Medizin-KI: Erstes System mit CE-Klasse-IIb-Zertifizierung in Deutschland
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
KĂŒnstliche Intelligenz gewinnt bei der UnterstĂŒtzung medizinischer FachkrĂ€fte im Versorgungsalltag an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund arbeiten die Deutsche Telekom und das in Langen ansĂ€ssige Start-up Prof. Valmed zusammen, um Ărzten ein digitales Werkzeug fĂŒr Diagnose- und Therapieentscheidungen bereitzustellen.
Wie das Fachportal kma-online.de in einem Bericht vom 21. September 2026 darlegte, soll die gemeinsame Lösung medizinisches Personal direkt bei komplexen Behandlungsentscheidungen begleiten.
Zertifizierung und wissenschaftliche Datenbasis
Ein wesentliches Merkmal des Systems liegt in seiner regulatorischen Einstufung. Nach Angaben der Telekom handelt es sich um das erste Large Language Model in Deutschland mit einer Zertifizierung nach CE-Klasse IIb fĂŒr medizinische Entscheidungen ĂŒber alle Fachgebiete hinweg.
Diese Klassifizierung unterstreicht die strengen Anforderungen an Sicherheit und klinische LeistungsfĂ€higkeit, die fĂŒr den Einsatz als Medizinprodukt in diesem Bereich gelten.
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Technologisch setzt die Lösung auf ein sogenanntes RAG-basiertes Wissenssystem, das mit einer geschlossenen Datenarchitektur arbeitet. Dadurch wird der Informationsabruf auf definierte, verlÀssliche Quellen beschrÀnkt.
Die kĂŒnstliche Intelligenz greift dabei auf ĂŒber 2,5 Millionen kuratierte und validierte Dokumente zu, zu denen insbesondere wissenschaftliche Studien und medizinische Leitlinien zĂ€hlen. Dieser Ansatz soll gewĂ€hrleisten, dass die generierten Hinweise nachvollziehbar bleiben und auf dem aktuellen Stand der klinischen Forschung basieren.
Integration in Praxis- und Kliniksysteme
FĂŒr die Anwendbarkeit im medizinischen Alltag ist die nahtlose Einbindung in bestehende ArbeitsablĂ€ufe entscheidend. Die Software ist dafĂŒr konzipiert, direkt in Krankenhausinformationssysteme (KIS) sowie in etablierte Praxissoftware integriert zu werden. Auf diese Weise können Behandelnde die FunktionalitĂ€ten nutzen, ohne ihre gewohnte Arbeitsumgebung verlassen zu mĂŒssen.
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Die jeweiligen Empfehlungen des Systems basieren auf patientenbezogenen Parametern wie Alter, Geschlecht und individueller Anamnese. Trotz der automatisierten Auswertung und Bereitstellung relevanter Evidenz bleibt die Verantwortung fĂŒr Diagnose und Therapie weiterhin uneingeschrĂ€nkt bei den behandelnden Ărzten. Das System fungiert rein als unterstĂŒtzendes Instrument zur Entscheidungsfindung und ersetzt das fachliche Urteil des Personals nicht.
Als nĂ€chster Entwicklungsschritt im Rahmen der Zusammenarbeit ist die Bereitstellung der Anwendung aus der T Cloud geplant, um VerfĂŒgbarkeit und Datensicherheit fĂŒr Gesundheitseinrichtungen zu gewĂ€hrleisten.
