Melatonin-Studie, Herzinsuffizienz-Risiko

Melatonin-Studie: 90% höheres Herzinsuffizienz-Risiko ab 12 Monaten

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 03:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Schilddrüsenüber- und unterfunktionen beeinträchtigen die Schlafqualität erheblich. Ärzte raten zu Laborkontrollen und gezielter Therapie.

Schilddrüsenfehlfunktion: Wie sie den Schlaf stört und was hilft
Eine stilisierte, leuchtende SchilddrĂĽse ist dezent in eine ruhige Schlafzimmerszene mit einer schlafenden Person integriert. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Sowohl Über- als auch Unterfunktionen bringen den Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander. Chronische Schlafstörungen gelten zunehmend als frühes Warnsignal.

Ăśberfunktion raubt den Schlaf

Der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN) warnt vor den nächtlichen Folgen einer Schilddrüsenüberfunktion. Prof. Markus Essler erklärt: „Bei einer Hyperthyreose läuft der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren.“ Die Folge: innere Unruhe, Herzrasen und nächtliches Schwitzen. Das macht das Ein- und Durchschlafen extrem schwer.

Besonders betroffen sind Patienten mit Morbus Basedow. Laut Verbandsangaben berichten rund zwei Drittel von ihnen über Einschlafstörungen.

Unterfunktion: MĂĽde am Tag, unruhig in der Nacht

Eine Unterfunktion (Hypothyreose) führt zwar zu starker Tagesmüdigkeit – doch der Nachtschlaf leidet ebenfalls. Eine Übersichtsarbeit mit Daten von 2916 Patienten zeigt: Selbst eine subklinische Unterfunktion mit noch normalen Hormonwerten mindert die Schlafqualität.

Zusätzlich steigt bei einer Unterfunktion das Risiko für Schlafapnoe. Die gefährlichen Atemaussetzer in der Nacht verschlechtern die Erholung zusätzlich.

So helfen Ärzte bei Schlafproblemen

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Die Melatonin-Studie der American Heart Association zeigt: Bereits ab 12 Monaten Einnahme steigt das Risiko fĂĽr Herzinsuffizienz um 90%. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt lieber auf natĂĽrliche Alternativen. 3 natĂĽrliche Schlaf-Hacks jetzt sichern

Bei dauerhaften Schlafstörungen mit körperlichen Symptomen raten Mediziner zu einer Laborkontrolle der Schilddrüsenwerte. Oft reicht eine gezielte medikamentöse Therapie: Bei Unterfunktion verschreiben Ärzte L-Thyroxin, bei Überfunktion Thyreostatika.

Für gutartige Knoten, die mechanische Beschwerden verursachen, gibt es schonende Alternativen. Das Marienhospital Gelsenkirchen setzt auf Radiofrequenzablation (RFA). Dabei werden die Knoten unter Lokalanästhesie thermisch verödet – die Erholung ist deutlich schneller als nach einer OP. Bei bösartigen Befunden bleibt die Operation allerdings Standard.

Jodmangel: Ein unterschätztes Problem

Die Jodversorgung in Deutschland ist weiterhin kritisch. Schätzungen zufolge fehlt einem Drittel der Erwachsenen und fast der Hälfte der Kinder das lebenswichtige Spurenelement. Die Folgen: Kropfbildung, Konzentrationsstörungen und depressive Verstimmungen.

Ein aktueller Trend bereitet Forschern Sorgen: der Wechsel von Kuhmilch zu Haferdrinks. Diese enthalten von Natur aus kaum Jod. Das Forschungsprojekt „JoMila“ der Hochschule Osnabrück untersucht deshalb, wie sich Hafer agronomisch mit Jod anreichern lässt. Das Projekt läuft bis Januar 2029.

Die innere Uhr nicht ignorieren

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Jodmangel in Deutschland: Ein Drittel der Erwachsenen ist nicht ausreichend versorgt – und der Trend zu Haferdrinks verschärft das Problem. Die Folgen: Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen. Jodreiche Alternativen zu Haferdrinks – Report anfordern

Neben organischen Ursachen spielt der Lebensstil eine große Rolle. Starre Arbeitszeiten widersprechen oft dem biologischen Rhythmus. Experten empfehlen, die Arbeitszeit an die individuelle „innere Uhr“ anzupassen – das steigert die Produktivität.

Und Vorsicht bei Schlafmitteln: Eine Studie der American Heart Association aus dem Jahr 2025 mit über 130.000 Erwachsenen zeigt Risiken bei Langzeiteinnahme von Melatonin. Bei mehr als 12 Monaten Einnahme stieg das Risiko für Herzinsuffizienz um 90 Prozent. Die Sterblichkeit lag in der Melatonin-Gruppe bei 7,8 Prozent, in der Kontrollgruppe bei 4,3 Prozent. Ein kausaler Zusammenhang ist noch nicht bewiesen – Fachleute raten dennoch zur ärztlichen Begleitung.

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