Medikamentenpreise USA: Median fällt auf 216.000 Dollar
26.06.2026 - 04:09:14 | boerse-global.de
000 Dollar gefallen – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig steigen die Gesundheitsausgaben insgesamt rasant.
Die Analyse von 3 Axis Advisors zu 42 Preisstellungen zeigt: Hauptgrund für den Preisrückgang ist die geringere Zahl hochpreisiger Zell- und Gentherapien. Die FDA genehmigte 2025 nur fünf solcher Verfahren, nach jeweils sieben in den beiden Jahren zuvor.
Trotz des gesunkenen Medians bleibt der Durchschnittspreis aller Neueinführungen mit 416.000 Dollar hoch. Die Spanne ist enorm: Sie reicht von Augentropfen für 1.050 Dollar bis zur Spezialtherapie Forzinity mit rund 800.000 Dollar pro Jahr.
Zulassungen: Onkologie und seltene Krankheiten dominieren
Die FDA gab 2025 grünes Licht für 51 neue Medikamente. 46 davon kamen über die Hauptabteilung, fünf aus dem Bereich Zell- und Gentherapie. Rund zwei Drittel der Neuzulassungen entfielen auf niedermolekulare Wirkstoffe.
Ein Drittel der neuen Präparate sind Krebsmedikamente. Mehr als die Hälfte wurde als Orphan Drugs für seltene Erkrankungen eingestuft. Dr. Benjamin Rome von der Harvard University sieht einen Zusammenhang mit der Umstrukturierung der FDA unter der aktuellen US-Administration.
Beobachter registrieren zudem eine Neubewertung früher abgelehnter Medikamente. Das Unternehmen Regenxbio beantragte am 24. Juni 2026 erneut eine beschleunigte Zulassung für eine Gentherapie gegen Duchenne-Muskeldystrophie.
GLP-1-Präparate treiben die Kostenexplosion
Die gesamten US-Gesundheitsausgaben stiegen 2025 um 7,3 Prozent auf 5,7 Billionen Dollar. Pro Kopf sind das rund 16.500 Dollar. Für 2026 prognostiziert das Center for Medicare & Medicaid Services (CMS) einen weiteren Sprung auf über 6 Billionen Dollar.
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Der Haupttreiber: die Wirkstoffklasse der GLP-1-Rezeptor-Agonisten. Medikamente wie Ozempic, Wegovy, Mounjaro und Zepbound zur Behandlung von Diabetes und Adipositas belasten die Budgets von Arbeitgebern und staatlichen Programmen massiv.
Die Ausgaben für verschreibungspflichtige Medikamente sollen 2026 um 8,2 Prozent auf über 560 Milliarden Dollar wachsen.
Preisverhandlungen und handelspolitische Konflikte
Die US-Regierung setzt auf den Inflation Reduction Act (IRA). Nachdem der Supreme Court am 18. Mai 2026 sechs Klagen von Pharmaherstellern abgewiesen hatte, treibt das CMS die Preisverhandlungen voran.
Für die ersten zehn Medikamente gelten ab 1. Januar 2026 neue Preise – im Schnitt 63 Prozent Rabatt auf die Listenpreise. Für einen zweiten Zyklus wurden 15 weitere Wirkstoffe ausgewählt, darunter Ozempic und Wegovy. Diese Preise sollen ab Januar 2027 gelten.
Flankiert wird das durch eine Executive Order zur Angleichung an internationale Niedrigstpreise. Ab Juli 2026 sind 100-Prozent-Zölle auf bestimmte Pharmazeutika angekündigt.
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International sorgt die US-Preispolitik für Spannungen. Der US-Handelsbeauftragte leitete eine Untersuchung gegen Deutschland ein. Vorwurf: Die deutsche Erstattungspolitik leiste zu geringe Forschungsbeiträge. Stellungnahmen sind bis zum 10. August 2026 möglich, eine Anhörung für den 22. September 2026 anberaumt.
Bundesgesundheitsministerin Warken hält am Kostendämpfungsgesetz fest. EU-Kommission und EU-Parlament bewerten das US-Vorgehen kritisch.
