Medizinische Clownerie: Kinder weinten zwei Drittel weniger
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 10:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem 7. Oktober 2023 weitete das Land ihre Einsätze massiv aus – sie helfen heute verwundeten Soldaten, Evakuierten und Angehörigen von Geiseln.
Die Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024, die 15 randomisierte Studien mit über 2.200 Kindern auswertete, belegt: Clown-Doktoren reduzieren bei jungen Patienten Angstzustände, Schmerzen und die Dauer von Weinphasen während Behandlungen deutlich.
Die Zahlen sprechen für sich
Israelische Studien zeigen den Effekt im klinischen Alltag. Kinder weinten bei schmerzhaften Eingriffen wie Blutentnahmen in Anwesenheit eines Clowns etwa zwei Drittel weniger. Diese Erkenntnisse treiben die Professionalisierung des Berufsfeldes voran.
Zwei Organisationen prägen die Szene: Dream Doctors beschäftigt rund 100 hauptberufliche Klinikclowns in über 30 Krankenhäusern. Simchat Halev arbeitet mit einem Netzwerk von etwa 500 Freiwilligen. Die Universität Haifa bietet zudem weltweit den ersten Bachelorstudiengang für medizinische Clownerie an.
Vom Kinderzimmer ins Reha-Zentrum
Seit den Konfliktereignissen im Herbst 2023 hat sich das Aufgabenprofil der Clowns erweitert. Früher lag der Fokus auf hospitalisierten Kindern. Heute unterstützen sie auch:
- verwundete Soldaten in der Rehabilitation
- Evakuierte aus Grenzgebieten
- Angehörige von Geiseln
- Zivilisten mit akuten Traumata
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Für schwer kranke Kinder gibt es seit 2015 die sogenannte „Clownbulance“ – ein Fahrzeug für spezielle Ausflüge.
Kritik am Reha-System
Trotz der Erfolge in der Nischenarbeit steht das allgemeine System für Opfer feindlicher Handlungen in der Kritik. Auf einer Fachkonferenz in Tel Aviv Mitte Juli 2026 bemängelten Experten, dass staatliche Stellen zu sehr auf die Feststellung des Behinderungsgrades fokussierten – statt die tatsächliche Rehabilitation zu fördern.
Die Dimension der psychischen Belastungen ist enorm: Zwischen 2023 und 2025 wurden rund 82.000 Zivilisten als Opfer anerkannt. Bis zum Frühjahr 2026 stellten rund 38.000 Personen Anträge auf Feststellung einer Behinderung. Der Anteil psychischer Beeinträchtigungen lag bei 88 Prozent.
Eine Umfrage unter Betroffenen zeigt die Folgen: Nur 27 Prozent kehrten in ihre ursprünglichen Jobs zurück. 35 Prozent blieben arbeitslos. Über 60 Prozent beklagten eine deutliche Verschlechterung ihrer finanziellen Lage.
Israelisches Modell geht in die Welt
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Das israelische Konzept findet international Nachahmer. Die 2009 gegründete Organisation SASA Setton betreut in Israel rund 140.000 Kinder in 41 Kliniken und weitet ihre Konzepte auf andere Konfliktregionen aus.
Mitte Juli 2026 begann in der Ukraine der Aufbau eines speziellen Genesungsraums im Kinderkrankenhaus von Czernowitz. Das Projekt wird von der Stiftung Heritage of the Future in Kooperation mit SASA Setton und mit Unterstützung des israelischen Außenministeriums umgesetzt. Bereits im September 2023 war ein ähnliches Zentrum in Odessa eröffnet worden.
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