Mehrsprachigkeit, Sprachen

Mehrsprachigkeit: Zwei Sprachen machen das Gehirn 6 Jahre jünger

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 23:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt, dass das Beherrschen mehrerer Sprachen das biologische Gehirnalter senkt. Der Effekt verstärkt sich mit jeder weiteren Sprache.

Mehrsprachigkeit verjüngt das Gehirn um bis zu 13 Jahre
Ein stilisiertes, leuchtendes Gehirn, das aus miteinander verbundenen linguistischen Symbolen und mehreren Sprachen besteht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt eine Studie, die Anfang Juli auf dem FENS Forum in Barcelona vorgestellt wurde. Wer vier oder mehr Sprachen beherrscht, profitiert sogar von einer Verjüngung um bis zu 13 Jahre.

Je mehr Sprachen, desto jünger das Gehirn

Die Forschung unter der Leitung von Dr. Lucia Amoruso vom Baskischen Zentrum für Kognition, Gehirn und Sprache belegt einen klaren Zusammenhang: Mit jeder zusätzlichen Sprache steigt der Verjüngungseffekt. Bei zwei Sprachen sind es rund sechs Jahre, bei drei Sprachen sieben Jahre. Den größten Sprung machten Probanden mit vier oder mehr Sprachen – ihr Gehirn zeigte sich im Schnitt 13 Jahre jünger als das von Einsprachigen.

Entscheidend ist aber nicht nur die Anzahl der Sprachen. Dr. Amoruso betonte: Die Tiefe und Dauer der Spracherfahrung spielen eine maßgebliche Rolle. Hohe Sprachkompetenz und ein früher Erwerb verstärken die positiven Effekte.

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Für die Untersuchung kombinierten die Forscher Magnetoenzephalographie (MEG) mit Künstlicher Intelligenz. Zunächst erstellten sie mit Daten von 728 Probanden eine „Gehirnalterungsuhr“. Dieses Modell bestimmt das biologische Alter des Gehirns anhand neuronaler Aktivitätsmuster.

Anschließend testeten sie das Modell an 144 Teilnehmern aus dem Baskenland. Alter, Geschlecht und Bildungsniveau wurden als Störfaktoren herausgerechnet. Das Ergebnis: Der ständige Wechsel zwischen Sprachsystemen trainiert neuronale Netzwerke wie ein intensives Workout.

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Die Fachwelt wertet die Befunde als wichtigen Beitrag zur Präventionsforschung. Professorin Christina Dalla empfiehlt, das Sprachenlernen in jedem Lebensalter zu fördern – es stärke die kognitive Reserve. Professor Eef Hogervorst mahnt jedoch, auch andere Lebensstilfaktoren nicht zu vernachlässigen.

Die Studie hat weitreichende Implikationen für die öffentliche Gesundheit und Bildungspolitik. Künftige Untersuchungen sollen klären, ob Mehrsprachigkeit neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer verzögern kann. Die aktuellen Daten liefern bereits starke Hinweise: Sprachliche Vielfalt ist mehr als Kommunikation – sie ist biologisches Anti-Aging fürs Gehirn.

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