MEDA-PKD, Digitale

MEDA-PKD: Digitale Plattform senkt Vorbereitungszeit für Beratung um 72 Prozent

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 18:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Kölner und Düsseldorfer Plattform verknüpft medizinische Daten; bei Tolvaptan-Beratungen sank der Vorbereitungsaufwand um rund 72 Prozent.
Ein modernes, helles medizinisches Labor mit hochwertiger diagnostischer Ausstattung und steriler Arbeitsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Forschende der Universität zu Köln und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben eine digitale Plattform namens MEDA-PKD entwickelt. Das System, dessen vollständige Bezeichnung MEdical DAta translation service of Polycystic Kidney Disease lautet, überführt unstrukturierte Behandlungs- und Forschungsdaten in ein Wissenssystem, das sich nahezu in Echtzeit auswerten lässt.

Die zugrundeliegende wissenschaftliche Untersuchung wurde im Fachjournal npj Digital Medicine veröffentlicht, wie das Universitätsklinikum Köln in einem Bericht mitteilte.

Das System führt unterschiedliche medizinische Informationsquellen an einem Ort zusammen. Dazu verknüpft die Plattform klinische Verlaufsdaten, Laborwerte, Bildgebungsverfahren sowie Angaben zur Medikation und zur Lebensqualität der Patientinnen und Patienten.

Ergänzend speist das Forschungsteam erste Daten zu molekularen Biomarkern in das System ein. Durch diese Zusammenführung soll die oft fragmentierte Datenlage in Krankenhäusern und Praxen überwunden werden.

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Entlastung bei der klinischen Beratung

Als konkretes Anwendungsbeispiel dient den beteiligten Universitäten die Zystenniere. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um die weltweit häufigste genetische Nierenerkrankung, von der mehr als sieben Millionen Menschen betroffen sind.

Im Rahmen des Projekts untersuchten die Forschenden den Einsatz des Wirkstoffs Tolvaptan, der das bisher einzige für Zystennieren zugelassene Medikament darstellt. Anhand der im System aufbereiteten Routinedaten ließ sich nachvollziehen, dass die medikamentöse Therapie den fortschreitenden Verlust der Nierenfunktion verlangsamt.

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Neben der Datenanalyse soll die digitale Infrastruktur den Arbeitsalltag des medizinischen Personals erleichtern. In einer ersten Untersuchung prüften sieben erfahrene Ärztinnen und Ärzte die Anwendung und stuften MEDA-PKD als sehr benutzerfreundlich ein. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zeitgewinn: Die Zeitspanne, die für die Zusammenstellung aller relevanten Informationen im Vorfeld einer Tolvaptan-Beratung erforderlich war, sank um rund 72 Prozent.

Die Entwicklerteams der Universität zu Köln und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf heben hervor, dass das technische Grundgerüst nicht auf die Nephrologie beschränkt bleiben muss. Die zugrundeliegende Architektur zur Erfassung, Strukturierung und Auswertung heterogener Patientendaten ist so konzipiert, dass sie sich künftig auch auf andere Krankheitsbilder übertragen lässt.

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