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Menschenhandel: 300.000 Menschen in Online-Scam-Komplexen versklavt

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 13:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IOM meldet massive Zunahme von Menschenhandel in Online-Betrugsnetzwerken. Rund 300.000 Menschen sind betroffen, der Schaden erreicht Milliardenhöhe.

IOM warnt: 300.000 Menschen in Scam-Zentren ausgebeutet
Ein verlassener Raum mit Schreibtischen und Computerbildschirmen in einem kargen, industriellen Komplex. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat auf eine alarmierende Zunahme von Menschenhandel im Zusammenhang mit organisierten Online-Betrugsoperationen hingewiesen. Hunderttausende Menschen werden Berichten zufolge weltweit in sogenannte Scam-Komplexe verschleppt, um dort unter Zwang kriminelle Aktivitäten im Internet durchzuführen.

Die betroffenen Personen werden laut IOM-Angaben häufig durch gefälschte Stellenanzeigen angelockt, die attraktive Arbeitsbedingungen versprechen. Vor Ort sähen sie sich jedoch einer Realität aus Gewalt, massiven Drohungen und Schuldknechtschaft gegenüber.

Die organisierte Kriminalität nutze diese Methoden gezielt, um die Opfer zur Arbeit in den Online-Zentren zu pressen. Überlebende berichten von drastischen Zuständen in den Komplexen, die von Hunger und Folter bis hin zu sexueller Gewalt reichen.

Industrieller Maßstab der Ausbeutung

Nach Einschätzung des UN-Menschenrechtsbüros haben diese Scam-Farmen, insbesondere in Südostasien, mittlerweile einen industriellen Maßstab erreicht. Einige Standorte seien so groß, dass sie tausende Arbeiter gleichzeitig beherbergen. Den vorliegenden Daten zufolge werden aktuell rund 300.000 Menschen aus über 80 verschiedenen Ländern in solchen Einrichtungen ausgebeutet.

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Die Generaldirektorin der IOM, Amy Pope, wies in diesem Zusammenhang auf ein systemisches Problem bei der Identifizierung der Betroffenen hin. Überlebende dieser Form der Zwangsarbeit würden von den Behörden oft als Kriminelle behandelt und strafrechtlich verfolgt, anstatt als Opfer von Menschenhandel anerkannt zu werden. Pope forderte einen Paradigmenwechsel: Die Betroffenen müssten Schutz und Unterstützung erhalten, statt als Täter eingestuft zu werden.

Wirtschaftliche Dimension und Gegenmaßnahmen

Die finanziellen Auswirkungen dieser kriminellen Netzwerke sind erheblich. Schätzungen des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechenskontrolle (UNODC) zufolge haben Scam-Netzwerke in Ost- und Südostasien sowie in Australien und Neuseeland allein im Jahr 2025 Beträge zwischen 88 Milliarden US-Dollar und 114 Milliarden US-Dollar erbeutet.

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Um der fortschreitenden Krise zu begegnen, hat die IOM eine neue Regionalstrategie für den Asien-Pazifik-Raum gestartet, die bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden soll. Die Organisation verwies zudem auf ihre bisherigen Erfolge bei der Opferhilfe: Seit 2022 hat die IOM mehr als 3.500 Menschen aus 39 verschiedenen Ländern unterstützt, die aus solchen Ausbeutungsverhältnissen gerettet werden konnten.

Die neue Strategie soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken, um die Rekrutierungswege der organisierten Kriminalität zu unterbrechen und den Schutzstatus der Opfer international zu festigen.

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