Microsoft 365: Document Foundation warnt vor Vendor Lock-in
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 08:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Organisation hinter LibreOffice sieht in proprietĂ€ren Formaten wie DOCX und XLSX eine wachsende Gefahr fĂŒr die digitale SouverĂ€nitĂ€t von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen.
Die Gefahr des Vendor Lock-in
Wer auf Microsoft 365 setzt, tut sich schwer mit einem spĂ€teren Wechsel. Das ist die Kernbotschaft der Stiftung, die am Sonntag eine formelle Warnung aussprach. ProprietĂ€re Formate fĂŒhrten immer wieder zu erheblichen Darstellungsproblemen, sobald Dokumente in alternativen Programmen geöffnet werden. Die Lösung aus Sicht der Experten: das OpenDocument-Format (ODF) als internationalen Standard etablieren. Nur so lieĂen sich DatenportabilitĂ€t und digitale UnabhĂ€ngigkeit langfristig sichern.
LibreOffice als Power-Query-Alternative
Bildungsinhalte vom heutigen Montag zeigen, wie leistungsfĂ€hig die Open-Source-Suite inzwischen ist. Konkret geht es um Datentransformationswerkzeuge, die auf ETL-Logik (Extract, Transform, Load) basieren. Damit lassen sich Datenmengen innerhalb von LibreOffice genauso verwalten und manipulieren wie mit Microsofts Power Query, das seit 2016 im Office-Ăkosystem verfĂŒgbar ist.
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Microsoft hat seine Datenfunktionen zwar jĂŒngst ausgebaut â etwa durch PDF-Import in Excel Web und die Integration des KI-Assistenten Grok fĂŒr automatisierte Formelgenerierung. Doch LibreOffice-BefĂŒrworter betonen: Open-Source-Tools punkten vor allem bei den Gesamtbetriebskosten und der Compliance.
Airbus zeigt, wie es geht â und wo es hakt
Der Trend zur Software-UnabhĂ€ngigkeit ist kein theoretisches Konstrukt. Der Luftfahrtkonzern Airbus treibt ihn gerade in die Praxis um: 900 Anwendungen wandern von Amazon Web Services (AWS) zur französischen Cloud Scaleway. Grund ist das gestiegene BedĂŒrfnis nach digitaler SouverĂ€nitĂ€t.
Doch die RealitĂ€t sieht komplizierter aus. Zwar verlagert Airbus seine Kernsysteme â fast alle seiner 18.000 Zulieferer arbeiten weiterhin im Microsoft-Universum. Die vollstĂ€ndige InteroperabilitĂ€t bleibt eine Herausforderung.
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Der lange Weg zur Formatfreiheit
FĂŒr viele FOSS-Veteranen (Free and Open Source Software) ist das kein neues Thema. Einige verfolgen den Wechsel zu Alternativen wie LibreOffice bereits seit der OpenOffice-Ăra um 2008 und dem anschlieĂenden Fork. Der Digital Markets Act der EU könnte diesen Prozess nun beschleunigen: Er verpflichtet groĂe Technologieanbieter zu mehr InteroperabilitĂ€t, um wettbewerbswidrige Lock-in-Effekte zu verhindern.
ODF als strategische Entscheidung
Die Document Foundation empfiehlt Organisationen, bei der Auswahl von BĂŒrosoftware vor allem auf DatenportabilitĂ€t und InteroperabilitĂ€t zu achten. WĂ€hrend Alternativen wie ONLYOFFICE (gegrĂŒndet 2012) weiterhin auf Office Open XML setzen, bleibt LibreOffice beim ODF-Standard. Das Ziel: konsistente Darstellung ĂŒber verschiedene Plattformen hinweg â ohne AbhĂ€ngigkeit von Abomodellen oder proprietĂ€ren Cloud-Schnittstellen.
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