ME/ CFS in Österreich: 600 Millionen Euro für strukturierte Versorgung
26.06.2026 - 14:55:24 | boerse-global.de
Die Bundeszielsteuerungskommission einigte sich auf einen umfassenden Versorgungsplan. Diagnose und Behandlung dieser komplexen Krankheitsbilder sollen aus der Zufälligkeit in ein geregeltes System überführt werden.
600 Millionen Euro für neue Strukturen
Ein Kernpunkt der Einigung: Die Bundesländer erhalten 600 Millionen Euro für den Aufbau und die Erweiterung von Versorgungsstrukturen. Die Sozialversicherung übernimmt dabei verstärkt die Verantwortung für Diagnose und Behandlung.
Medizinisch wirksame Therapien – darunter medikamentöse Behandlungen sowie Ergo- und Physiotherapien – sollen als Kassenleistungen verfügbar werden. Staatssekretärin Königsberger-Ludwig betonte das Bekenntnis aller Beteiligten, die öffentliche Versorgung konsequent weiterzuentwickeln.
Hohe Krankheitslast, große Versorgungslücken
Die Notwendigkeit für strukturierte Maßnahmen ist enorm: In Österreich wird von rund 73.600 ME/CFS-Betroffenen ausgegangen. Davon gelten etwa 14.700 Personen als schwer betroffen. Bisher wurden erhebliche Lücken in der Versorgung identifiziert – besonders bei Kindern, Jugendlichen und schwer erkrankten Patienten.
Die 600 Millionen Euro für ME/CFS-Versorgung in Österreich sind beschlossen. Doch wie profitieren Sie konkret? Unser Leitfaden zeigt Ihnen die neuen Kassenleistungen, regionale Modelle und den Antragsweg. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Um die medizinische Qualität zu sichern, erarbeitet das Nationale Referenzzentrum für postvirale Erkrankungen derzeit eine neue klinische Leitlinie. Parallel dazu soll der Bund die Datenlage verbessern, um präzisere Grundlagen für die künftige Versorgungsplanung zu schaffen.
Regionale Modelle, unterschiedliche Geschwindigkeiten
Die Umsetzung erfolgt regional unterschiedlich. Drei Modelle stehen zur Wahl: spezialisierte Zentren, vernetzte Strukturen oder eine Kombination aus beiden. Während Salzburg und Tirol bereits über bestehende Strukturen verfügen, setzen andere Regionen auf neue Konzepte.
Besonders Kinder und schwer Betroffene hatten bisher kaum strukturierte Versorgung. Mit dem neuen Plan ändert sich das. Unser Leitfaden erklärt, welche Therapien jetzt Kassenleistung werden und wie Sie in Ihrem Bundesland Zugang erhalten. Leitfaden für ME/CFS-Versorgung sichern
In Wien ist ein spezialisiertes Kompetenzzentrum geplant, dessen Betrieb ab 2027 vorgesehen ist. Regionale Unterschiede in der Versorgungsdichte werden vorerst bleiben – die Ausgestaltung liegt in der Verantwortung der jeweiligen Länder.
Der neue Versorgungsplan fügt sich in einen allgemeinen Trend zur Spezialisierung und Effizienzsteigerung im österreichischen Gesundheitswesen ein. So kündigte der Wiener Gesundheitsverbund diese Woche die Umwandlung von vier Pflegewohnhäusern zu geriatrischen Kliniken an. Gleichzeitig werden seit gestern autonome Transportroboter in Krankenhäusern getestet.
