Meta, Cambridge Analytica

Meta soll in New Mexico 25 Milliarden Dollar zahlen

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 21:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Gericht in New Mexico verhängt wegen irreführender Angaben zu Datenschutz und Meinungsfreiheit eine außergewöhnlich hohe Strafe gegen den Facebook-Konzern. Meta kündigt an, die Entscheidung anzufechten und stellt die weitere Tätigkeit im Bundesstaat infrage.

New Mexico setzt auf Milliardenstrafe

  • Eine Jury sah Facebook-Nutzer bei Datenschutz und Redefreiheit getäuscht.
  • Der Richter berechnete zunächst knapp 219,5 Milliarden Dollar und setzte dann 25 Milliarden fest.
  • Meta will gegen die Entscheidung im Berufungsverfahren vorgehen.
Der Datenschutz-Skandal um Cambridge Analytica wirkt für den Facebook-Konzern immer noch nach. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa

Meta soll in New Mexico 25 Milliarden Dollar zahlen

Der Facebook-Konzern Meta soll wegen des Jahre zurückliegenden Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen. Zuvor hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico entschieden, dass Facebook-Nutzer mit Blick auf Datenschutz und Redefreiheit in die Irre geführt wurden.

Richter reduziert zunächst berechneten Betrag

Der Richter berechnete in seiner Entscheidung zunächst einen Strafbetrag von knapp 219,5 Milliarden Dollar, reduzierte ihn dann aber im selben Satz auf 25 Milliarden Dollar, umgerechnet 22,25 Milliarden Euro. Pro Verstoß war eine Strafe von bis zu 5.000 Dollar vorgesehen; nach den Feststellungen wurden Millionen Verstöße zugrunde gelegt.

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Meta kündigt Berufung an

Meta zeigte sich in einer ersten Reaktion überzeugt davon, sich im Berufungsverfahren durchsetzen zu können. Die Entscheidung und die Vorgehensweise des Generalstaatsanwalts von New Mexico, der die Klage eingereicht hatte, machten es nach Darstellung des Konzerns „so gut wie unmöglich“, weiter in dem Bundesstaat tätig zu sein.

Meta hatte bereits nach dem Urteil der Geschworenen vor einigen Wochen erklärt, mit der Entscheidung nicht einverstanden zu sein und sich weiter gegen die Vorwürfe zu verteidigen.

Cambridge Analytica betraf 87 Millionen Konten

Der Skandal um Cambridge Analytica erschütterte 2018 das Vertrauen in den Facebook-Konzern. Informationen aus einer harmlos erscheinenden Umfrage eines Datenforschers wurden zur Erstellung von Nutzerprofilen verwendet und mit der Analysefirma Cambridge Analytica geteilt.

Auch das Team des damaligen Kandidaten Donald Trump griff vor der US-Präsidentenwahl 2016 darauf zurück. Insgesamt waren rund 87 Millionen Nutzer-Accounts betroffen. Meta zahlte unter anderem rund sechs Milliarden Dollar an die US-Regierung, um Ermittlungen zu dem Fall beizulegen.

New Mexico klagte seit 2021

Im Nachgang des Skandals zog New Mexico 2021 mit einer Klage vor Gericht. Zusätzlich zu den Datenschutzvorwürfen ging es um die Meinungsfreiheit auf der Plattform und um den Vorwurf, Nutzer seien über den Umgang mit Inhalten getäuscht worden.

Auslöser waren Enthüllungen im Zuge der Aufarbeitung des Falls. Unter anderem hieß es in einem Whistleblower-Bericht, dass einige prominente Accounts heimlich von Regeln zu erlaubten Inhalten ausgenommen worden seien.

Das Urteil aus New Mexico fällt in eine längere Reihe von Verfahren, in denen Meta für den Umgang mit Nutzerdaten und den Schutz von Anwendern zur Verantwortung gezogen wird. Im Zentrum des aktuellen Falls steht nicht nur die Weitergabe von Informationen an Cambridge Analytica, sondern auch der Vorwurf, Facebook habe Nutzer über Datenschutz, Zugriffsrechte und interne Regeln zur Moderation getäuscht.

Hohe Summe durch Einzelverstöße

Die außergewöhnliche Höhe der Strafe erklärt sich durch die Zahl der zugrunde gelegten Verstöße. Nach dem im Fall geltenden Recht kann jeder einzelne Verstoß mit bis zu 5.000 Dollar geahndet werden. Werden Millionen irreführend angesprochener Nutzer oder Aussagen jeweils einzeln bewertet, summiert sich die Sanktion schnell auf Milliardenbeträge.

Für Meta ist das Urteil deshalb auch wirtschaftlich und strategisch relevant. Der Konzern kündigte ein Berufungsverfahren an und stellte zugleich infrage, ob ein weiterer Betrieb im Bundesstaat unter diesen Bedingungen möglich sei. Für Nutzer zeigt der Fall, dass Datenschutzversprechen, der Umgang mit Drittanbietern und Regeln für Inhalte nicht nur reputationspolitische Themen sind, sondern erhebliche rechtliche Folgen haben können.

Cambridge Analytica bleibt politisches Erbe

Der Skandal von 2018 betraf Daten von rund 87 Millionen Facebook-Konten und beschädigte das Vertrauen in soziale Netzwerke nachhaltig. Die Debatte über politische Werbung, personalisierte Profile und den Einfluss digitaler Plattformen auf Wahlen wirkt bis heute fort. Das Verfahren in New Mexico verbindet diese Datenschutzgeschichte mit der Frage, ob Plattformbetreiber ihre Nutzer über den tatsächlichen Schutz ihrer Daten und die Anwendung ihrer Regeln korrekt informieren.

Der nächste entscheidende Schritt ist nun das Berufungsverfahren. Dabei dürfte nicht nur die grundsätzliche Haftung eine Rolle spielen, sondern auch die Berechnung der Strafe und die Frage, wie einzelne Verstöße rechtlich abgegrenzt werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Verbrauchertäuschung - "Cambridge Analytica"-Skandal: Gericht verurteilt Meta zu 25 Milliarden Dollar Strafzahlung“ (21.10.2026)

Der Deutschlandfunk hebt das Urteil wegen Verbrauchertäuschung und den Zusammenhang mit den Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern hervor. Anders als die ausführlichere Darstellung bei n-tv steht die angekündigte Berufung im Vordergrund, während Details zur Zahl einzelner Verstöße offenbleiben.

n-tv: „Cambridge-Analytica-Skandal: Facebook-Mutter Meta zu 25 Milliarden Dollar Strafe verurteilt“ (21.10.2026)

n-tv ordnet die Strafe über die Zahl der festgestellten Verstöße und die gesetzliche Obergrenze pro Verstoß ein. Der Beitrag beschreibt zudem mögliche Folgen für Metas Tätigkeit in New Mexico und verweist auf ein weiteres Urteil gegen den Konzern im Bundesstaat.

Beide Beiträge bestätigen das Strafmaß und den Zusammenhang mit Cambridge Analytica. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Während der Deutschlandfunk den Datenschutzskandal und die Berufung knapp zusammenfasst, legt n-tv den Schwerpunkt auf Berechnung, Folgen und weitere Verfahren.

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