Frankreich, Bremen

Bald deutlich mehr Starts der TrÀgerrakete Ariane 6

20.11.2025 - 04:45:06

Mehr Missionen, mehr Power: Die TrÀgerrakete Ariane 6 soll bald im Serienmodus Lasten ins All bringen. Welche Premiere im kommenden Jahr ansteht.

  • Die Produktion an den Standorten wird hochgefahren. - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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  • Im August startete die dritte Rakete. (Archivbild) - Foto: Ronan Lietar/AFP/dpa

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Die Produktion an den Standorten wird hochgefahren. - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpaIm August startete die dritte Rakete. (Archivbild) - Foto: Ronan Lietar/AFP/dpa

Die europĂ€ische TrĂ€gerrakete Ariane 6 soll kĂŒnftig deutlich hĂ€ufiger ins All starten. «Das Ziel fĂŒr das kommende Jahr ist, die Zahl der Starts der Ariane 6 im Vergleich zu 2025 zu verdoppeln», kĂŒndigte Jens Franzeck an, deutscher GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Konzerns ArianeGroup. Dieses Jahr hob die Rakete bisher dreimal vom europĂ€ischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ab, ein weiterer Start ist fĂŒr Dezember geplant.

Der Konzern fĂ€hrt dafĂŒr die Produktion an den Standorten in Frankreich und Deutschland hoch. Die Hauptstufe wird im französischen Ort Les Mureaux gefertigt, die Oberstufe in Bremen. Letztere gilt als das Herz und Gehirn der Rakete, weil sie fĂŒr die Steuerung des letzten Flugabschnitts und das Erreichen des Ziels verantwortlich ist. 

In Bremen entwickelte der Konzern einen seriellen Fertigungsprozess – Ă€hnlich wie bei einer Fließbandproduktion im Automobilbau. Sechs Oberstufen sollen in dem Werk kĂŒnftig parallel produziert werden. Pro Jahr sollen so zehn bis zwölf Oberstufen fertig gestellt und ausgeliefert werden. «2027 soll das Ziel von rund zehn Missionen pro Jahr erreicht werden», sagte Franzeck. 

Erster Flug mit vier Boostern im FrĂŒhjahr 2026

Europa kann mit der Ariane 6 eigenstĂ€ndig grĂ¶ĂŸere Satelliten in den Weltraum bringen. Ihren Jungfernflug hatte die Rakete im Sommer 2024 zwar verspĂ€tet, aber weitgehend erfolgreich absolviert. Im MĂ€rz dieses Jahres folgte der erste kommerzielle Start mit dem französischen MilitĂ€rsatelliten CSO-3. 

Im August startete die Rakete mit dem Wetter- und Klimasatelliten MetOp-SG, Anfang November mit dem Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-1D und im Dezember soll Ariane 6 fĂŒr das europĂ€ische Satellitennavigationssystem Galileo ins All fliegen. 

Je nach Mission kann die Rakete mit zwei oder vier Boostern ausgestattet werden. Mehr Booster bedeuten mehr Schub, was fĂŒr den Start schwererer Lasten oder das Erreichen höherer Umlaufbahnen notwendig ist. FĂŒr nĂ€chstes FrĂŒhjahr ist eine Premiere geplant: Im ersten Quartal soll die Ariane 6 erstmals mit vier Boostern starten und Satelliten fĂŒr die Breitbandkonstellation von Amazon ins All befördern. 

Hoffnung auf Esa-Ministerratskonferenz

Der deutsche Konzernchef betont, wie wichtig dabei die Zusammenarbeit der europÀischen LÀnder sei. «Nationale AlleingÀnge bergen das Risiko, das wir nicht das meiste aus unseren begrenzten finanziellen Mitteln herausholen», warnt Franzeck.

Der Wirtschaftsingenieur setzt deshalb auf das anstehende Treffen der europĂ€ischen Raumfahrtbehörde Esa. «Die Ministerratskonferenz der Esa in der kommenden Woche in Bremen ist die Gelegenheit, dass Europa sein Engagement fĂŒr die Ariane 6 und neue gemeinsame Projekt im Zukunftsfeld Raumfahrt verstĂ€rkt», hofft Franzeck. Bei dem Treffen entscheiden die beteiligten LĂ€nder ĂŒber das Budget von Europas Raumfahrt in den nĂ€chsten drei Jahren.

@ dpa.de