Meditation, Depersonalisations-ZustÀnde

Meditation: 61,7% erleben Depersonalisations-ZustÀnde

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 20:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt, dass Meditation bei vielen Praktizierenden Depersonalisations-Erlebnisse hervorruft, die oft positiv bewertet werden.

TĂŒbinger Studie: Meditation kann Depersonalisation auslösen
Meditation - Eine Person sitzt in einer ruhigen, minimalistischen Umgebung in Meditationshaltung, umgeben von sanftem Licht. 07.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

61,7 Prozent der Teilnehmer ĂŒberschritten klinische Schwellenwerte.

Die Forscher um Erola Pons und Axel Lindner vom UniversitĂ€tsklinikum TĂŒbingen befragten 121 Meditierende. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht. Anders als bei Stress- oder Traumapatienten bewerteten die Meditierenden die verĂ€nderten WahrnehmungszustĂ€nde oft als positiv oder spirituell bereichernd.

Die Erlebnisse traten im Median nach 175 Stunden Meditationspraxis auf. 61,5 Prozent der Betroffenen berichteten von ZustĂ€nden außerhalb von Retreats. Die Dauer reichte von Minuten bis zu mehreren Wochen.

ZellulÀre Effekte im Fokus

Die Forschung untersucht zunehmend die physiologischen Wirkungen von Achtsamkeit. Eine Übersichtsarbeit von Elissa Epel zeigt Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Erhalt der Telomere – den Schutzkappen der Chromosomen. Der Effekt entsteht wohl durch reduzierte kognitive und physiologische Stressreaktionen.

Die UniversitĂ€t Coimbra startete das Projekt „MindfulBrain+“. Unter Leitung von Ana Ganho Ávila untersuchen Forscher mittels funktioneller Nahinfrarotspektroskopie und transkranieller Gleichstromstimulation die Effekte auf Gehirn und Kognition. Untersucht werden erfahrene Meditierende mit mindestens zwei Jahren Praxis.

Stille Stunde im Einzelhandel

Die Initiative „Gemeinsam Zusammen“ koordiniert bundesweit knapp 300 Betriebe. Ikea und verschiedene Supermarktketten fĂŒhren eine „Stille Stunde“ ein. Gedimmtes Licht, keine Musik und keine Durchsagen schaffen ein reizarmes Einkaufsumfeld – besonders fĂŒr hochsensible Menschen.

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Auch die Kunstszene entdeckt Achtsamkeit. In der Goulandris Foundation in Athen begleitet die Kunsthistorikerin Lamprini-Lydia Petropoulos eine Ausstellung von Yannis Psychopedis mit Achtsamkeitsworkshops. WahrnehmungsĂŒbungen sollen einen tieferen Zugang zu den Werken ermöglichen.

Strategie gegen Erschöpfung

Psychotherapeuten wie Sascha Reiners und Johannes Boettcher vom UKE Hamburg empfehlen Achtsamkeit fĂŒr neurodivergente Menschen. Das PhĂ€nomen des „Masking“ – bei dem Autisten oder ADHS-Betroffene ihre Eigenschaften unterdrĂŒcken – fĂŒhrt oft zu Erschöpfung und Depression. Achtsamkeit hilft, bewusster mit den eigenen KapazitĂ€ten umzugehen.

Forscher wie Matthias Brand von der UniversitĂ€t Duisburg-Essen und Anna Lembke von der Stanford University sehen Achtsamkeit als Gegenmittel zu VerhaltensabhĂ€ngigkeiten. Ihr Modell: Exzessiver Social-Media-Konsum oder Online-Shopping erzeugen einen permanenten Dopamin-Überfluss durch „supernormative Stimuli“. Achtsame AnsĂ€tze sollen die Selbstregulation stĂ€rken.

Fortbildung und kommerzielle AnsÀtze

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Depersonalisations-ZustÀnde nach Meditation können Minuten bis Wochen dauern. Erfahren Sie, wie Sie unangenehme WahrnehmungsverÀnderungen vermeiden und trotzdem von Achtsamkeit profitieren. Sichere Meditations-Techniken jetzt herunterladen

Am Klinikum am Weissenhof in Weinsberg findet am heutigen Dienstag eine Fortbildung zu autogenem Training und Atemtechniken statt. Zielgruppe sind PflegekrÀfte, die ihre Resilienz im Berufsalltag stÀrken wollen.

Nike bewirbt mit dem Modell „Nike Mind“ einen Schuh mit 22 Schaumstoff-Noppen in der Sohle. Die Stimulation der Fußsohlen soll Konzentration und Entspannung fördern. UnabhĂ€ngige Studien zu dieser spezifischen Wirkung liegen bislang nicht vor.

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