Medienkompetenz: Niederösterreich startet landesweites Schulprogramm
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts der wachsenden PrĂ€senz digitaler Plattformen im Alltag von Kindern und Jugendlichen rĂŒckt der reflektierte Umgang mit Bildschirmmedien verstĂ€rkt in den bildungspolitischen Fokus. Das Land Niederösterreich begegnet diesen Herausforderungen mit der landesweiten Initiative âMedienfit in Niederösterreichâ.
Wie Berichte vom 21. September 2026 darlegen, stellten BildungslandesrĂ€tin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Karl Fritthum das Programm in der NĂ Mittelschule Oberwölbling vor, um die Medien- und Handlungskompetenz von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern gezielt zu fördern.
Vier SĂ€ulen fĂŒr den sicheren Umgang mit Plattformen
Das HerzstĂŒck der niederösterreichischen Initiative bildet eine zentrale Internetplattform, die LehrkrĂ€ften strukturierte Unterrichtsmaterialien bereitstellt. Das Angebot ist nach Schulstufen sowie thematischen Schwerpunkten gegliedert. PĂ€dagoginnen und PĂ€dagogen können flexibel wĂ€hlen, ob sie kurze didaktische Impulse in den Schulalltag integrieren oder mehrstĂŒndige Einheiten durchfĂŒhren möchten.
Inhaltlich orientieren sich die Materialien an den vier SĂ€ulen des europĂ€ischen Modells fĂŒr den sicheren Umgang mit sozialen Medien. Dieses Modell umfasst:
- die bewusste Verzögerung der Nutzung durch Altersangemessenheit,
- die Bereitstellung kindgerechter Angebote,
- den Schutz vor unerwĂŒnschten Kontakten sowie
- die konsequente Vermeidung einer unerwĂŒnschten Lokalisierung von Nutzenden.
Um das Umfeld der Jugendlichen ganzheitlich einzubinden, beschrĂ€nkt sich das Vorhaben nicht allein auf das Klassenzimmer. Das Land plant begleitende Angebote zur psychischen Gesundheit sowie spezielle Vortragsformate fĂŒr Eltern, um auch im hĂ€uslichen Rahmen fĂŒr digitale Risiken zu sensibilisieren.
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Plattformbetreiber in der Pflicht und Fokus auf Suchtrisiken
BildungslandesrĂ€tin Christiane Teschl-Hofmeister verwies bei der Vorstellung darauf, dass soziale Medien jungen Menschen zwar Chancen böten, diese jedoch auch mit den Risiken vertraut sein mĂŒssten. Digitale Medien könnten suchtverstĂ€rkende Wirkungen entfalten. Vor diesem Hintergrund forderte die LandesrĂ€tin striktere Regeln fĂŒr Plattformanbieter.
Die Anbieter seien bislang zu wenig in die Pflicht genommen worden; Niederösterreich wolle daher vorangehen und nicht allein auf Vorgaben aus BrĂŒssel oder seitens des Bundes warten. Neben Bildungsdirektor Karl Fritthum begleiten weitere Akteure wie Lukas Schneider von Jugend NĂ und Bernhard Jungwirth von ĂIAT und Saferinternet.at das Vorhaben fachlich.
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ErgĂ€nzende UnterstĂŒtzungsangebote fĂŒr das pĂ€dagogische Umfeld
Die Initiative fĂŒgt sich in breitere Bestrebungen zur Förderung digitaler Bildung ein. ErgĂ€nzend dazu bĂŒndelt die Initiative Saferinternet.at mit einer eigens eingerichteten Schulseite Materialien fĂŒr LehrkrĂ€fte.
Das Portal strukturiert Inhalte nach Bildungsstufen und deckt Schwerpunkte wie Cybermobbing, Informationskompetenz, SexualitĂ€t und Internet, KĂŒnstliche Intelligenz sowie die Funktionsweise sozialer Netzwerke ab.
PĂ€dagogische FachkrĂ€fte erhalten dort Zugriff auf BroschĂŒren, praktische Unterrichtsbeispiele, Quizformate, mehrsprachige Arbeitsmaterialien und Vorlagen fĂŒr die Elternarbeit. Hinzu kommen methodische LeitfĂ€den fĂŒr Workshops sowie Informationen zu Schulungen, Webinaren und Fortbildungsveranstaltungen, um Medienkompetenz strukturiert im Schulsystem zu verankern.
