Mediennutzung: 90 Prozent der Schulprobleme auf Handy zurück
15.06.2026 - 21:24:36 | boerse-global.de
Die aktuelle psychologische Forschung rückt einen entscheidenden Punkt in den Fokus: Wer gelassener leben will, muss individuelle Emotionen mit struktureller Selbstbestimmung verbinden. Experten fordern eine bewusstere Gestaltung der digitalen Lebenswelt und einen gesünderen Umgang mit Gefühlen.
Warum zu viel Gefühlsarbeit schaden kann
Die Psychotherapeutin Gitta Jacob warnt vor einem Trend: Wer sich exzessiv mit negativen Emotionen beschäftigt, verstärkt sie oft nur. Sie kritisiert die Tendenz, alltägliche Belastungen vorschnell als Mikrotraumata einzustufen.
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Stattdessen empfiehlt sie konkrete Techniken wie die Stühle-Arbeit oder die Aktivierung eines sogenannten Hilfs-Ichs. Das Ziel: emotionale Distanz gewinnen, ohne Gefühle zu unterdrücken.
Ein Fachportal für Psychologie hat vier Leitsätze veröffentlicht, die zur Förderung der Gelassenheit beitragen sollen. Auch für spezifische Lebensphasen wie die Menopause betonen Experten die Bedeutung emotionaler Balance. Die Wiener Klinische Psychologin Mag. Dr. Karin Flenreiss-Frankl nennt strukturierte Schlafhygiene, Stressreduktion und soziale Kontakte als Schlüsselfaktoren für psychische Stabilität.
Digitale Erziehung: 90 Prozent der Schulprobleme durch Mediennutzung?
Ein heißes Eisen in der Debatte: der Umgang mit digitalen Medien bei Kindern und Jugendlichen. Die Expertin Petra Trautwein schätzt im Radiointerview, dass fast 90 Prozent der schulischen Probleme auf Mediennutzung zurückgehen.
Ihre Forderungen: handyfreie Zonen einrichten und ein Mindestalter von 14 Jahren für das erste eigene Smartphone.
Die DAK-Studie, durchgeführt vom UKE und Forsa im Herbst 2025, untermauert diese Sorgen. So werden 47 Prozent der 10- bis 17-Jährigen durch Werbung auf Plattformen auf Produkte aufmerksam, 40 Prozent lassen sich von Influencern beeinflussen. Rund 12,2 Prozent der Befragten geben jährlich bis zu 1.200 Euro im Online-Handel aus. 1,2 Prozent der Jugendlichen gelten als problematische Online-Käufer.
Bei aller Vorsicht gilt aber auch: Teenager brauchen Autonomie. Ein aktueller Ratgeber nennt sieben Grundregeln für die Privatsphäre – darunter den Respekt vor dem Kinderzimmer und den Verzicht auf die Kontrolle persönlicher Endgeräte oder Tagebücher.
Neue Rechte für Flugreisende
Selbstbestimmung hat auch eine strukturelle Seite. Mitte Juni einigten sich EU-Parlament und Mitgliedstaaten auf eine Reform der Fluggastrechte. Künftig müssen Preise für Handgepäck standardmäßig angezeigt werden, Kinder dürfen kostenfrei neben ihren Eltern sitzen. Airlines werden zudem verpflichtet, Passagiere innerhalb von 96 Stunden über ihre Rechte zu informieren.
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Austausch und Achtsamkeit: Angebote für mehr Lebensqualität
Niederschwellige Angebote gewinnen an Bedeutung. Für pflegende Angehörige gibt es im Juni sowie im September und Dezember 2026 kostenfreie Austauschmöglichkeiten wie das Café Auszeit in Rheinland-Pfalz. Geführte Spaziergänge in Bremen oder achtsames Waldbaden in Hennigsdorf (Ende Juni) dienen der Stressreduktion und sozialen Vernetzung.
Auch im Job tut sich was: Der Deutsche Ideenmanagement Report 2026, dessen erste Ergebnisse Mitte Juni vorgestellt wurden, liefert neue Impulse für die Einbindung von Mitarbeiterinitiativen und die Förderung betrieblicher Innovationsprozesse.
