Microsoft 365: KI-Offensive und Preissteigerung zum Juli
21.05.2026 - 07:37:32 | boerse-global.deDer Softwarekonzern treibt die Integration künstlicher Intelligenz in seine Produktivitätstools massiv voran, streicht aber gleichzeitig altbekannte Funktionen. Ab dem 1. Juli 2026 müssen Unternehmen tiefer in die Tasche greifen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem ein neues europäisches Bündnis eine echte Alternative auf den Markt bringen will.
Teams wird smarter – und verliert alte Funktionen
Im Mai 2026 hat Microsoft eine Reihe von Neuerungen für seine Kommunikationsplattform vorgestellt. Herzstück ist ein KI-gestützter Übersetzer, der nun neun Sprachen beherrscht und internationale Geschäftskommunikation erleichtern soll. Die verstärkte Nutzung von KI zeigt sich auch intern: Seit der Integration von „Agentic AI" in Word ist die Nutzerinteraktion mit den erweiterten Funktionen um 50 Prozent gestiegen.
Doch der Ausbau der KI-Funktionen hat seinen Preis. Microsoft stellt mehrere etablierte Dienste ein. Teams Live Events wird am 30. Juni 2026 eingestellt, am selben Tag verschwindet auch der „Together Mode". Bereits am 25. Mai 2026 wurde Outlook Lite vom Netz genommen, und Microsoft Publisher folgt am 1. Oktober 2026.
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Gleichzeitig baut Microsoft die Bedienung der Suite um. Für Outlook Web rollt der Konzern einen neuen „People Hub" aus – eine zentrale Kontaktverwaltung. Und Excel bekommt einen „Agent Mode": Die KI-gesteuerte Funktion soll komplexe Datenaufgaben automatisieren und die Bearbeitungszeit um rund 30 Prozent verkürzen.
Hardware als KI-Voraussetzung
Die Software-Entwicklung ist zunehmend an bestimmte Hardware gekoppelt. Am 19. Mai 2026 stellte Microsoft neue Surface Pro- und Surface Laptop-Modelle vor, die speziell für Geschäftskunden und KI-Beschleunigung ausgelegt sind. Sie nutzen Intel Core Ultra Series 3-Prozessoren und gelten als „Secured-Core PCs" für erhöhte Sicherheitsstandards.
Die kĂĽnftige Windows-Version 26H1 wird voraussichtlich zwingend eine Neural Processing Unit (NPU) mit 40 TOPS Rechenleistung, 16 GB RAM und 256 GB NVMe-Speicher voraussetzen. Wer also auf dem neuesten Stand bleiben will, muss investieren.
Die Hardware-Software-Synergie geht noch weiter: Seit dem 20. Mai 2026 gibt es ein Firmware-Update für kompatible Profi-Mäuse wie die Logitech MX Master 4. Sie können nun haptisches Feedback in Windows 11 auslösen – etwa beim Ausrichten von Objekten in PowerPoint oder beim Einrasten von Fenstern.
Preisschock zum Juli – und neue Konkurrenz aus Europa
Die Kosten für Microsoft 365 steigen. Nachdem der kostenlose Zugang zum KI-Assistenten Copilot am 15. April 2026 endete, folgt nun der nächste Schritt. Ab dem 1. Juli 2026 werden die Preise kräftig angehoben:
- Business Basic: Plus 16 Prozent, kĂĽnftig zwischen 6,50 und 7,00 Euro
- Business Standard: Plus 12 Prozent, auf etwa 13,00 bis 14,00 Euro
- E5-Top-Tier: Rund 56,00 Euro
Die Zeit für diesen Schritt könnte kaum ungünstiger sein. Ein Konsortium um IONOS und Nextcloud – mit dabei auch Proton – hat den Start von „Euro-Office" für den Sommer 2026 angekündigt. Die Suite basiert auf dem Open-Source-Projekt ONLYOFFICE und wird ausschließlich in europäischen Rechenzentren gehostet. Das soll die Einhaltung der DSGVO garantieren und Schutz vor dem US-Cloud-Act bieten.
Der öffentliche Sektor zeigt bereits Interesse: Das französische Bildungsministerium hat begonnen, 330.000 Mitarbeiter auf Nextcloud umzustellen – mit dem Ziel, langfristig 1,2 Millionen Nutzer zu migrieren.
ONLYOFFICE selbst hat Mitte Mai 2026 Version 9.4 seiner Docs und Desktop Editors veröffentlicht. Die Community-Edition ist nun ohne die bisherige 20-Nutzer-Begrenzung nutzbar, und die neue GNU AGPL v3.0-Lizenz macht die Software noch attraktiver. Hinzu kommen Neuerungen wie Dark Mode für Tabellen und erweiterte Präsentationsvorlagen.
Sicherheitslage: Angriffe auf Microsoft 365 nehmen zu
Die Umstellung auf neue Tools fällt in eine Zeit erhöhter Sicherheitsrisiken. Bereits Anfang Mai 2026 entdeckten Forscher eine Hacker-Kampagne namens „Storm-2949". Die Angreifer nutzten die Funktion zum Zurücksetzen von Passwörtern, um sich unbefugten Zugang zu Microsoft-365- und Azure-Umgebungen zu verschaffen.
Zudem wurde eine Zero-Day-Lücke namens „YellowKey" (CVE-2026-45585) bekannt, die es Angreifern ermöglicht, die BitLocker-Verschlüsselung zu umgehen.
Microsoft reagiert: Der Konzern stellt die SMS-Codes fĂĽr die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei privaten Konten ein. Nutzer sollen auf sicherere Methoden wie Passkeys, Windows Hello oder spezielle Authenticator-Apps umsteigen. Grund sind anhaltende SIM-Swapping-Angriffe, bei denen Kriminelle die Handynummer eines Opfers auf ihre eigene Karte ĂĽbertragen.
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Der Mai-2026-Patch-Day war einer der umfangreichsten: Microsoft schloss 137 SicherheitslĂĽcken, darunter 31 kritische. Besonders brisant: eine Schwachstelle in Outlook Web Access fĂĽr lokale Exchange-Server (CVE-2026-42897), die den Einsatz eines Notfall-Patches erforderte.
Ausblick: Wohin steuert der Markt?
Der Produktivitätsmarkt steht vor einem grundlegenden Wandel. Microsoft setzt voll auf KI-gestützte Workflows und moderne Hardware – und kappt gleichzeitig alte Zöpfe wie Publisher und Teams Live Events. Die Preissteigerung zum Juli wird zum Stresstest für die Kundentreue, besonders in Europa.
Denn während Microsoft mit neuer Surface-Hardware und KI-Tools weiter den Enterprise-Markt dominiert, wachsen die Alternativen rasant. LibreOffice hat am 21. Mai 2026 seine Version 6.2.4 veröffentlicht, eine große 26.2-Beta ist in der Testphase. Die Optionen für technisch versierte und kostenbewusste Organisationen werden vielfältiger.
Bleibt die Frage: Sind die Unternehmen bereit, für die KI-Zukunft von Microsoft deutlich mehr zu bezahlen – oder greifen sie zu den europäischen Alternativen, die Datenschutz und Souveränität versprechen? Die Antwort wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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