Methotrexat, Rheuma

Methotrexat bei Rheuma: Halbjährliche Bluttests ebenso sicher wie vierteljährliche

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 12:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Analyse mit 2.439 Rheumapatienten fand bei sechsmonatigen Laborabständen keine Nachteile für die Sicherheit.

Methotrexat bei Rheuma: Halbjährliche Blutkontrollen ebenso sicher
Leere Reagenzgläser in einem medizinischen Labor vor einem hellen Fenster. Illustration mit AI erstellt.

Patienten mit rheumatischen Erkrankungen unter einer Behandlung mit Methotrexat müssen sich regelmäßig Blutuntersuchungen unterziehen, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.

Eine am 22. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Arthritis Care Res (Hoboken) veröffentlichte retrospektive Kohortenanalyse von Simko S et al. zeigt nun, dass halbjährliche Kontrollintervalle ebenso sicher sind wie die bisher häufig praktizierten vierteljährlichen Überprüfungen.

Wie thieme.de in einem Bericht vom 02.10.2026 zusammenfasste, liefert die Untersuchung neue Argumente für eine Lockerung der engmaschigen Kontrollroutinen in der rheumatologischen Versorgung.

Umfangreiche Datenbasis aus rheumatologischen Ambulanzen

Für die Untersuchung wertete das Team um Simko S et al. Daten aus vier rheumatologischen Ambulanzen im US-Bundesstaat Texas aus. Der Analysezeitraum erstreckte sich von Januar 2017 bis Dezember 2025. Insgesamt flossen 14.199 Laboruntersuchungen von 2.439 erwachsenen Rheumapatienten in die Erhebung ein, die mit Methotrexat behandelt wurden.

Das mediane Alter der untersuchten Kohorte lag bei 59 Jahren, wobei 79 Prozent der Teilnehmenden Frauen waren. Bei den Krankheitsbildern handelte es sich in 15 Prozent der Fälle um entzündliche Arthritis, in 13 Prozent um rheumatoide Arthritis und in 11 Prozent um Psoriasis beziehungsweise Psoriasisarthritis.

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Methodischer Vergleich der Kontrollintervalle

Um den Einfluss der zeitlichen Abstände zu überprüfen, wandten Simko S et al. ein Propensity-Score-Matching an. Dabei verglichen die Forschenden Intervalle von rund drei Monaten (definiert als 45 bis 135 Tage) mit solchen von etwa sechs Monaten (135 bis 225 Tage).

Das Ergebnis zeigte, dass die Ausdehnung des Zeitraums auf ein halbes Jahr keine Nachteile für die Patientensicherheit mit sich brachte. Bei bestimmten Parametern ergaben sich sogar unerwartete Tendenzen: Für Erhöhungen der Alanin-Aminotransferase (ALT) sowie für makrozytäre Veränderungen schien das längere Intervall mit einem geringeren Risiko assoziiert zu sein.

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Historische Leitlinien auf dem Prüfstand

Die Resultate stellen die bisherigen Empfehlungen führender Fachgesellschaften infrage. Die Leitlinien des American College of Rheumatology (ACR) und der British Society for Rheumatology (BSR) sahen bislang vor, dass nach der Einleitungsphase alle 8 bis 12 Wochen und im weiteren Behandlungsverlauf mindestens alle 12 Wochen Laborkontrollen erfolgen sollten.

Wie Simko S et al. darlegen, stützten sich diese langjährigen Vorgaben lediglich auf zwei kleine prospektive Arbeiten aus den 1990er-Jahren, die lediglich 18 beziehungsweise 45 Patienten umfasst hatten.

Die neue Analyse (DOI: 10.1002/acr.80121) bietet auf Basis von mehreren tausend Behandlungsverläufen eine breitere empirische Grundlage, die darauf hindeutet, dass der Überwachungsaufwand für stabile Patienten im Praxisalltag künftig ohne Sicherheitsverlust reduziert werden könnte.

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de | wissenschaft | 70214666 |