Deutschland, Internet

Verbraucherschützer: Plattformen verstoßen gegen EU-Recht

02.03.2026 - 12:16:08 | dpa.de

Meldungen zu Fakeshops oder Betrug? Nutzer stehen oft vor langen Klickwegen und undurchsichtigen Formularen. Was Verbraucherschützer jetzt fordern – und welche Plattformen besonders auffallen.

Verbraucherschützer werfen Online-Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und YouTube Verstöße gegen europäisches Recht vor.  - Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa
Verbraucherschützer werfen Online-Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und YouTube Verstöße gegen europäisches Recht vor. - Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Populäre Online-Plattformen machen es Nutzern in der Regel zu schwer, illegale Inhalte als Rechtsverstöße zu melden. Das zeigt eine Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands, bei der fünf Online-Marktplätze (AliExpress, Amazon, Shein, Temu, Zalando) und fünf Social-Media-Plattformen (Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok, YouTube) untersucht wurden. Nach Einschätzung der Verbraucherschützer verstoßen die Plattformen damit gegen geltendes europäisches Recht. 

Der Digital Services Act (DSA) regelt, dass Online-Plattformen leicht zugängliche und nutzerfreundliche Melde- und Beschwerdeverfahren anbieten müssen. Die Untersuchung ergab, dass die Plattformen zwar Meldewege für illegale Inhalte anbieten, etwa Werbung für betrügerische Fakeshops. Diese seien jedoch immer wieder geprägt von technischen Hürden, manipulativen Designs und Intransparenz. 

«Plattformen stellen erhebliche Hürden in den Weg»

Wenn Nutzerinnen und Nutzer von Online-Plattformen diese Inhalte melden wollten, müssten sie zum Teil erhebliche Hürden nehmen, beklagte Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. «Das muss sich ändern. Plattformen sind dazu verpflichtet, leicht zugängliche Möglichkeiten zur Meldung solcher Inhalte zur Verfügung zu stellen.»

Im Detail störten sich die Verbraucherschützer daran, dass die Meldewege in vielen Fällen schwer zugänglich und nicht immer nutzerfreundlich gestaltet seien. «Lange Klickpfade, unübersichtliche Auswahllisten und Doppelungen bei geforderten Angaben erschwerten die Meldungen. Teilweise kamen vorgeschriebene Eingangsbestätigungen nicht an.»

Pop sagte, illegale Inhalte hätten auf Online-Plattformen nichts zu suchen. «Leicht zugängliche und nutzerfreundliche Melde- und Beschwerdeverfahren könnten helfen, diese schnell zu entfernen.» Plattformen müssten die Regelungen des DSA endlich vollständig umsetzen und sämtliche Hürden für die Meldung illegaler Inhalte abbauen – oder Konsequenzen in Form von Bußgeldern bekommen.

DSA in den transatlantischen Beziehungen umstritten

Das Europäische Digitalgesetz DSA gehört zu den Konfliktfeldern zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Die Regierung von Präsident Donald Trump wirft der EU vor, mit dem DSA vor allem Zensurmaßnahmen umzusetzen. Die US-Regierung wertet DSA-Bußgelder als Kampfansage. Im vergangenen Dezember hatte die EU-Kommission auf Basis des DSA das erste Bußgeld gegen X (ehemals Twitter) in Höhe von 120 Millionen Euro ausgesprochen. Gegen Facebook und Instagram aus dem Meta-Konzern laufen die Verfahren noch, ebenso beim chinesischen Online-Händler AliExpress.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
wissenschaft | 68627388 |

Weitere Meldungen

Deepfakes aufdecken: So arbeiten IT-Forensiker Ein Interview bei Sonnenschein – aber der Schatten fällt falsch? Wie Forensiker Deepfakes mit simplen Tricks und Hightech-Tools entlarven - und warum letzteres vor Gerichte zum Problem werden kann. (Unterhaltung, 29.03.2026 - 07:00) weiterlesen...

Prien: Empfehlungen der Social-Media-Kommission am 24. Juni. Wichtige Expertenempfehlungen sollen bald vorliegen. Seit der Einführung von Social-Media-Sperren für Kinder in Australien wird auch in Deutschland immer intensiver über das Thema diskutiert. (Unterhaltung, 26.03.2026 - 15:04) weiterlesen...

Abo statt Kauf: Online-Gaming-Dienste werden immer beliebter. Beim Umsatz zeigt sich nicht nur dank neuer Konsolen ein klarer Trend. Millionen Menschen geben hierzulande Geld für Games aus – deutsche Firmen spielen allerdings nur eine Nebenrolle. (Wissenschaft, 26.03.2026 - 14:27) weiterlesen...

Merz und Grüne zoffen sich über Gewalt gegen Frauen. Es geht um das Thema Gewalt gegen Frauen im Internet. In der Regierungsbefragung des Bundestags gerät der Kanzler mit zwei Grünen-Abgeordneten aneinander. (Politik, 25.03.2026 - 16:50) weiterlesen...

Neue KI-Programme bei Kindern im Kommen - mit Risiken. Immer beliebter werden auch Anwendungen, mit denen man sich per Texteingabe quasi unterhalten kann. Experten dringen auf Schutzregeln. Viele Jungen und Mädchen hängen lange am Smartphone. (Unterhaltung, 24.03.2026 - 13:44) weiterlesen...

E-Mail-Konten bleiben für Hacker das leichteste Ziel 123456 als Passwort? Viele schützen ihr E-Mail-Konto schlechter als ihr Bankkonto – und riskieren damit den Totalverlust ihrer digitalen Identität. (Wissenschaft, 24.03.2026 - 11:30) weiterlesen...