Meta-Prozess: 29 US-Staaten fordern 1,4 Billionen Dollar Schadensersatz
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 10:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Bundesgericht in Oakland, Kalifornien, hat ein richtungsweisender Prozess gegen den Technologiekonzern Meta begonnen. Das Unternehmen wird von 29 US-Bundesstaaten beschuldigt, mit seinen Plattformen Instagram und Facebook gezielt die Suchtgefahr für Minderjährige gefördert zu haben. Die Kläger fordern eine Entschädigungssumme in einer Gesamthöhe von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar.
Massive Forderungen und Vorwürfe der Täuschung
Die im Raum stehende Forderung nähert sich der aktuellen Marktkapitalisierung von Meta an, die zuletzt mit rund 1,5 Billionen US-Dollar bewertet wurde. Insbesondere die Bundesstaaten Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey treiben die Klage voran und fordern Strafzahlungen in Billionenhöhe. Den Kern der Vorwürfe bilden die bewusste Implementierung suchterzeugender Funktionen sowie eine Täuschung der Öffentlichkeit über die tatsächlichen Risiken für junge Nutzer. Zudem werfen die Kläger dem Konzern Verstöße gegen den Children's Online Privacy Protection Act (COPPA) vor.
Die Klägerseite strebt neben finanziellen Entschädigungen umfassende strukturelle Änderungen an. Gefordert werden unter anderem striktere Altersbeschränkungen, ein Ende von Mechanismen wie dem Endlos-Scrollen sowie die Löschung von KI-Modellen, die unter Verwendung von Daten minderjähriger Nutzer entwickelt wurden.
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Zeitplan des Verfahrens und prominente Zeugen
Nachdem am 12. August mit der Auswahl der Geschworenen begonnen wurde, sind die Eröffnungsplädoyers für den 18. August angesetzt. Das gesamte Verfahren soll voraussichtlich eine Dauer von sieben Wochen umfassen. Ein Urteil der Jury wird für Anfang Oktober erwartet.
Im Zuge der Beweisaufnahme sollen hochrangige Vertreter des Konzerns aussagen. Die Anhörung von Meta-Gründer Mark Zuckerberg ist für Ende September geplant. Ebenfalls als Zeuge vorgesehen ist Adam Mosseri, der das operative Geschäft von Instagram leitet.
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Rechtlicher Hintergrund und bisherige Vergleiche
Die Grundlage für die juristische Auseinandersetzung bilden unter anderem die sogenannten Facebook Files, die durch die Whistleblowerin Frances Haugen im Jahr 2021 veröffentlicht wurden. Diese Dokumente legten nahe, dass der Konzern über die psychischen Belastungen informiert war, die seine Dienste bei Jugendlichen auslösen können.
Meta hat die Vorwürfe am 12. August zurückgewiesen und verwies auf umfangreiche Investitionen in den Jugendschutz und die Sicherheit minderjähriger Nutzer. Dennoch stand der Konzern bereits zuvor wegen ähnlicher Vorwürfe unter Druck. So leistete das Unternehmen eine Zahlung von 27 Millionen US-Dollar an einen Schulbezirk im Bundesstaat Kentucky. In einem weiteren Verfahren im Bundesstaat New Mexico wurde Meta dazu verurteilt, 567 Millionen US-Dollar in einen Fonds für psychische Gesundheit einzuzahlen.
