Meta sperrt Claude und Codex: Konzern entwickelt eigenen Code-Assistenten
30.06.2026 - 13:09:00 | boerse-global.de
Der Facebook-Konzern schottet sich ab: Meta hat seinen Ingenieuren die Nutzung von KI-Entwicklungswerkzeugen der Rivalen Anthropic und OpenAI untersagt. Die Maßnahme betrifft vor allem die Abteilung für angewandte Künstliche Intelligenz.
Schutz vor Datenabfluss
Interne Mitteilungen, die Ende Juni 2026 kursieren, zeigen: Meta verschärft die Kontrolle über Tools wie Anthropics Claude Code und OpenAIs Codex. Die Führungsetage fürchtet, dass die Nutzung dieser Assistenten zur unbeabsichtigten Übernahme von Konkurrenz-Logik in Metas eigene Modelle führen könnte – insbesondere in die hauseigene Llama-Serie.
In den internen Rundschreiben heißt es, ein solcher Datenabfluss könne zu ernsthaften Verstimmungen mit Branchenpartnern führen. Die Richtlinie war seit Mai in Entwicklung, wurde aber im Juni deutlich verschärft. Ziel ist es, Metas KI-Entwicklung unabhängig und rechtlich einwandfrei zu halten – vor allem bei der Herkunft der Trainingsdaten.
Milliarden für die Eigenentwicklung
Um die Abhängigkeit von Drittanbietern zu reduzieren, investiert Meta 2026 Milliarden in die eigene KI-Infrastruktur. Ein zentrales Projekt ist MetaCode – ein proprietärer Code-Assistent, der als sichere Alternative zu den externen Tools dienen soll.
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Die Strategie der Autonomie kommt nicht von ungefähr. Erst in den vergangenen Monaten hatte Google Meta den Zugang zu seinen Gemini-KI-Modellen eingeschränkt – angeblich wegen fehlender Rechenkapazitäten. Diese Einschränkungen brachten mehrere interne Projekte ins Stocken. Meta setzt nun verstärkt auf das eigene Muse Spark-Modell und andere Eigenentwicklungen, um die Zeitpläne einzuhalten.
Branche schottet sich ab
Metas Schritt folgt einem Trend. Bereits früher hatten Apple, Samsung und Amazon die Nutzung von Tools wie ChatGPT oder GitHub Copilot eingeschränkt – aus Sorge um Sicherheit und geistiges Eigentum.
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Im Kern geht es um das sogenannte Model Distillation – das gezielte Abschöpfen von KI-Fähigkeiten durch massenhafte Abfragen. Branchenbeobachter verweisen auf jüngste Vorwürfe: Anthropic hatte öffentlich gemacht, dass externe Akteure zehntausende automatisierte Konten für Millionen von Abfragen nutzten, um die Fähigkeiten seines Modells zu kopieren. Mit den neuen Regeln reiht sich Meta in die wachsende Liste der KI-Entwickler ein, die ihre Trainingspipelines vor dem Einfluss konkurrierender Architekturen schützen wollen.
