Microsoft, Nutzer

Microsoft 365: 25.000 Nutzer melden Abrechnungspannen

25.06.2026 - 12:25:58 | boerse-global.de

Zahlreiche Abrechnungsfehler und ein Outlook-Bug belasten Microsoft-365-Nutzer. Die britische Wettbewerbsbehörde prüft zeitgleich die Marktmacht des Konzerns.

Microsoft 365: Abrechnungschaos und Bug-Serie belasten Kunden
Microsoft - Smartphone zeigt Microsoft 365-Abrechnungsfehler, unscharfer Kontoauszug im Hintergrund, symbolisiert Abo-Probleme. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Probleme mit Abrechnung und Abos bei Microsoft 365 häufen sich – und das ausgerechnet während einer britischen Wettbewerbsuntersuchung gegen den Software-Riesen.

Mehr als 25.000 Support-Anfragen allein von Privatnutzern belegen das Ausmaß: Immer wieder werden Kunden doppelt zur Kasse gebeten oder stoßen auf rätselhafte technische Hürden. Ein Nutzer berichtet von einer doppelten Abbuchung in Höhe von 84,99 Pfund – einmal am 6. Februar, ein zweites Mal am 28. April. Ein anderer Kunde entdeckte auf seiner Abrechnung eine zweimalige Belastung von 129 Dollar für ein Abo, das eigentlich bis zu fünf Geräte abdeckt.

Besonders ärgerlich: Selbst wenn das Geld vom Konto abgeht, wird der Zahlungseingang im Microsoft-Konto nicht immer verbucht. Ein Nutzer zahlte am 4. März 108,24 Dollar – sein Konto zeigte den Betrag nie an. Stattdessen erhielt er die Nachricht, dass im Juli eine neue Zahlung fällig sei.

Fehlermeldungen blockieren Geschäftskunden

Auch Unternehmen bleiben nicht verschont. Wer sich für den Microsoft 365 Business Basic-Tarif anmelden will, scheitert mitunter an Fehler 715-123280. Das Problem tritt browser- und netzwerkunabhängig auf – ein Wechsel des Programms oder Standorts hilft nicht. Microsoft rät Betroffenen, den offiziellen Support zu kontaktieren oder eine Rückbuchung bei der Bank zu veranlassen.

Wettbewerbshüter prüfen Microsofts Marktmacht

Die Abrechnungspannen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA untersucht seit Monaten, ob Microsoft mit seinen Geschäftspraktiken den Markt für Bürosoftware dominiert. Konkurrenten wie Google, Mozilla und Vivaldi sowie die Open Cloud Coalition werfen dem Konzern vor, durch aggressive Bündelung und Lizenzpolitik den Wettbewerb auszuhebeln.

Im Visier der Kritik: Die Integration von KI-Funktionen und die Vorinstallation bestimmter Dienste in der Microsoft-365-Suite. Das mache es Rivalen schwer, überhaupt Fuß zu fassen. Microsoft weist die Vorwürfe zurück und verweist auf starke Konkurrenz durch Google Workspace, LibreOffice, macOS und Linux.

Die CMA will ihren Entscheidungsvorschlag im Oktober 2026 vorlegen, das endgültige Urteil soll im Februar 2027 fallen.

Anzeige

Mehr als 25.000 Nutzer melden Abrechnungspannen bei Microsoft 365 – doppelte Abbuchungen und blockierte Anmeldungen sind keine Seltenheit. Mit diesem Leitfaden prüfen Sie Ihre Rechnung, beheben Fehler 715-123280 und vermeiden Outlook-Datenverlust. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Outlook-Bug und neue Teams-Funktion

Doch nicht nur bei der Abrechnung hakt es. Ein Update von Microsoft Outlook für macOS (Version 16.110) sorgt aktuell dafür, dass E-Mail-Antworten in Diskussionsfäden verschwinden. Betroffene sollten vorerst auf Version 16.109.3 zurückwechseln und die automatischen Updates deaktivieren, bis ein Patch bereitsteht.

Immerhin: Für Mitglieder des Microsoft 365 Insider-Programms gibt es eine neue Funktion. Seit dem 25. Juni können sie in Teams vor einem Meeting die Audioqualität testen – ein Schritt gegen die allseits bekannten Verbindungs- und Mikrofonprobleme.

Xbox Game Pass: Preissenkung nach Abwanderungswelle

Auch im Microsoft-Kosmos außerhalb von Office gibt es Bewegung. Der Xbox Game Pass hatte nach einer Preiserhöhung im Oktober 2025 Millionen Abonnenten verloren. Mit neuer Führung senkte Microsoft die Preise im April 2026 wieder. Zum Vergleich: 2024 zählte der Dienst rund 34 Millionen zahlende Mitglieder.

Erfolg gegen Cyberkriminelle

Anzeige

Der Outlook-Bug in macOS Version 16.110 löscht E-Mail-Antworten in Threads – ein echtes Risiko für Ihre Kommunikation. Erfahren Sie, wie Sie auf Version 16.109.3 zurückwechseln und automatische Updates deaktivieren, bis ein Patch bereitsteht. Outlook-Notfall-Plan jetzt sichern

Am 24. Juni gelang der Microsoft Digital Crimes Unit gemeinsam mit Europol ein Schlag gegen die Schadsoftware-Netzwerke StealC und Amadey. Mehr als 200 sogenannte Command-and-Control-Domains wurden lahmgelegt. Diese Infrastruktur diente dazu, gestohlene Zugangsdaten auf illegalen Märkten zu verkaufen.

Parallel dazu baut Microsoft die Datensicherheit für Unternehmen aus. Eine neue Partnerschaft mit Commvault bringt Backup- und Wiederherstellungsdienste direkt in die Azure-Cloud. Kunden können diese Leistungen auf ihre bestehenden Cloud-Ausgaben anrechnen lassen – ein wichtiger Schritt, denn viele Firmen nutzen bereits Drittanbieter-Lösungen, um die Lücken in den nativen Datenschutzfunktionen von Microsoft 365 zu schließen.

de | wissenschaft | 69622823 |