Mandelson-AffÀre: 1.000 Seiten zeigen Machtkampf um Starmer
02.06.2026 - 04:24:34 | boerse-global.de000 Seiten Dokumente zur umstrittenen Berufung von Peter Mandelson als Botschafter in den USA veröffentlicht. Die Akten, die am Montag freigegeben wurden, enthalten brisante E-Mails und WhatsApp-Nachrichten â und werfen ein schlechtes Licht auf Premierminister Keir Starmer.
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Interne Kritik und Regierungskrise
Die Dokumente zeigen tiefe Risse im Regierungsapparat. Bereits im Juni 2025 Ă€uĂerte Kabinettsminister Pat McFadden ernste Bedenken: Starmers AutoritĂ€t sei durch die VerwĂ€sserung sozialer Reformen beschĂ€digt worden. McFadden kritisierte zudem Abgeordnete, die sich nur noch damit beschĂ€ftigten, wen sie zur Finanzierung von Sozialleistungen besteuern könnten.
Noch deutlicher wurde der im September 2025 entlassene Mandelson selbst. Er bezeichnete den Premierminister als âschwunglosâ und die Downing Street als âbelagert und entleertâ. Seine Kritik traf auch andere Kabinettsmitglieder: Nachrichten von Wes Streeting zu Israel nannte er âhysterischâ, Angela Rayner bezeichnete er als âInstrument der Destabilisierungâ.
Die Entwicklung kam nicht ĂŒberraschend. Im November 2024 hatte Mandelson AuĂenminister David Lammy noch handschriftlich versprochen, die Regierung werde seine Ernennung nie bereuen. Doch schon im Juli 2025 klagte er gegenĂŒber Pensionsminister Torsten Bell ĂŒber die schlechte Politikgestaltung â insbesondere die Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung fĂŒr Privatschulen nannte er unklug.
Streit um fehlende Beweise
Ein zentraler Streitpunkt: Mandelson weigerte sich am 31. MĂ€rz 2026, sein privates Mobiltelefon der Regierung zu ĂŒbergeben. Da keine rechtlichen Mittel zur Durchsuchung bestehen, bleiben zahlreiche KommunikationsstrĂ€nge im Dunkeln.
Noch kurioser: Zwei hochrangige Regierungsmitglieder wurden Opfer von HandydiebstĂ€hlen. Am 15. Oktober 2025 entwendeten drei Fahrradfahrer das Telefon von Kabinettsminister Nick Thomas-Symonds. Ein Ă€hnlicher Vorfall traf den Beamten Morgan McSweeney â seine Korrespondenz mit Mandelson ist damit ebenfalls verloren.
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Die Regierung veröffentlichte zwar 56 WhatsApp-Unterhaltungen, andere Dokumente blieben jedoch geschwÀrzt oder ganz unter Verschluss. Grund sind teils nationale Sicherheitsinteressen, teils eine laufende Ermittlung der Metropolitan Police wegen möglichen Amtsmissbrauchs.
SicherheitslĂŒcken und diplomatische Pannen
Die Akten offenbaren zudem beunruhigende Details zum Sicherheitscheck vor Mandelsons Ernennung im Dezember 2024. Britische Sicherheitsbeamte hielten eine vollstĂ€ndige ĂberprĂŒfung zunĂ€chst fĂŒr unnötig â schlieĂlich sei Mandelson ein Peer. Erst auf Druck der USA wurde sie doch durchgefĂŒhrt. Dennoch erhielt Mandelson Zugang zu sensiblen Geheimdienstinformationen, bevor seine Sicherheitsfreigabe endgĂŒltig abgeschlossen war.
WĂ€hrend des PrĂŒfverfahrens fragte Mandelson angeblich, ob er wirklich jeden auslĂ€ndischen Kontakt melden mĂŒsse. Das AuĂenministerium hatte zudem vor einer ĂŒberstĂŒrzten Ernennung gewarnt.
Die Dokumente schildern auch diplomatische KuriositĂ€ten: Mandelson beschrieb die Beschaffung einer roten Schatulle als Geschenk fĂŒr Donald Trump als âFarceâ. Ein Beamter aus der Downing Street ordnete am 13. MĂ€rz 2025 die Löschung aller Korrespondenz zu US-Zöllen an. Und Mandelson selbst plante offenbar, nach seiner Ernennung an einer bezahlten Konferenz in Shanghai teilzunehmen â wĂ€hrend er gleichzeitig Kontakt zu Nigel Farage pflegte, um die diplomatischen Beziehungen zu managen.
