Microsoft, Einkaufstour

Microsoft auf Einkaufstour: KI-Startup Inception im Visier

14.05.2026 - 09:49:49 | boerse-global.de

Microsoft will mit der Übernahme von Inception die Abhängigkeit von OpenAI reduzieren und treibt milliardenschwere Investitionen in die KI-Infrastruktur voran.

Microsoft auf Einkaufstour: KI-Startup Inception im Visier - Foto: über boerse-global.de
Microsoft auf Einkaufstour: KI-Startup Inception im Visier - Foto: über boerse-global.de

Der Technologieriese Microsoft will seine Abhängigkeit von OpenAI reduzieren und plant offenbar die Übernahme des KI-Startups Inception. Das berichten Brancheninsider. Der Schritt wäre Teil einer Neuausrichtung, die nach einem Rekordquartal an Fahrt gewinnt.

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Rekordzahlen dank Azure und KI-Boom

Ende April legte Microsoft seine Zahlen für das dritte Fiskalquartal 2026 vor – und die können sich sehen lassen. Der Umsatz kletterte auf 82,9 Milliarden Euro, ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, die mit rund 81,3 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Der Gewinn stieg sogar um 23 Prozent auf 31,8 Milliarden Euro. Pro Aktie verdiente Microsoft 4,27 Euro – auch hier lagen die Schätzungen der Experten mit 4,05 Euro darunter.

Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt die Cloud-Sparte. Die Sparte Microsoft Cloud spülte 54,5 Milliarden Euro in die Kassen, ein Anstieg von 29 Prozent. Besonders Azure legte mit 40 Prozent ordentlich zu.

„Die schnelle Einführung generativer KI hat eine kritische Größe erreicht“, erklärte das Management. Der jährliche Umsatz mit KI-Produkten liegt inzwischen bei über 37 Milliarden Euro – eine Steigerung von 123 Prozent. Unternehmen setzen die Technologie offenbar immer breiter ein.

Auch das Geschäft mit Produktivitätssoftware läuft rund. Der Bereich Productivity and Business Processes erzielte 35 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 17 Prozent. Microsoft 365 Copilot zählt inzwischen 20 Millionen zahlende Nutzer – im Frühjahr 2026 waren es noch 15 Millionen.

Die sogenannten Remaining Performance Obligations (RPO) – also künftige Umsätze aus bestehenden Verträgen – erreichten atemberaubende 627 Milliarden Euro. Das ist fast eine Verdopplung zum Vorjahr.

Milliarden-Investitionen in die KI-Infrastruktur

Doch der Erfolg hat seinen Preis. Microsoft investiert massiv in Rechenzentren, Spezialchips und Netzwerkinfrastruktur. Allein im abgelaufenen Quartal flossen 31,9 Milliarden Euro in Investitionsausgaben und Finanzierungsleasing – ein Anstieg von 49 Prozent.

Und das Tempo soll sich noch erhöhen. Für das gesamte Kalenderjahr 2026 plant Microsoft Investitionen von rund 190 Milliarden Euro. Finanzchefin Amy Hood kündigte an, dass die vierteljährlichen Ausgaben in den kommenden Monaten auf über 40 Milliarden Euro steigen werden.

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Diese Investitionen hinterlassen Spuren in der Bilanz. Die Bruttomarge sank auf 67,6 Prozent – der niedrigste Wert seit 2022. Grund sind höhere Abschreibungen für neue Rechenzentren und gestiegene Kosten für KI-Komponenten. Die operative Marge verbesserte sich dagegen um einen Prozentpunkt, da Microsoft gleichzeitig die Kosten im Griff behielt.

Die neue KI-Strategie: Weg von OpenAI

Ein zentrales Thema ist die Neugestaltung der Partnerschaft mit OpenAI. Im Frühjahr 2026 änderten beide Seiten ihren langjährigen Vertrag. Microsoft darf nun eigenständig an Artificial General Intelligence (AGI) forschen. OpenAI wiederum kann Produkte auch mit anderen Cloud-Anbietern entwickeln – darunter Konkurrenten wie Amazon und Alphabet.

Die geplante Übernahme von Inception passt perfekt in dieses Bild. Das Startup, gegründet von einem Team der Stanford University, entwickelt große Sprachmodelle auf Basis von Diffusionsverfahren. Microsofts Venture-Arm investierte bereits Ende 2025 in eine 50-Millionen-Euro-Startfinanzierung. Jetzt könnte die Übernahme das Startup mit über einer Milliarde Euro bewerten.

Analysten sehen darin einen Schlüsselbaustein der „Leben nach OpenAI“-Strategie. Microsoft sichert sich damit proprietäre KI-Expertise – nachdem der Konzern Berichten zufolge die Übernahme des Coding-Startups Cursor aus regulatorischen Gründen aufgegeben hatte.

Der Fokus der internen Entwicklung liegt jetzt auf dem „agentic computing“ – einer Ära, in der KI-Assistenten komplexe Aufgaben mit minimalem menschlichem Eingriff erledigen. CEO Satya Nadella betonte, Microsoft konzentriere sich darauf, die Infrastruktur und Lösungen bereitzustellen, die Unternehmen in dieser neuen Computer-Ära brauchen.

Personalabbau bei LinkedIn und schwächelnde Hardware

Der Schwenk zur KI-Automatisierung hat auch personelle Konsequenzen. Am 13. Mai wurde bekannt, dass die LinkedIn-Sparte Stellen abbauen will. Ein Trend, der sich durch die gesamte Tech-Branche zieht: Unternehmen verlagern Ressourcen in die KI-Forschung.

Die Sparte More Personal Computing bleibt das Sorgenkind. Mit 13,19 Milliarden Euro Umsatz lag sie zwar knapp über den Erwartungen, verzeichnete aber ein Minus von einem Prozent. Besonders hart traf es die Hardware: Die Xbox-Umsätze brachen um 33 Prozent ein. Auch die Windows-Lizenzen gaben um zwei Prozent nach – Analysten führen das auf das nahende Ende des Windows-10-Supports und den Wandel zu teureren KI-PCs zurück.

Die Reaktion der Finanzmärkte fiel gemischt aus. Analysten setzten neue Kursziele zwischen 500 und 620 Euro pro Aktie, der Konsens liegt bei etwa 576 Euro. Zwar ist der Aktienkurs seit Jahresbeginn um 13 Prozent gefallen – ein Zeichen für die Sorge der Anleger vor der „KI-Steuer“ auf die Margen. Doch der starke Cashflow und die massiven RPO-Puffer bieten langfristig eine solide Basis.

Ausblick: Wachstum bleibt das Ziel

Für das vierte Fiskalquartal 2026 rechnet Microsoft mit einem Umsatz zwischen 86,7 und 87,8 Milliarden Euro – ein Wachstum von etwa 14 Prozent. Die Intelligent Cloud soll mit einem Plus von 27 Prozent der wichtigste Treiber bleiben.

Das Azure-Wachstum wird bei konstanten Wechselkursen auf 39 bis 40 Prozent geschätzt, gestützt durch einen vollen Auftragspipeline bei Unternehmenskunden. Die entscheidende Frage für Anleger: Lassen sich die 20 Millionen Copilot-Nutzer auf einen deutlich größeren Teil der Microsoft-365-Basis ausweiten? Nur so lassen sich die steigenden Kosten für die KI-Rechenleistung ausgleichen.

Für das gesamte Fiskaljahr 2027 prognostizieren Analysten einen Gewinn pro Aktie von 19,09 Euro – vorausgesetzt, der Schwung in Cloud und KI hält an.

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