinischen Notfallrettung eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Die Integration der KI-gestützten Diagnostik soll in Zukunft noch umfassender ausgebaut werden, um die Rettungskette weiter zu optimieren.

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