Microsoft Build 2026: Scout ersetzt klassische Apps durch KI-Agenten
06.06.2026 - 00:30:10 | boerse-global.de
Microsoft krempelt seine Software-Architektur um. Apps sollen sterben, KI-Agenten die Arbeit erledigen.
Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 in dieser Woche präsentierte der Konzern eine radikale Vision: Weg von der klassischen App-Navigation, hin zu autonomen KI-Assistenten. Mit „Scout" stellte Microsoft seinen ersten dauerhaft aktiven KI-Agenten vor. Und „Project Solara" soll Apps komplett überflüssig machen.
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Scout: Der ewige Assistent im Büroalltag
Am 2. Juni führte Microsoft eine neue Kategorie digitaler Arbeiter ein: sogenannte „Autopiloten". Der erste Vertreter heißt Scout. Anders als herkömmliche KI-Assistenten, die auf manuelle Eingaben warten, arbeitet Scout dauerhaft im Hintergrund. Er basiert auf dem OpenClaw-Framework und nutzt Microsofts WorkIQ, um Kontext über verschiedene Arbeitsumgebungen hinweg zu behalten.
Scout ist fest in Microsoft 365 integriert – in Teams, Outlook, OneDrive und SharePoint. Seine Aufgaben: proaktiv Termine vorschlagen, Arbeitsergebnisse identifizieren und Projektrisiken melden. Der Agent läuft unter kontrollierten Identitäten über Microsoft Entra. Aktuell ist Scout nur als private Vorschau für Organisationen im Copilot-Frontier-Programm verfügbar.
Interne Dokumente, die während der Konferenz bekannt wurden, zeigen die Hintergründe der Entwicklung. Scout ist demnach die kundenorientierte Version eines internen Projekts mit dem Codenamen „Project Lobster". Mehr als 1.000 Microsoft-Mitarbeiter – darunter CEO Satya Nadella – haben den Agenten bereits in internen Testphasen genutzt.
Project Solara: Computer ohne Apps
Am 4. Juni präsentierte Microsoft mit „Project Solara" den nächsten Schritt. Die Plattform baut auf der Microsoft Digital Enterprise Platform (MDEP) auf – einer Unternehmensversion des Android Open Source Project (AOSP). Ziel: Nutzer sollen nicht mehr zwischen verschiedenen Anwendungen hin- und herspringen müssen. Stattdessen erledigen KI-Agenten Aufgaben autonom über verschiedene Dienste hinweg.
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Das Herzstück ist eine „Just-in-time"-Oberfläche, die KI-gesteuert nur die Steuerelemente und Informationen anzeigt, die für eine bestimmte Aufgabe nötig sind. Project Solara ist für stromsparende Edge-Geräte optimiert und erfüllt Enterprise-Sicherheitsstandards.
Noch in diesem Jahr starten Pilotprogramme. Zu den ersten Partnern zählen große Einzelhandels- und Dienstleistungskonzerne wie Best Buy, Target, CVS Health, Levi's und AccuWeather.
Neue Hardware für die KI-Welt
Microsoft zeigte auch physische Prototypen für das Solara-Ökosystem. CEO Satya Nadella sprach von einem „neuen Formfaktor" für das persönliche und berufliche Rechnen.
Zwei Konzepte stechen hervor:
- Ein tragbarer KI-Anstecker: Das 5G-fähige Gerät hat Kamera, Mikrofon, Lautsprecher, Touchscreen und Fingerabdruckscanner. Es soll Meetings aufzeichnen und transkribieren sowie KI-Agenten mit visuellem Kontext versorgen.
- Ein Desktop-Würfel: Ein touch- und sprachgesteuertes Begleitgerät für den Schreibtisch, das als ständige Schnittstelle für Büro-Workflows dient.
Hunderte Microsoft-Mitarbeiter testen die Prototypen bereits intern. Einen Termin für den Marktstart oder Preise gibt es noch nicht. Microsoft will die Referenzdesigns später an Hardware-Partner weitergeben.
Neue KI-Modelle und Entwicklerwerkzeuge
Den Umbau hin zu einem agentenbasierten Betriebssystem untermauert Microsoft mit technischen Neuerungen. Der Konzern stellte die Microsoft Agent Platform und sieben neue hauseigene KI-Modelle vor – darunter MAI-Thinking-1, MAI-Image 2.5 und MAI-Code-1 Flash.
Microsoft IQ ist jetzt allgemein verfügbar, aufgeteilt in die Spezialbereiche Work IQ und Web IQ. Für die sichere Ausführung autonomer Aufgaben gibt es Microsoft Execution Containers (MXC) – eine geschützte Umgebung für KI-Agenten in der Unternehmensinfrastruktur.
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