Mastercard, Stablecoins

Mastercard: Sechs Stablecoins ermöglichen 365-Tage-Zahlungen

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 20:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mastercard integriert sechs Stablecoins für Echtzeit-Transaktionen und erhält BitLicense. KI-Agenten-Plattform AP4M startet parallel.

Mastercard: Stablecoin-Zahlungen rund um die Uhr an 365 Tagen
Mastercard: Sechs Stablecoins ermöglichen 365-Tage-Zahlungen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sechs regulierte Stablecoins ermöglichen künftig Zahlungen an 365 Tagen im Jahr – ohne Unterbrechung an Wochenenden oder Feiertagen. Die Neuerung, die Anfang der Woche vorgestellt wurde, erlaubt eine Abwicklung in Echtzeit über mehrere Blockchain-Infrastrukturen hinweg. Das bedeutet: Banken und Zahlungsdienstleister müssen sich nicht mehr an klassische Geschäftszeiten halten.

Multi-Chain-Strategie: Von Ethereum bis XRP Ledger

Das aktualisierte Abwicklungssystem unterstützt nun die Stablecoins USDC, PYUSD, RLUSD, USDG, USDP sowie den neu eingeführten SoFiUSD. Die technische Integration erstreckt sich über acht verschiedene Blockchain-Netzwerke: Ethereum, Solana, Polygon, Base, Arbitrum, XRP Ledger (XRPL), Canton und Tempo. Ziel ist es, die typischen Verzögerungen bei grenzüberschreitenden Zahlungen und Zeitverschiebungen drastisch zu reduzieren.

Raj Dhamodharan, Executive Vice President bei Mastercard, betont: „Die nächste Phase der Stablecoin-Adoption dreht sich um echten Nutzen und praktische Anwendungen im Zahlungsverkehr." Die Integration mit dem XRP Ledger zielt besonders auf eine „immer aktive" Zahlungsfähigkeit ab. Auch Jack McDonald, Senior Vice President bei Ripple, hebt die Bedeutung dieser Entwicklungen hervor: „Hier entsteht die Brücke zwischen traditionellem Finanzwesen und digitaler Infrastruktur."

BitLicense und Milliarden-Übernahme

Ein wichtiger Meilenstein: Die Mastercard-Tochter MTS US hat eine BitLicense der New Yorker Finanzaufsicht (NYDFS) erhalten – eine zentrale regulatorische Hürde für digitale Zahlungsdienste im wichtigen US-Markt. Um die technischen Fähigkeiten weiter auszubauen, übernahm Mastercard im März das Unternehmen BVNK für 1,8 Milliarden Euro und integrierte dessen Krypto-Infrastruktur in das eigene Ökosystem.

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Fünf erste Partner starten mit dem erweiterten Abwicklungsprogramm: ARQ, CBW Bank, Cross River, Lead Bank und Nuvei. Sie dienen als primäre Schnittstellen für die neuen Stablecoin-Zahlungsströme und ermöglichen die Umwandlung zwischen digitalen und traditionellen Währungen.

KI-Agenten zahlen jetzt selbst

Parallel zu den Abwicklungs-Updates hat Mastercard die Plattform Agent Pay for Machines (AP4M) vorgestellt – entwickelt speziell für Transaktionen durch KI-Agenten. Das System läuft auf den Netzwerken Polygon, Solana und Base und umfasst mehr als 30 Partner, darunter Coinbase, Stripe und Aave Labs. Jorn Lambert, Chief Product Officer bei Mastercard, erklärt: „Dieses Framework unterstützt eine neue Generation von Geschäftsmodellen, die von autonomen KI-Agenten angetrieben werden."

Der Markt boomt: 33 Billionen Dollar in Stablecoins

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Die Entwicklungen bei Mastercard sind Teil eines breiteren Trends. Branchendaten zufolge wickelten Stablecoins im Jahr 2025 ein Volumen von 33 Billionen US-Dollar ab – mehr als doppelt so viel wie die 14 Billionen Dollar, die das Visa-Netzwerk im selben Zeitraum verarbeitete. Anfang 2026 lag das gesamte Stablecoin-Angebot bei rund 310 Milliarden Dollar.

Auch andere Finanzinstitute ziehen nach: Visa testet derzeit private Stablecoin-Abwicklungen auf dem Canton Network, während Swift seinen Blockchain-Ledger für einsatzbereit erklärt hat – 17 globale Banken starten Pilotprojekte für tokenisierte grenzüberschreitende Zahlungen. Fünf große US-Banken planen zudem ein tokenisiertes Einlagennetzwerk, das Anfang 2027 starten soll. Noch in diesem Monat beginnt die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) mit Real-World-Asset-Trades (RWA) über ihren Tokenisierungsdienst – mit über 50 teilnehmenden Firmen.

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