Manager-Burnout: Nur 12% fühlen sich noch an Arbeitgeber gebunden
27.06.2026 - 12:30:47 | boerse-global.de
Nur zwölf Prozent der deutschen Manager fühlen sich noch eng mit ihrem Arbeitgeber verbunden. Rund 30 Prozent sind aktiv auf Jobsuche. Das zeigt der Gallup Engagement Index 2025.
Viele Firmen stecken in einer „Beschleunigungsfalle“. Das beobachtet Heike Bruch, Professorin für Leadership an der Universität St. Gallen. Rund drei Viertel aller Unternehmen sind demnach betroffen.
Stiller Rückzug auf Managementebene
Das Phänomen des „Quiet Quitting“ erreicht nun auch die Chefetagen. Forscher sehen die emotionale Distanzierung nicht als persönliches Versagen. Sie interpretieren sie als Schutzmechanismus vor einem drohenden Burnout.
Gegenstrategien gibt es: bewusster Umgang mit Leistungsdruck, moderne Führungsverständnisse und eine Unternehmenskultur, die Energie regeneriert statt verbraucht.
Segeln statt Seminarraum
Anbieter wie die ReSolTat GmbH setzen auf erfahrungsorientierte Formate. Auf Segelyachten in der Ostsee trainieren Führungskräfte Kommunikation und Resilienz – praxisnah und fernab vom Büroalltag.
Solche Angebote lassen sich als Bildungsurlaub nutzen. In Nordrhein-Westfalen haben Beschäftigte Anspruch auf fünf Tage pro Jahr. Den Antrag müssen sie in der Regel sechs Wochen vorher einreichen.
Demokratie-Fitness aus Dänemark
In Langenfeld wurden Anfang des Sommers rund 40 Fachkräfte zu Demokratie-Fitness-Trainern ausgebildet. Das Konzept stammt aus Dänemark. Es macht demokratische Prozesse durch praktisches Training erlebbar – statt sie nur theoretisch zu erklären.
Nur 12 % der Führungskräfte fühlen sich noch eng an ihren Arbeitgeber gebunden. Der stille Rückzug ist oft ein Schutz vor Burnout. Mit dem kostenlosen Resilienz-Check erkennen Sie Ihre persönlichen Risikofaktoren und erhalten konkrete Gegenstrategien. Resilienz-Check per E-Mail anfordern
Spirituelle Auszeiten in den Bergen
Der Kientalerhof in der Schweiz bietet ab Ende Juni ein breites Kursprogramm. Von Kundalini Yoga über Craniosacral-Wochenenden bis zu Workshops für Musikimprovisation und Holotropes Atmen. Im Juli und August stehen Selbstfürsorge, Stille-Tage und Jinen Butoh im Fokus.
Auch kirchliche Bildungshäuser modernisieren ihr Angebot. Die Abtei Münsterschwarzach kombiniert „New Work“ mit benediktinischen Führungsregeln. „Time-Out für Männer“, Bogenschießen und Archetypal Movement verbinden kreative mit spirituellen Ansätzen.
Regionale Angebote für den Alltag
Für kurzfristige Entlastung etablieren sich lokale Formate:
Die KVHS Groß-Gerau bietet im Oktober einen fünftägigen Ayurveda-Bildungsurlaub im Taunus. An der katho Aachen startet Anfang Juli ein kunsttherapeutischer Workshop namens „Spuren“ – ohne Voraussetzungen für alle Altersgruppen. In Börnicke beginnen ab Juli wöchentliche Qigong- und Meditationskurse.
Ein Trend zur analogen Gemeinschaft zeigt sich bei „Silent Book Clubs“. Dort lesen Teilnehmer stumm für eine bestimmte Zeit – als bewussten Gegenpol zur digitalen Reizüberflutung.
Globale Perspektive: Vietnam setzt auf junge Führungskräfte
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Auch international steht die Kompetenzentwicklung hoch im Kurs. Beim 13. Nationalen Kongress des Vietnamesischen Jugendverbandes Ende Juni wurden Ziele bis 2031 definiert. Dazu gehören die Unterstützung junger Unternehmer und der Aufbau von Führungskräften für die Landesentwicklung.
Die Botschaft für 2026 ist klar: Wer langfristig erfolgreich sein will, muss in Resilienz und soziale Kompetenzen investieren – ob auf dem Segelboot, im Kloster oder im Seminarraum.
