GroĂe Schere zwischen Arm und Reich belastet auch psychisch
16.07.2025 - 05:00:38In vielen LĂ€ndern geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander: Einer Studie zufolge belastet groĂe ökonomische Ungleichheit viele Menschen nicht nur im Portemonnaie, sondern auch psychisch. Die Wahrnehmung groĂer wirtschaftlicher Unterschiede hĂ€nge nicht nur mit Zufriedenheit, sondern sogar auch mit dem empfundenen Sinn und gar SpiritualitĂ€t zusammen, schreibt ein Team der spanischen UniversitĂ€t Salamanca im Fachjournal «Social Psychological and Personality Science».
Wahrgenommene Ungleichheit mit groĂen Auswirkungen
Die Gruppe um Ăngel SĂĄnchez-RodrĂguez hebt als Besonderheit hervor, dass in der Arbeit nicht das konkrete AusmaĂ an wirtschaftlicher Ungleichheit im jeweiligen Land in Betrachtung gezogen wurde, sondern die jeweils empfundene Ungleichheit. Die Studie helfe zu verstehen, dass die groĂe Ungleichheit in vielen LĂ€ndern nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit sei, sondern auch ein drĂ€ngendes Problem mit Blick auf den psychischen Zustand von Gesellschaften.
«Je mehr wirtschaftliche Ungleichheit die Menschen um sich herum wahrnehmen, desto geringer ist ihr allgemeines Wohlbefinden», fasst SĂĄnchez-RodrĂguez das Ergebnis zusammen, fĂŒr das er mit seinem Team Daten aus 71 LĂ€ndern sammelte und auswertete â darunter auch aus Deutschland. Je stĂ€rker die wahrgenommene Ungleichheit, desto gröĂer sei die LĂŒcke, die zwischen dem Wunschzustand und der RealitĂ€t.
Problem darf nicht verschleiert werden
Die Forschenden warnen davor, dass die Lösung nicht sein dĂŒrfe, Ungleichheiten nur zu verschleiern. «Es wĂ€re ein groĂes MissverstĂ€ndnis anzunehmen, dass es eine wirksame Strategie sei, nur die Wahrnehmbarkeit von Ungleichheit zu verringern, statt das Problem selbst zu adressieren», betont SĂĄnchez-RodrĂguez.
Teilweise zeigten sich Unterschiede zwischen reicheren und Ă€rmeren LĂ€ndern. Gerade mit Blick auf die SpiritualitĂ€t mutmaĂen die Autoren, dass diese teils auch genutzt werde, um Belastungen â wie etwa wahrgenommene Ungerechtigkeiten â abzufedern.
Schere wird gröĂer
Einem Anfang des Jahres von der Entwicklungsorganisation Oxfam veröffentlichten Bericht zufolge wĂ€chst das Vermögen der Superreichen auf der Welt immer schneller. Demnach gibt es weltweit inzwischen fast 2.800 MilliardĂ€rinnen und MilliardĂ€re ? allein im vergangenen Jahr kamen mehr als 200 neu dazu. Gleichzeitig stagniere die Zahl der Menschen, die unter der erweiterten Armutsgrenze der Weltbank lebten und die Zahl hungernder Menschen steige, heiĂt es im Bericht.Â
Diesem liegen Daten aus verschiedenen Quellen zugrunde: So fĂŒhrt Oxfam etwa Forbes-SchĂ€tzungen zum Vermögen von MilliardĂ€ren mit Daten der Weltbank und solchen aus dem UBS-Weltvermögensreport zusammen.


