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Microsoft Copilot: 66% der Unternehmen stoppen KI-Einführung

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 23:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsofts Aktie fällt nach Einschränkungen bei Copilot und einer Sammelklage. Unternehmen zögern mit KI-Einführung aus Datenschutzgründen.

Microsoft Aktie unter Druck: KI-Strategie und Klage belasten
Moderner, gedämpft beleuchteter Firmenkonferenzraum mit leuchtender holografischer KI-Oberfläche über einem eleganten Konferenztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern schränkt zentrale KI-Funktionen ein – und die Anleger reagieren nervös. Am heutigen Mittwoch fiel der Aktienkurs um rund 2,5 Prozent auf 388,80 Dollar. Auslöser ist eine Reihe von Anpassungen beim KI-Assistenten Copilot, die bei Unternehmen für Verunsicherung sorgen.

Premium-Strategie: Beliebte Funktionen werden kostenpflichtig

Microsoft verlagert mehrere gefragte Copilot-Features aus der kostenlosen Version in kostenpflichtige Abonnements. Ab dem 18. August 2026 wird die Deep-Research-Funktion nur noch für Microsoft-365-Premium-Nutzer verfügbar sein. Bereits zuvor waren die Whiteboard-Integration, Copilot Podcasts und die Outlook-Terminvorbereitung hinter Bezahlschranken gewandert.

Die Umstellung fällt mit technischen Problemen zusammen. Das Juli-Update (Build 20026.20182) entfernte offenbar Copilot-Einstiegspunkte in der klassischen Outlook-Version für bestimmte Lizenznehmer. In Word, Excel und PowerPoint ersetzte ein dynamischer Aktionsbutton die gewohnten Ribbon-Symbole. Zwar hat Microsoft zum 1. Juli neue Business-Standard- und Premium-Pakete eingeführt, doch viele Nutzer müssen als Notlösung auf die Webversionen ausweichen.

Unternehmen zögern: Datenschutz bremst KI-Revolution

Die Zurückhaltung in der Wirtschaft ist eklatant. Laut aktuellen Branchenstudien haben 66 Prozent der Unternehmen ihre Copilot-Einführung gestoppt oder verschoben. Der Hauptgrund: die Angst vor Datenlecks. 73 Prozent der Organisationen befürchten, dass die KI bereits vertrauliche Informationen preisgibt.

Die Folge: 75 Prozent der Führungskräfte auf Vorstands- und Vizepräsidentenebene haben die Einführung vorerst gestoppt. Besonders brisant: 62 Prozent der Unternehmen überschätzen offenbar die Sicherheit ihrer bestehenden Microsoft-365-Konfigurationen. Die Bedenken konzentrieren sich auf SharePoint, wo KI-Tools ungewollt interne Dokumente auslesen könnten.

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Sammelklage erschüttert den Konzern

Der Software-Riese sieht sich zudem einer massiven rechtlichen Auseinandersetzung gegenüber. Vor dem US-Bezirksgericht für den Westbezirk Washingtons wurde eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs eingereicht. Die Kläger werfen Microsoft irreführende Aussagen über die Leistungsfähigkeit von Copilot und der Cloud-Plattform Azure vor.

Der Fall hat historische Dimensionen: Bereits am 28. und 29. Januar 2026 war der Aktienkurs um zehn Prozent eingebrochen – von 481,63 auf 433,50 Dollar. Auslöser waren die Quartalszahlen, die ein nachlassendes Azure-Wachstum und enttäuschende 15 Millionen Premium-Copilot-Nutzer offenbarten. Anleger haben bis zum 11. August 2026 Zeit, sich als Hauptkläger zu melden. Benannt sind mehrere Top-Manager, darunter der CEO und der Finanzvorstand.

Kostenexplosion: Microsoft prüft chinesische KI-Alternative

Die Rechnung für den KI-Betrieb wird immer teurer. Microsoft sucht daher nach günstigeren Alternativen zu den bisherigen Sprachmodellen. Im Fokus steht Moonshot AIs Kimi K3 – ein chinesisches Modell mit 2,8 Billionen Parametern. Interne Schätzungen versprechen Einsparungen von bis zu 600 Millionen Dollar, die Kosten pro Token würden um rund 60 Prozent sinken.

Bereits diesen Monat hat Microsoft Anthropics Claude als wählbares Modell in Copilot Chat integriert. Der mögliche Wechsel zu chinesischer KI ist jedoch politisch heikel. Die Trump-Administration erwägt offenbar Sanktionen oder Beschränkungen für offene KI-Modelle aus China – was die Sparpläne durchkreuzen könnte.

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Analysten bleiben trotz Kursverlust optimistisch

Die Aktie hat innerhalb eines Jahres mehr als 21 Prozent an Wert verloren. Doch die Experten geben sich zuversichtlich: 35 Analysten bewerten die Papiere im Schnitt mit „Kaufen" und sehen ein durchschnittliches Kursziel von 558,86 Dollar. Die jüngsten Quartalszahlen untermauern diesen Optimismus: Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 18,3 Prozent auf 82,89 Milliarden Dollar. Ob Microsoft die KI-Wende gelingt, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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