Meta-Tool, MCI

Meta-Tool MCI: Konzern überwacht Mitarbeiter für KI-Training

30.05.2026 - 04:40:38 | boerse-global.de

Meta startet umfassende Mitarbeiterüberwachung für KI-Training. Datenschützer sehen massive Verstöße gegen die DSGVO durch die Erfassung von EU-Daten.

Meta-Tool MCI: Konzern überwacht Mitarbeiter für KI-Training - Foto: über boerse-global.de
Meta-Tool MCI: Konzern überwacht Mitarbeiter für KI-Training - Foto: über boerse-global.de

Der Facebook-Konzern Meta hat eine Software eingeführt, die das gesamte Computerverhalten der Belegschaft aufzeichnet – angeblich zum Training künstlicher Intelligenz. Datenschützer warnen vor massiven Verstößen gegen européisches Recht.

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Das MCI-Tool: Überwachung auf allen Kanälen

Im Mai 2026 startete Meta die Auslieferung des sogenannten MCI-Tools an seine US-Mitarbeiter. Die Software protokolliert nahezu jede Interaktion: Mausbewegungen, Klicks, Tastatureingaben und die Navigation durch über 200 verschiedene Websites und Anwendungen. Interne Analysen deuten darauf hin, dass das Programm sogar auf Zwischenablage-Inhalte und Code-Änderungen zugreift. Besonders brisant: Ein Teil der Daten soll unverschlüsselt gespeichert werden.

Am 20. Mai begann der Konzern zudem damit, Mitarbeiter gezielt in KI-Einheiten zu versetzen – ein Prozess, der vor allem die Reality-Labs-Sparte betraf. Wer sich gegen die Überwachung wehren wollte, hatte schlechte Karten: Vorgesetzte teilten den Betroffenen mit, dass Opt-out-Anträge abgelehnt würden.

Datenschutz-Alarm: Wenn US-Überwachung auf EU-Recht trifft

Das eigentliche Problem liegt im transatlantischen Datenfluss. Zwar richtet sich das Monitoring offiziell nur an US-Beschäftigte, doch die Software erfasst auch E-Mails, Chatnachrichten und andere Kommunikation, die internationale Kollegen an ihre amerikanischen Gegenüber senden.

Die Datenschutzorganisation NOYB schlägt Alarm: Schon die unbeabsichtigte Erfassung von EU-Beschäftigtendaten könnte gegen die DSGVO verstoßen. Besonders heikel ist die geplante Weiterverwendung für KI-Training. „Das verletzt den Grundsatz der Zweckbindung", so die Experten. Dieser verlangt, dass personenbezogene Daten nur für festgelegte, eindeutige Zwecke erhoben werden dürfen.

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Meta hat die irische Datenschutzkommission (DPC) über das Tool informiert – mit der Beteuerung, die Datensammlung diene nicht primär der Erfassung von EU-Daten. Das Unternehmen versichert zudem, die Informationen würden von individuellen Identitäten getrennt. Ein aktuelles EU-Urteil zeigt jedoch, wie tief der Graben zwischen US-amerikanischen und europäischen KI-Gesetzen bereits ist: Bestimmte Trainingsdaten-Praktiken sind nach DSGVO schlicht illegal, wenn die strengen Einwilligungsanforderungen nicht erfüllt werden.

Interner Aufstand und technische Pannen

Die Belegschaft reagiert mit heftigem Widerstand. In internen Foren vergleichen Mitarbeiter Meta mit einer „Fabrik zur Extraktion von Mitarbeiterdaten". Ein besonders kritischer Beitrag zum Thema wurde Berichten zufolge gelöscht.

Doch nicht nur Datenschutzbedenken treiben die Beschäftigten um. Einige klagen über massive technische Probleme: Der heimische Internetverbrauch sei explodiert, berichten Betroffene. Monatliche Datenkontingente seien innerhalb weniger Tage nach Aktivierung des Tools aufgebraucht gewesen.

Meta-Sprecher Dave Arnold wies die Vorwürfe zurück. Die Das Debatte zeigt jedoch, wie groß das rechtliche Risiko für Technologiekonzerne ist, die europäische Daten ohne die strengen EU-Einwilligungsstandards für KI-Entwicklung nutzen.

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