Microsoft 365: Prompt-Injection-Schutz ab September gegen KI-Phishing
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 02:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft rüstet sein 365-Ökosystem mit erweiterten KI-Sicherheitskonzepten und praktischen Kommunikations-Updates auf. Die Neuerungen betreffen Unternehmen in Deutschland direkt – von verbessertem Phishing-Schutz bis zu cleveren Übersetzungsfunktionen in Teams.
Zero Trust für KI: Neuer Leitfaden und erweiterte Prüfmechanismen
Am 4. August 2026 hat Microsoft seine Zero-Trust-für-KI-Initiative deutlich ausgeweitet. Neu im Programm: ein E-Book mit dem Titel „Zero Trust for AI" sowie spezielle Bewertungs-Checks, die Unternehmen bei der Absicherung ihrer KI-Agenten unterstützen sollen. Ergänzend wurde der Zero-Trust-Workshop um eine DevSecOps-Säule erweitert – das Regelwerk umfasst nun 15 Kontrollgruppen mit 91 konkreten Aufgaben zur Sicherung von Entwicklungsprozessen.
Für deutsche Unternehmen, die zunehmend KI-Lösungen in ihre Arbeitsabläufe integrieren, dürfte besonders der erweiterte Prüfrahmen interessant sein. Er bietet eine strukturierte Orientierung, wo Sicherheitslücken in der eigenen KI-Nutzung lauern könnten.
Defender-Upgrade: Schutz vor manipulierten E-Mails
Ein weiteres Sicherheits-Update betrifft Microsoft Defender for Office 365 Plan 2: Ab Anfang September 2026 erhalten Kunden den neuen Prompt-Injection-Schutz. Die Funktion, die seit Juli in der öffentlichen Vorschau verfügbar ist, erkennt manipulierte E-Mail-Inhalte, die KI-Systeme zu unerwünschten Aktionen verleiten sollen. Solche Angriffe werden künftig als Phishing mit hoher Vertrauensstufe eingestuft und blockiert.
Parallel dazu weitet Microsoft seine Data-Loss-Prevention-Funktionen (DLP) in Purview aus: Ab September sollen auch Nicht-Microsoft-Anwendungen in den Schutz einbezogen werden. Für Unternehmen, die mit sensiblen Kundendaten arbeiten und die DSGVO-Anforderungen erfüllen müssen, ist das eine wichtige Erweiterung.
Outlook: Signaturbilder direkt aus OneDrive
Für mobile Nutzer bringt der August eine praktische Neuerung: Outlook für Android und iOS unterstützt nun Bilder in E-Mail-Signaturen direkt aus dem OneDrive-Speicher. Die Funktion wird schrittweise ausgerollt und erspart den umständlichen Umweg über lokale Dateien.
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Teams: Mehr Sicherheit und persönliche Übersetzungen
Microsoft Teams erhält gleich mehrere Updates:
„Report a concern"-Funktion: Teilnehmer können während einer Besprechung direkt Phishing-Versuche, Identitätstäuschungen oder Betrugsmeldungen melden. Administratoren sehen diese Meldungen im Defender-Portal und im Teams Admin Center – ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Social Engineering.
Personalisierte Übersetzungen: Besprechungs-Zusammenfassungen (Recaps) können künftig in der jeweiligen Sprache des Teilnehmers angezeigt werden. Die Funktion wird voraussichtlich Mitte bis Ende August allgemein verfügbar sein – ein Gewinn für internationale Teams, die mit Partnern in unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiten.
Verwaltung: Zentralisierung bei Copilot und Power Platform
Microsoft bündelt zunehmend Verwaltungsaufgaben: Die Steuerung der Copilot-Connectors wandert Anfang August in das einheitliche Microsoft-365-Admin-Center. Bestehende Sicherheits- und Governance-Richtlinien bleiben davon unberührt.
Bis Ende August wird zudem die Funktion „Scheduled Prompts" in Copilot von der Kategorie „Optionale verbundene Erfahrungen" in „Microsoft-365-verbundene Erfahrungen" verschoben – eine Änderung, die für Administratoren relevante Auswirkungen auf die Datenverarbeitung haben kann.
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Bei der Power Platform steht der Abschluss der Continuous-Access-Evaluation (CAE) für Dataverse-Anmeldungen bevor. Bis zur Woche ab dem 10. August soll die Einführung abgeschlossen sein. Administratoren sollten ihre standortbasierten Conditional-Access-Richtlinien überprüfen, da sich die Zugriffsbewertung für interaktive Nutzer ändert.
SharePoint und Windows: Ausblick auf den Herbst
SharePoint arbeitet derzeit an der Verbesserung der Restricted Content Discovery (RCD). Bis Ende September sollen kürzlich von Nutzern aufgerufene Dateien auf entsprechend konfigurierten Websites nicht mehr in Copilot- oder Microsoft-365-Suchergebnissen auftauchen.
Für den Oktober kündigt Microsoft Windows 11 Version 26H2 an. Das Update kommt als schlankes Enablement-Paket von rund 174 Kilobyte und bietet Systemunterstützung bis Oktober 2028. Neu: Die Windows-Sicherung und Point-in-Time-Wiederherstellung werden standardmäßig aktiviert – eine sinnvolle Absicherung für alle, die regelmäßig Systemänderungen vornehmen.
