Mercedes-Benz und NVIDIA: Urbane Navigation soll 2026 in Deutschland starten
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deMercedes-Benz und NVIDIA bauen ihre strategische Kooperation für die nächste Generation automatisierter Fahrsysteme aus. Die Zusammenarbeit bündelt die Fahrzeugentwicklungs- und Sicherheitskompetenz des Stuttgarter Automobilkonzerns mit den Rechen- und KI-Technologien des US-Chipherstellers.
Als verbindendes Element fungiert das konzerneigene Betriebssystem MB.OS, das künftige Fahrfunktionen steuert und Software-Updates per Mobilfunkverbindung unterstützt.
Architektur aus Rechenleistung und doppelter Software-Absicherung
Das technische Fundament der erweiterten Plattform stützt sich auf MB.OS in Kombination mit der Rechen- und Sensorarchitektur NVIDIA Hyperion. Bei diesem Ansatz laufen Daten von Kameras und Lidar-Sensoren an einem zentralen Fahrzeugrechner zusammen. Wie Ali Kani, Vice President Automotive bei NVIDIA, darlegte, bildet diese Hyperion-Architektur die Basis der gemeinsamen Entwicklungsarbeit.
Auf der Softwareseite kommt der sogenannte Alpamayo Stack zum Einsatz, der als Gesamtsystem über integrierte KI-Reasoning-Funktionen verfügt. Dieses Paket deckt urbane Punkt-zu-Punkt-Assistenzsysteme, aktive Sicherheitsfunktionen und automatisiertes Parken ab. Um funktionale Ausfallsicherheit zu gewährleisten, wird die Architektur durch NVIDIA Halos ergänzt. Dieses System fungiert als zweiter, redundanter Sicherheits-Software-Stack.
Mercedes-CTO Jörg Burzer bezeichnete NVIDIA als den wichtigsten strategischen Partner des Konzerns im Bereich des automatisierten Fahrens. Gemeinsam habe man das erste urbane Point-to-Point-Assistenzsystem für westliche Märkte entwickelt. Mercedes-Benz plant, eine entsprechende urbane Navigation bis Ende 2026 in ausgewählten deutschen Städten bereitzustellen.
Skalierung von Assistenzsystemen bis zu Level 4
Die Partner zielen auf die Weiterentwicklung moderner Fahrassistenz bis hin zu vollautomatisierten Systemen nach SAE-Level 4, einschließlich fahrerloser Robolimousinen.
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Erste Bausteine dieser Technologie sind bereits im Einsatz: Das System MB.Drive Assist Pro nach Level 2 basiert auf NVIDIA DRIVE AV und nutzt rund 30 Sensoren – darunter zehn Kameras und fünf Radare – bei einer Rechenleistung von bis zu 508 TOPS. Für den US-Markt ist das System für später im Jahr 2026 zu einem Preis von 3.950 US-Dollar für eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen.
Zudem ist die neue S-Klasse auf Basis der NVIDIA-Hardware für Level-4-Funktionen vorbereitet. Parallel dazu entsteht in Kooperation mit NVIDIA und Uber eine Robotaxi-Plattform, deren erste Testfahrzeuge auf öffentlichen Straßen in Abu Dhabi für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen sind.
Konkrete Angaben zu weiteren Serienmodellen, dem genauen Produktionsstart, Projektlaufzeiten, Kosten oder behördlichen Genehmigungen machten die Unternehmen bislang nicht.
Vernetzung in Entwicklung und Produktion
Über das Fahrzeug hinaus greift Mercedes-Benz bei der Simulation in der Produktentwicklung sowie im weltweiten Produktionsnetzwerk auf NVIDIA-Technologie zurück. Die Simulationslösungen sind in das digitale Fertigungsökosystem MO360 eingebunden, das rund 30 Produktionsstandorte auf vier Kontinenten umfasst.
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Der Stuttgarter Konzern, der rund 164.000 Mitarbeiter beschäftigt und im Jahr 2025 über 2,1 Millionen Pkw und Vans absetzte, forciert damit den Übergang zum Software-definierten Fahrzeug.
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