Menopause, DDG

Menopause: DDG empfiehlt Frauen in der Lebensmitte einen Stoffwechsel-Check

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 17:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hormonelle Umstellungen können Stoffwechselrisiken erhöhen; die DDG rÀt zur Kontrolle wichtiger Blut-, Leber- und Körperwerte.
Eine Schale mit frischem GemĂŒse und Vollkornprodukten auf einem Holztisch als Symbol fĂŒr gesunde ErnĂ€hrung und Stoffwechsel. Illustration mit AI erstellt.

Hormonelle VerĂ€nderungen in der Lebensmitte beeinflussen den weiblichen Körper tiefgreifend, insbesondere mit Blick auf die Körperzusammensetzung und das metabolische Risiko. Mitte Oktober 2026 thematisierte die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) den Zusammenhang zwischen hormonellen Umstellungen, jahreszeitlichen EinflĂŒssen auf das ErnĂ€hrungsverhalten und den Gefahren fĂŒr den Stoffwechsel.

Die Fachgesellschaft empfiehlt Frauen in der Lebensmitte daher einen strukturierten medizinischen Stoffwechsel-Check, um gesundheitliche Folgewirkungen frĂŒhzeitig zu erkennen.

Steigende Risiken durch verÀnderte Fettverteilung

WĂ€hrend der Perimenopause fĂŒhrt das Absinken des Östrogenspiegels hĂ€ufig zu einer Zunahme von Bauchfett sowie zu einer verminderten Insulinempfindlichkeit. Wie Prof. Julia Szendrödi fĂŒr die DDG erlĂ€uterte, begĂŒnstigen diese Prozesse eine Insulinresistenz sowie steigende Blutfett- und Blutdruckwerte.

In der Folge erhöht sich das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Lebererkrankungen. Nach Angaben der DDG wird in Deutschland bereits fast jeder zehnte Mensch wegen einer Fettleber behandelt.

Internationale Untersuchungen belegen zudem ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei einem vorzeitigen Einsetzen der Menopause: Betroffene Frauen, deren Menopause vor dem 45. Lebensjahr eintritt, weisen laut von Szendrödi angefĂŒhrten Studien ein um rund 30 Prozent höheres Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes auf.

Anzeige

Wer seine Gesundheit in der Lebensmitte proaktiv schĂŒtzen möchte, sollte die Bedeutung seiner Blutwerte genau kennen. Dieser kostenlose 25-seitige Report erklĂ€rt verstĂ€ndlich, welche Werte wirklich wichtig sind und wie man VitalstoffmĂ€ngel frĂŒhzeitig erkennt. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen

VerĂ€nderungen der Insulinwirkung setzen oft bereits ein, bevor klassische Marker wie Cholesterinwerte oder der Blutdruck auffĂ€llig werden. Besondere Vorsicht gilt fĂŒr Frauen mit bestehendem Übergewicht, familiĂ€rer Vorbelastung oder einem frĂŒheren Schwangerschaftsdiabetes.

Die Verlagerung des Fettgewebes wird auch durch internationale Fachgesellschaften gestĂŒtzt: So steigt der Anteil des viszeralen Fetts nach Angaben der Britischen Menopause-Gesellschaft nach der Menopause von zuvor 5 bis 8 Prozent auf bis zu 15 Prozent an.

Dr. Carlos Blanco-Soler von Hospiten Roca hielt fest, dass mindestens 50 Prozent der Frauen in der Menopause an Gewicht zulegen, hÀufig im Umfang von 7 bis 10 Prozent, begleitet von einem Verlust an fettfreier Masse.

Empfohlene Parameter fĂŒr die Vorsorge

Um Stoffwechselentgleisungen rechtzeitig zu erkennen, rÀt die DDG Frauen in der Lebensmitte zu einer gezielten Àrztlichen Bestandsaufnahme. Zu den Parametern, die im Rahmen dieses Stoffwechsel-Checks kontrolliert werden sollten, gehören:

  • NĂŒchternglukose und der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c)
  • Blutdruckwerte
  • Blutfettwerte
  • Körpergewicht und Taillenumfang
  • Leberwerte

Auch der allgemeine Energiebedarf verĂ€ndert sich mit dem Alter. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung beziffert den Grundumsatz bei Frauen ab dem 51. Lebensjahr auf 1.220 Kilokalorien und ab dem 65. Lebensjahr auf 1.180 Kilokalorien.

Gleichzeitig verlĂ€uft der Knochenabbau in den fÜnf Jahren vor sowie den fÜnf Jahren nach der Menopause am stĂ€rksten, weshalb eine mediterrane ErnĂ€hrung sowie eine gezielte Zufuhr von Calcium und Vitamin-D-PrĂ€paraten empfohlen werden.

Anzeige

Da hormonelle VerĂ€nderungen den Stoffwechsel und die Insulinempfindlichkeit beeinflussen, suchen viele nach natĂŒrlichen Wegen zur UnterstĂŒtzung. Erfahren Sie in diesem Gratis-E-Book, wie Sie mit einfachen 3-Minuten-Übungen Ihre Blutzuckerwerte im Alltag positiv beeinflussen können. 7 einfache Übungen zur Blutzuckersenkung hier anfordern

Besondere Herausforderungen bei Diabetes

FĂŒr Frauen, die bereits an Diabetes erkrankt sind, bringen die Wechseljahre zusĂ€tzliche Herausforderungen mit sich. Prof. Susanne Reger-Tan vom Herz- und Diabeteszentrum NRW wies im Rahmen der DDG-Veröffentlichung darauf hin, dass sich bei Typ-1-Diabetes der Insulinbedarf in den Wechseljahren spĂŒrbar verĂ€ndere.

Zudem seien Hitzewallungen und Episoden von Unterzuckerung symptomatisch schwer voneinander zu unterscheiden. Betroffenen wird daher zu einer engmaschigeren Blutzuckermessung geraten.

Die hormonellen und metabolischen Aspekte sowie therapeutische AnsÀtze stehen auch im Mittelpunkt der DDG Herbsttagung, die vom 13. bis 14. November 2026 in Dresden stattfindet.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70394590 |