Nabu, Waldvögel

Nabu: Waldvögel erobern zunehmend Wohngebiete

23.05.2024 - 12:14:39

Mehr als 58.000 Menschen haben im Mai vier Tage lang bundesweit Vögel gezĂ€hlt bei der 20. «Stunde der Gartenvögel». Aus dem Langzeitvergleich ziehen NaturschĂŒtzer nun erste SchlĂŒsse.

Wer in GÀrten, Parks und vom Balkon aus Vögel beobachtet, kann dort immer hÀufiger Arten entdecken, die eigentlich in WÀldern zu Hause sind.

«Unsere Zahlen zeigen, dass typische Waldvögel wie Buntspecht, EichelhĂ€her und Ringeltaube in den vergangenen 20 Jahren den Siedlungsraum erobert haben, weil sie hier offenbar in GĂ€rten und Parks ein gutes Nahrungsangebot und sichere Bedingungen vorfinden», sagte Nabu-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller im Zuge der Vorstellung der Ergebnisse der Mitmach-ZĂ€hlaktion «Stunde der Gartenvögel».

Immer seltener seien in besiedelten Gebieten dagegen insektenfressende und in GebĂ€uden brĂŒtende Arten wie Mehl- und Rauchschwalbe oder Hausrotschwanz gesehen worden, sagte Miller. Er nannte als mögliche GrĂŒnde dafĂŒr das Insektensterben und fehlende Nistmöglichkeiten. Wer den betroffenen Vogelarten helfen wolle, könne dies am besten durch das Anlegen naturnaher GĂ€rten oder Nisthilfen am GebĂ€ude tun, sagte Nabu-Vogelschutzexperte Martin RĂŒmmler.

Nach Nabu-Angaben hatten vom 9. bis 12. Mai mehr als 58.000 Menschen in ganz Deutschland bei der VogelzĂ€hlung in Kooperation mit dem bayerischen Landesbund fĂŒr Vogelschutz mitgemacht und mehr als 1,2 Millionen Tiere gemeldet. Am hĂ€ufigsten gesichtet wurde demnach wie in vielen Jahren zuvor auch der Haussperling, gefolgt von Amsel und Kohlmeise. Wegen des ĂŒberdurchschnittlich warmen FrĂŒhjahrs seien aber Zugvögel wie der Zilpzalp deutlich hĂ€ufiger gemeldet worden als noch im Vorjahr. Auch der Zaunkönig sei hĂ€ufiger als im vergangenen Jahr gesichtet worden.

@ dpa.de