Menstruationsschmerzen: TCM-Anleitungen empfehlen Massage über drei Monate
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deFachpublikationen zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beschreiben detaillierte manuelle Verfahren zur Linderung weitverbreiteter Beschwerden. Im Fokus stehen dabei strukturierte Tuina-Massagegriffe sowie gezielte Akupunkturpunkt-Stimulationen, die insbesondere bei Menstruationsschmerzen sowie zur Begleittherapie und Vorbeugung von Erkältungskrankheiten zum Einsatz kommen.
Die Techniken beruhen auf der gezielten Aktivierung von Meridianen und Leitbahnen, um Blockaden zu lösen und die Zirkulation von Qi und Blut zu fördern.
Gezielte Behandlungsabläufe bei Dysmenorrhoe
Für die Behandlung von schmerzhaften Regelblutungen sehen therapeutische Anleitungen eine zweistufige Vorgehensweise vor. Zunächst werden in Bauchlage der Lenden- und Kreuzbeinbereich geknetet und gedrückt. Daran schließt sich eine jeweils 3 Minuten lange Punktmassage des Ashi-Punkts sowie der Punkte Shenshu und Yaoyangguan an.
In der anschließenden Rückenlage wird der Bauch im Uhrzeigersinn gerieben, gefolgt von einer jeweils 2 Minuten dauernden Knetung der Punkte Qihai, Guanyuan und Zhongji. Bei einem Kältegefühl im Unterleib wird geraten, die Hände vor dem Auflegen warmzureiben.
Fachlich wird zudem nach Konstitutionstypen differenziert:
* Fülle-Typ: Ergänzende Bearbeitung der Punkte Hegu, Xuehai, Sanyinjiao und Taichong.
* Leere-Typ: Zusätzliche Massage von Zusanli, Sanyinjiao, Taixi sowie Yongquan, wobei Yongquan bis zur spürbaren Wärmeentwicklung gerieben wird.
Als Anwendungszyklus gilt die Empfehlung, jeweils 1 Woche vor Beginn der Periode mit täglichen Behandlungen zu starten und dieses Vorgehen über 3 aufeinanderfolgende Monate fortzuführen. In Leitlinien gelten Xuehai und Ciliao, welcher gegenüber dem 2. Sakralforamen liegt, als zentrale Hauptpunkte bei Dysmenorrhoe.
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Während der eigentlichen Blutung gewinnt zudem der Punkt Jian Shi (PC-5), der 3 Cun über der Handgelenksfalte verortet ist, an Bedeutung bei Schmerzen und Gerinnseln, da Nadelungen im Bauchbereich während der Menstruation kontraindiziert sind.
Manuelle Ansätze bei Erkältungen und Wind-Kälte-Mustern
Bei Erkältungssymptomen, die nach TCM-Kriterien dem Syndrom einer die Körperoberfläche befallenden Wind-Kälte mit Frösteln und Gliederschmerzen zugeordnet werden, setzen Behandler auf wärmende und harmonisierende Punkte. Kreisende Tuina-Manöver werden dabei üblicherweise unter Verwendung von etwas Talkumpuder ausgeführt.
Zur Vorgehensweise gehören:
* Das 10–15 Minuten lange Kneten des Weifeng-Punkts in der mittigen Vertiefung der Handrücken-Handgelenksfalte mit dem Daumen.
* Die 10–15 Minuten dauernde Knetung des Punkts Wailaogong, der zwischen dem 2. und 3. Mittelhandknochen rund 0, 5 Cun hinter dem Fingergrundgelenk liegt und Kälte im sogenannten unteren Jiao lindern soll.
* Die jeweils 10–15 Minuten lange tonisierende oder sedierende Behandlung entlang der Dickdarm-Meridianlinie an der Außenseite des Zeigefingers sowie der Milz-Meridianlinie an der Außenseite des Daumens zur Regulierung von Qi, Blut und Verdauung.
* Begleitende sanfte Akupressur an den Punkten Fengchi und Hegu.
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Zur Vorbeugung wird bei schwacher Immunität eine tägliche Massage morgens und abends angeraten. Diese umfasst das Reiben des Yingxiang-Punkts an den Nasenflügeln, ein 100–200-maliges Reiben des Dazhui-Punkts unter dem 7. Halswirbel, das Drücken von Fengchi etwa zwei Fingerbreit hinter dem Ohr sowie das Kneten des Jianjing-Punkts im Schulter-Nacken-Zentrum.
Medizinische Einordnung und Sicherheitsvorgaben
Die Relevanz dieser Methoden spiegelt sich auch in offiziellen Richtlinien wider: Die Nationale Verwaltung für TCM Chinas führt in ihrem Katalog von 25 Erkrankungen für Akupunktur-, Tuina- und Gua-Sha-Techniken in der Grundversorgung unter anderem Erkältungskopfschmerz, akute Halsschmerzen sowie Dysmenorrhoe auf und integriert entsprechende Schulungen.
Gleichzeitig verlangen manuelle Reizungen eine präzise Beachtung von Sicherheitsregeln. Fachleute weisen darauf hin, dass sich die Lokalisation nicht ausschließlich am stärksten Schmerzpunkt orientieren darf und der Druck spürbar, aber jederzeit erträglich bleiben muss. Empfindliche Zonen wie Vorderhals, Augenhöhlen, Achseln, Leisten, Dornfortsätze sowie akut verletzte Hautareale sind auszusparen.
Besondere Vorsicht gilt bei Schwangeren: Der Punkt Sanyinjiao ist für Nadelungen absolut kontraindiziert, während Jianjing in der Schwangerschaft verboten ist und generell nicht tief genadelt werden darf. Zudem sollten ältere Personen sowie Menschen unter Antikoagulanzientherapie manuelle Akupressurtechniken nur zurückhaltend und nach fachlicher Absprache anwenden.
