Anderson, Psilocybin-Studie

MD Anderson startet Psilocybin-Studie: 80 Krebspatienten im November

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Forscher fanden in Zellkulturen und MĂ€usen einen langanhaltenden Nervenschutz durch Psilocybin; eine Studie mit 80 Patienten ist geplant.

Psilocybin schĂŒtzt Nerven vor Chemotherapie-SchĂ€den
Psilocybe-Pilze auf einem moosbedeckten Waldboden im sanften Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen deuten auf ein neues Einsatzgebiet fĂŒr Psilocybin hin, das ĂŒber die Behandlung psychischer Erkrankungen hinausgeht. Eine im Fachjournal Science veröffentlichte US-Studie belegt, dass die psychedelisch wirkende Substanz, die natĂŒrlicherweise in bestimmten Pilzgattungen vorkommt, vor der sogenannten Chemotherapie-induzierten peripheren Neuropathie (CIPN) schĂŒtzen kann.

Diese Erkenntnisse aus Zellkulturen und Tiermodellen könnten die LebensqualitÀt von Krebspatienten wÀhrend und nach einer Behandlung signifikant verbessern.

PrÀventive Wirkung in prÀklinischen Modellen

Die Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie gehört zu den belastendsten Nebenwirkungen onkologischer Behandlungen. Sie Ă€ußert sich hĂ€ufig durch Schmerzen, Kribbeln oder TaubheitsgefĂŒhle in den ExtremitĂ€ten und fĂŒhrt nicht selten zu einem notwendigen Abbruch oder einer Dosisreduktion der lebenswichtigen Therapie. In der aktuell publizierten Forschungsarbeit wurde untersucht, inwieweit Psilocybin diese NervenschĂ€digungen verhindern kann.

Die Ergebnisse der Versuche an Zellkulturen und MĂ€usen zeigen eine deutliche Schutzfunktion. Dabei erwies sich ein spezifisches Dosierungsschema als besonders effektiv: Die Gabe von lediglich zwei prophylaktischen Dosen Psilocybin reichte aus, um die Versuchstiere ĂŒber einen Zeitraum von bis zu acht Monaten vor der Entstehung einer CIPN zu schĂŒtzen. Dieser langanhaltende Effekt deutet darauf hin, dass die Substanz grundlegende biologische Schutzmechanismen in den Nervenzellen aktiviert, die ĂŒber die unmittelbare PrĂ€senz des Wirkstoffs im Organismus hinausgehen.

Klinische Erprobung am MD Anderson Cancer Center

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Auf Basis dieser vielversprechenden prĂ€klinischen Daten wird der Forschungsansatz nun in den klinischen Bereich ĂŒberfĂŒhrt. FĂŒr November 2026 ist der Start einer klinischen Studie am renommierten MD Anderson Cancer Center geplant. Im Rahmen dieser Untersuchung sollen insgesamt 80 Patienten beobachtet werden, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Psilocybin zur PrĂ€vention von NervenschĂ€den beim Menschen zu validieren.

Sollten sich die Ergebnisse aus den Tiermodellen bestĂ€tigen, stĂŒnde der Onkologie ein neuer prĂ€ventiver Ansatz zur VerfĂŒgung. Bisherige Strategien zur BewĂ€ltigung der CIPN beschrĂ€nken sich zumeist auf die symptomatische Behandlung bereits eingetretener SchĂ€den, wĂ€hrend ein wirksamer medikamentöser Schutz vor der Entstehung der Neuropathie bislang eine LĂŒcke in der supportiven Versorgung darstellt.

ErgÀnzende AnsÀtze in der supportiven Versorgung

Parallel zu den Entwicklungen im Bereich der psychedelischen Wirkstoffe unterstreichen weitere aktuelle Analysen die Bedeutung von MikronÀhrstoffen und diÀtetischen Aspekten in der Krebsbehandlung.

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Eine Metaanalyse des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) befasste sich in diesem Zusammenhang mit der Rolle von Vitamin D. Die Auswertung der Daten ergab, dass eine tĂ€gliche Supplementierung von 20 ”g Vitamin D dazu beitragen kann, EntzĂŒndungsmarker bei Krebspatienten zu senken.

Diese Erkenntnisse ergĂ€nzen das Bild einer modernen supportiven Onkologie, die zunehmend auf eine Kombination aus gezielten Wirkstoffen und ernĂ€hrungsphysiologischen Maßnahmen setzt.

WĂ€hrend Psilocybin als potenzieller Schutzfaktor fĂŒr das Nervensystem untersucht wird, bleibt die Basisversorgung mit essenziellen NĂ€hrstoffen wie Vitamin D ein wichtiger Baustein, um die systemische Belastung durch EntzĂŒndungsprozesse wĂ€hrend einer Krebserkrankung zu reduzieren. Die kommenden klinischen Daten werden zeigen, inwieweit diese kombinierten AnsĂ€tze den Behandlungsalltag dauerhaft verĂ€ndern können.

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