Meta soll wegen Cambridge Analytica 25 Milliarden zahlen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 20:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNew Mexico setzt Milliardenstrafe gegen Meta fest
- Geschworene sahen Facebook-Nutzer bei Datenschutz und Redefreiheit in die Irre geführt.
- Der Richter nannte zunächst knapp 219,5 Milliarden Dollar und setzte den Betrag anschließend auf 25 Milliarden Dollar herab.
- Die Vorwürfe beziehen sich auf Millionen Verstöße mit einer vorgesehenen Einzelstrafe von bis zu 5.000 Dollar.
Meta soll 25 Milliarden Dollar zahlen
Der Facebook-Konzern Meta soll wegen des Jahre zurückliegenden Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen. Zuvor hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico entschieden, dass Nutzer mit Blick auf Datenschutz und Redefreiheit von Facebook in die Irre geführt wurden.
Richter reduziert zunächst genannten Betrag
Der Richter berechnete in seiner Entscheidung zunächst einen Strafbetrag von knapp 219,5 Milliarden Dollar. Im selben Satz reduzierte er ihn jedoch auf 25 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 22,25 Milliarden Euro.
Pro Verstoß war eine Strafe von bis zu 5.000 Dollar vorgesehen. Die Geschworenen stellten Millionen Verstöße fest, die sich nach der Rechnung des Richters zu der Milliardenstrafe addierten.
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Meta kündigt weitere Verteidigung an
Von Meta gab es zunächst keine Reaktion auf die Entscheidung. Nach dem Urteil der Geschworenen vor einigen Wochen hatte der Konzern betont, mit deren Entscheidung nicht einverstanden zu sein und sich weiter gegen die Vorwürfe verteidigen zu wollen.
Cambridge Analytica betraf 87 Millionen Konten
Der Skandal um Cambridge Analytica beschädigte 2018 das Vertrauen in den Facebook-Konzern nachhaltig. Informationen aus einer zunächst harmlos wirkenden Umfrage eines Datenforschers wurden zur Erstellung von Nutzerprofilen verwendet und mit der Analysefirma Cambridge Analytica geteilt.
Auch das Team des damaligen Kandidaten Donald Trump griff vor der US-Präsidentenwahl 2016 darauf zurück. Insgesamt waren rund 87 Millionen Nutzerkonten betroffen. Meta zahlte unter anderem rund sechs Milliarden Dollar an die US-Regierung, um Ermittlungen in diesem Zusammenhang beizulegen.
New Mexico klagte seit 2021
Im Nachgang des Skandals zog New Mexico 2021 vor Gericht. In dem Verfahren ging es zusätzlich um die Meinungsfreiheit auf der Plattform und um Vorwürfe, die durch die Aufarbeitung des Falls ausgelöst worden waren.
Unter anderem hieß es in einem Whistleblower-Bericht, dass einige prominente Konten von Regeln für zulässige Inhalte auf der Plattform heimlich ausgenommen worden seien.
Das Urteil fällt in eine lange Reihe rechtlicher und politischer Auseinandersetzungen über den Umgang großer Onlineplattformen mit persönlichen Daten. Der Cambridge-Analytica-Skandal machte 2018 sichtbar, dass Facebook-Daten nicht nur für Werbung, sondern auch für politische Profilbildung genutzt werden konnten.
Für Meta ist die Entscheidung besonders folgenreich, weil sie Datenschutz und Meinungsfreiheit in einem Verfahren verbindet. Der Fall zeigt damit, dass Plattformbetreiber nicht allein für technische Datenverarbeitung, sondern auch für die Transparenz ihrer Regeln und deren Anwendung haftbar gemacht werden können.
Hohe Summe mit offenem Ausgang
Die vom Richter genannte Summe beruht auf Millionen einzelner Verstöße und einer gesetzlichen Obergrenze von 5.000 Dollar pro Verstoß. Zugleich steht Meta die Möglichkeit offen, gegen die Entscheidung vorzugehen. Die tatsächliche finanzielle Belastung und die weiteren rechtlichen Folgen hängen deshalb vom Fortgang des Verfahrens ab.
Für Nutzer bedeutet der Fall, dass Angaben zu Datenschutz, Moderation und Ausnahmen für prominente Konten nicht nur reputationspolitische Fragen sind. Sie können auch Gegenstand staatlicher Klagen und erheblicher Sanktionen werden.
