Meditation, Nebenwirkungen

Meditation: Bis zu 25 Prozent berichten von Nebenwirkungen

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 22:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen negative Effekte von AchtsamkeitsĂĽbungen. Experten fordern Sicherheitsprotokolle und verweisen auf Alternativen wie Urge Surfing.

Meditation: Bis zu 25 Prozent erleben unerwĂĽnschte Nebenwirkungen
Eine Person meditiert, wobei subtile visuelle Elemente Unbehagen oder psychische Belastung andeuten. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Achtsamkeitspraktiken gelten in der westlichen Gesellschaft als Wundermittel gegen Stress und innere Unruhe. Doch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zunehmend: Die Methoden können auch schaden. Eine britische Studie konkretisiert die Zahlen: Zwischen 6 und 14 Prozent der Teilnehmenden erlebten langanhaltende Probleme. Angstzustände, emotionaler Stress und das Wiederauftauchen belastender Erinnerungen gehören zu den häufigsten Symptomen.

Das steht im Kontrast zur oft beworbenen uneingeschränkt positiven Wirkung. Experten fordern daher Sicherheits- und Screening-Protokolle vor Beginn einer intensiven Meditationspraxis. Historische buddhistische Traditionen unterstreichen die Notwendigkeit erfahrener Lehrer und einer unterstützenden Gemeinschaft – ein Aspekt, der in modernen, oft isolierten Anwendungen häufig vernachlässigt wird.

Die unterschätzte Gefahr der Körperwahrnehmung

Ein wesentlicher Bestandteil vieler Achtsamkeitsübungen ist die Interozeption – die Wahrnehmung innerer Körperzustände wie Herzfrequenz, Atmung oder Hunger. Eine Studie aus dem Jahr 2026 zeigt: Personen mit präziser Interozeption sind weniger anfällig für stimmungsbedingte Schwankungen durch Hunger.

Gleichzeitig belegen Beobachtungen: Schwierigkeiten bei der interozeptiven Wahrnehmung hängen eng mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder PTBS zusammen. Bei Essstörungen, insbesondere Anorexia nervosa, ist die Signalübertragung zwischen Darm und Gehirn gestört. Therapien, die die interozeptive Wahrnehmung gezielt anpassen, befinden sich in der Entwicklung.

„Urge Surfing“: Die sichere Alternative?

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Um Impulse besser zu kontrollieren, ohne die Risiken unkontrollierter Meditation einzugehen, setzt die Verhaltenstherapie auf etablierte Ansätze. Das sogenannte „Urge Surfing“ wurde bereits in den 1980er-Jahren entwickelt. Die Methode betrachtet Impulse als vorübergehende Zustände, die in der Regel nicht länger als 30 Minuten anhalten. Vier Schritte umfasst die Technik: Impuls erkennen, Körper-Scan, Atemkonzentration, reines Beobachten des Verlangens.

Fachleute warnen jedoch: Solche Techniken erfordern regelmäßige Übung und ersetzen keine professionelle psychologische Therapie. Bei komplexen Krankheitsbildern wie ADHS oder chronischen Erschöpfungssyndromen – in Österreich sind schätzungsweise 80.000 Menschen von ME/CFS betroffen – braucht es spezialisierte medizinische Ansätze. Neben Pacing-Strategien kommen hier neurobiologische Verfahren wie die Vagusnerv-Stimulation zum Einsatz.

Digitale Entlastung als neuer Trend

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Parallel zur wissenschaftlichen Debatte entwickeln sich soziale Formate, die auf Reizreduktion setzen – ohne meditative Techniken vorauszusetzen. Offline-Clubs oder „Reading Raves“ bieten Räume für den bewussten Smartphone-Verzicht.

Kommunikationswissenschaftler bewerten diese „Digital Disconnection“ als Strategie zur Steigerung des Wohlbefindens durch selbstbestimmten Verzicht. Die Gen Z gilt als besonders von Einsamkeit betroffen – Teilnehmer solcher Formate suchen gezielt echte Verbindung außerhalb digitaler Netzwerke. Der Fokus auf das eigene Erleben und die Reduktion externer Reize kann das Wohlbefinden steigern. Die Effekte variieren jedoch stark und hängen von der persönlichen Ausgangslage ab.

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