Microsoft, Quartalszahlen

Microsoft am 29. Juli: Quartalszahlen nach 1,2-Billionen-Verlust

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsofts Quartalszahlen am 29. Juli 2026 stehen im Zeichen massiver KI-Ausgaben und schwindender Börsenbewertung.

Microsoft vor Quartalszahlen: KI-Investitionen unter Druck
Leuchtende Platine als Symbol für KI, eingeschlossen in einer zerbrechenden Glasblase, die finanzielle Instabilität und Risiko darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am 29. Juli 2026 legt der Software-Riese seine Quartalszahlen für das vierte Geschäftsquartal vor. Die Erwartungen sind gedämpft: Seit dem Höchststand im Oktober 2025 hat Microsoft rund 1,2 Billionen Euro an Börsenwert eingebüßt. Grund dafür ist eine wachsende Skepsis an der Rendite der massiven KI-Investitionen.

Rekordausgaben bei sinkenden Überschüssen

Microsoft gibt 2026 voraussichtlich rund 180 Milliarden Euro für Investitionen aus – der Löwenanteil fließt in KI-Rechenzentren. Das Problem: Der freie Cashflow schrumpfte im dritten Geschäftsquartal auf umgerechnet 14,5 Milliarden Euro, nach zuvor 18,7 Milliarden Euro. Anfang Juli strich der Konzern zudem 4.800 Stellen.

Zwar wuchs die Cloud-Sparte Azure zuletzt um 40 Prozent. Doch die Kosten für den KI-Boom belasten die Bilanzen massiv. Das gilt nicht nur für Microsoft: Alphabet, Amazon, Meta, Oracle und Microsoft selbst werden 2026 gemeinsam über 730 Milliarden Euro für KI-Infrastruktur ausgeben. 2027 könnten es sogar 1,1 Billionen Euro sein.

Die OpenAI-Wette birgt Risiken

Ein Großteil der aktuellen Nervosität an den Märkten dreht sich um OpenAI – den KI-Vorzeigeentwickler, an dem Microsoft maßgeblich beteiligt ist. Kritiker warnen: Ein Scheitern von OpenAI könnte eine Kettenreaktion auslösen, vergleichbar mit historischen Spekulationsblasen.

Die geprüften Zahlen für 2025 zeigen ein düsteres Bild: OpenAI machte einen operativen Verlust von rund 19 Milliarden Euro bei einem Gesamtverlust von 35 Milliarden Euro – bei Einnahmen von lediglich 12 Milliarden Euro. Der Börsengang des Unternehmens ist mit einer Bewertung von 785 Milliarden Euro geplant, könnte sich aber bis 2027 verzögern. Ein 27 Milliarden Euro schwerer Anteil von SoftBank ist für Oktober 2026 angekündigt, aber noch nicht vollständig eingezahlt.

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Microsoft gilt zwar als breiter aufgestellt als etwa Oracle, das mit 588 Milliarden Euro an Leistungsverpflichtungen gegenüber OpenAI in der Pflicht steht. Dennoch bleibt die hohe gegenseitige Abhängigkeit ein Risikofaktor.

Schuldenfinanzierung zeigt erste Risse

Die KI-Infrastruktur wird zunehmend über Kredite financed. Seit Anfang 2025 haben Alphabet, Meta, Amazon und Oracle gemeinsam über 275 Milliarden Euro an Anleihen ausgegeben. Allein im Juli 2026 kamen 178 Milliarden Euro hinzu. Doch der Appetit der Anleger lässt nach: Bei einer 23 Milliarden Euro schweren Anleihe von Amazon lag die Nachfrage nur noch beim 2,5-Fachen des Angebots – zuvor war es das 3,2-Fache. Amazon musste höhere Zinsen bieten, um Käufer zu finden.

China drängt mit günstiger KI auf den Markt

Verschärft wird der Druck durch internationale Konkurrenz. Das chinesische Unternehmen Moonshot AI plant für den 27. Juli 2026 die Veröffentlichung seines Modells Kimi K3. Mit 2,8 Billionen Parametern soll es die Leistung der besten US-Modelle erreichen – zu deutlich niedrigeren Kosten. Branchenexperten erwarten, dass dies die Margen der amerikanischen Anbieter schmälern wird, die derzeit hohe Preise verlangen, um ihre Investitionen zu refinanzieren.

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Technologiebranche im Bärenmarkt

Die Zeichen stehen auf Sturm: Der Philadelphia Semiconductor Index ist in den vergangenen Wochen um mehr als 20 Prozent von seinem Höchststand am 22. Juni 2026 gefallen – ein klassischer Bärenmarkt. Auch Südkoreas Leitindex KOSPI gab Anfang Juli deutlich nach.

In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob die Tech-Riesen ihre Rekordausgaben rechtfertigen können. Alphabet berichtet am 22. Juli, Microsoft am 29. Juli. Analysten sind sich einig: Eine Erholung der Branche hängt davon ab, ob die Unternehmen nachweisen können, dass sich die Milliarden-Investitionen in KI tatsächlich in nachhaltige Gewinne verwandeln. Bislang berichten nur 15 Prozent der KI-Entscheider von einem positiven Effekt auf die Unternehmensgewinne – trotz hoher Nutzungszahlen etwa bei Microsoft 365 Copilot, das inzwischen über 20 Millionen zahlende Unternehmenssitze hat.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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