Makuladegeneration, PCV-Studie

Makuladegeneration: PCV-Studie zeigt 7,3 Buchstaben Visusgewinn nach zwei Jahren

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
PCV-Studien berichten bessere Sehwerte und längere Behandlungsabstände; neue Therapien und Früherkennung erweitern die Möglichkeiten.
Nahaufnahme einer menschlichen Iris mit feinen Strukturen als Symbol für die ophthalmologische Forschung Illustration mit AI erstellt.

Fachpublikationen warnen zunehmend davor, schleichende Sehverschlechterungen bei älteren Menschen als unvermeidbare Alterserscheinung abzutun. Hinter den Symptomen steht häufig eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die unbehandelt zu irreversiblem Sehverlust führen kann.

Berichte über neue klinische Forschungsansätze und Studienergebnisse verdeutlichen, dass sich sowohl das therapeutische Spektrum als auch das Verständnis spezifischer Subtypen dynamisch weiterentwickeln.

Fortschritte bei polypoidaler choroidaler Vaskulopathie

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Forschung der polypoidalen choroidalen Vaskulopathie (PCV), einem Subtyp der feuchten Makuladegeneration. In asiatischen Bevölkerungsgruppen macht diese Verlaufsform rund 60 Prozent der Fälle neovaskulärer AMD aus. Fachärzte wie Dr. Chen Shan-ni vom China Medical University Hospital warnen, dass eine unbehandelte Ruptur der Gefäßpolypen die Sehschärfe drastisch auf Werte unter 0,01 senken kann.

Klinische Daten belegen jedoch zunehmende Therapieerfolge. Auf dem Kongress der Asia-Pacific Vitreo-retina Society (APVRS) vorgestellte Zweijahresergebnisse einer PCV-Studie in neun asiatischen Regionen mit 135 Teilnehmenden zeigten in den Wochen 100 bis 108 einen durchschnittlichen Gewinn des bestkorrigierten Visus um 7,3 Buchstaben.

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Zum Ende des zweiten Jahres wiesen über 70 Prozent der Patienten keine retinale Flüssigkeit mehr auf. Bei 86 Prozent waren die Polypen inaktiv, und in 62 Prozent der Fälle zeigte sich eine vollständige Regression. Der Anteil der Patienten mit verlängerbarem Behandlungsintervall stieg von 51 Prozent im ersten auf 61 Prozent im zweiten Jahr.

Parallele Erkenntnisse liefert die SALWEEN-Studie zum dualen Wirkstoff Vabysmo. Hier erreichten rund 74 Prozent der Probanden ein Behandlungsintervall von mindestens 16 Wochen und rund 60 Prozent von 20 Wochen. Prof. Lee Jun-yeop vom Asan Medical Center hob hervor, dass die duale Hemmung von VEGF und Angiopoietin-2 (Ang-2) zur Gefäßstabilisierung beitrage und PCV klinisch nahezu als eigenständige Erkrankung zu bewerten sei.

Therapieerweiterungen und neue Wirkmechanismen

Ein fortbestehendes Problem bei feuchter AMD bleibt die submakuläre Fibrose. Auf der Jahrestagung der American Academy of Ophthalmology (AAO) 2026 verwies Dr. Sunir Garg vom Wills Eye Hospital darauf, dass diese Vernarbung bis zu etwa einem Drittel der Betroffenen betrifft und irreversibel ist. Eine unzureichende Injektionsfrequenz begünstigt persistierende Krankheitsaktivität und Fibrosebildung.

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Als künftige Alternativen gelten neben Gentherapien auch Tyrosinkinase-Inhibitoren, Wnt-Inhibitoren sowie bispezifische Antikörper. In der DAYBREAK-Phase-3-Studie erreichten 54 Prozent der mit dem Wirkstoff Zenkuda behandelten Patienten nach vier Initialdosen ein sechsmonatiges Intervall ohne Flüssigkeits-Reakkumulation.

Gleichzeitig erweitert sich die pharmazeutische Versorgungsbasis. Am 29. Oktober 2026 genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Biosimilar Lucamzi (Ranibizumab) für die feuchte AMD basierend auf der XPLORE-Phase-3-Studie mit 582 Patienten. Zudem reichte OliX Pharmaceuticals kürzlich einen Zulassungsantrag für die Phase-2a-Studie des Wirkstoffkandidaten OLX301A bei AMD mit geografischer Atrophie ein.

Strukturveränderungen und Früherkennung

Dass therapeutische Interventionen möglichst früh ansetzen müssen, unterstreichen auch diagnostische Untersuchungen. Eine im Oktober 2026 publizierte Schweizer Vergleichsstudie zwischen Patienten mit früher AMD und gesunden Kontrollpersonen zeigte, dass der Drusenkomplex des retinalen Pigmentepithels bei Erkrankten signifikant verdickt und die Photorezeptor-Außensegmente verdünnt sind. Diese strukturellen Veränderungen korrelierten direkt mit Einbußen bei Kontrastsensitivität und Mikroperimetrie, während der Standard-Sehtest noch kaum Auffälligkeiten zeigte. Die rechtzeitige Differenzierung von einfachen Altersveränderungen bleibt daher für den Funktionserhalt des Sehvermögens entscheidend.

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