Microsoft, KI-Dienste

Microsoft: 90-Milliarden-Quartal durch KI-Dienste getrieben

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft meldet dank KI-Nachfrage Rekordumsatz und -gewinn. Azure und Copilot legen stark zu, trotz Rückgängen in anderen Sparten.

Microsoft übertrifft Erwartungen: KI-Boom treibt Rekordquartal an
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks, die Cloud-Computing und KI-Wachstum darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Microsoft hat am Dienstag seine Quartalszahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich – angetrieben durch die starke Nachfrage nach KI-Diensten.

Rekordzahlen im Geschäftsjahr 2026

Für das am 30. Juni 2026 endende Quartal meldete Microsoft einen Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden US-Dollar. Der verwässerte Gewinn pro Aktie lag nach GAAP-Standard bei 4,81 US-Dollar und damit deutlich über den von Analysten erwarteten 4,24 US-Dollar.

Im gesamten Geschäftsjahr 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von 331,8 Milliarden US-Dollar, ebenfalls ein Anstieg um 18 Prozent. Das operative Ergebnis belief sich auf 155,2 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn auf 133,7 Milliarden US-Dollar.

Cloud-Geschäft und KI als Wachstumstreiber

Die Microsoft-Cloud-Sparte, zu der Azure und weitere Dienste gehören, setzte im Quartal 59,3 Milliarden US-Dollar um – ein Zuwachs von 27 Prozent. Allein Azure legte um 43 Prozent zu und übertraf damit die Prognosen, die bei rund 40 Prozent gelegen hatten.

Besonders die generativen KI-Tools des Konzerns gewinnen an Fahrt. Microsoft 365 Copilot verzeichnete mehr als 30 Millionen bezahlte Nutzer – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 20 Millionen aus dem Vorquartal. GitHub Copilot übersprang die Marke von 50 Millionen Nutzern.

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Konzernchef Satya Nadella betonte, dass die hauseigenen KI-Modelle, unterstützt durch den Maia-200-Chip, Effizienzsteigerungen von bis zu 40 Prozent pro Watt ermöglichten. Finanzchefin Amy Hood erklärte intern, das Wachstum bei Azure und die Dynamik von Copilot zeigten, dass sich die strategischen Wetten auf Künstliche Intelligenz auszahlten.

Rekordinvestitionen in die Infrastruktur

Um den Ausbau der KI-Dienste zu stemmen, erhöhte Microsoft die Investitionsausgaben auf Rekordniveau: 41 Milliarden US-Dollar flossen allein im vierten Quartal in die Infrastruktur – ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese hohen Ausgaben ließen den freien Cashflow um 23 Prozent auf 19,6 Milliarden US-Dollar sinken – ein Wert, der dennoch über den Markterwartungen lag.

Die vertraglich gebundenen künftigen Umsätze – die sogenannte Commercial Remaining Performance Obligation – schnellten um 84 Prozent auf 678 Milliarden US-Dollar nach oben. Vom Anstieg um 51 Milliarden US-Dollar entfiel der Löwenanteil auf Kunden außerhalb des KI-Modellanbieter-Segments.

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Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostiziert Microsoft einen Umsatz von rund 90,4 Milliarden US-Dollar. Das Azure-Wachstum soll sich auf 45 Prozent beschleunigen – bereinigt um Währungseffekte.

Marktreaktion und gemischte Spartenentwicklung

Nach der Veröffentlichung der Zahlen legte die Microsoft-Aktie im nachbörslichen Handel um fünf bis neun Prozent zu und notierte bei rund 426,03 US-Dollar. Analysten reagierten mit angehobenen Kurszielen, einige Institute setzten die Erwartungen auf 640 bis 650 US-Dollar.

Doch nicht alle Bereiche des Konzerns glänzten. Das Windows-OEM-Geschäft sowie die Devices-Sparte verzeichneten einen Rückgang um sieben Prozent. Auch die Umsätze mit Xbox-Inhalten und -Diensten gingen um ohne Prozent zurück. Die starke Performance der Intelligent-Cloud-Einheit mit 39,31 Milliarden US-Dollar Umsatz fing diese Verluste jedoch mehr als auf.

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