Microsoft Copilot: Stromausfall legt Cloud-Dienste lahm
30.05.2026 - 05:03:30 | boerse-global.deDer Ausfall traf gleich mehrere Flaggschiff-Dienste â und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als neue Sicherheitswarnungen internationaler Behörden die Runde machten.
Azure-Stromausfall: Copilot und Co. auĂer Gefecht
Am 29. Mai 2026 erlebte Microsoft Copilot eine weltweite Störung. Auslöser war ein Stromausfall in einem Azure-Rechenzentrum, verursacht durch schwere Gewitter. Die Nutzer meldeten ihre Probleme massenhaft: Auf dem Portal Downdetector gingen bis 9 Uhr Pazifikzeit ĂŒber 2.600 Beschwerden ein. Besonders betroffen waren mobile Nutzer â sie machten 66 Prozent der Meldungen aus, wĂ€hrend 33 Prozent von Webanwendern kamen.
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Doch der Ausfall beschrĂ€nkte sich nicht auf den KI-Assistenten. Auch zentrale Azure-Dienste wie Functions, MySQL- und PostgreSQL-Datenbanken, Databricks, Redis und Kubernetes-Umgebungen waren betroffen. Microsoft bestĂ€tigte erhöhte Latenzen und ZeitĂŒberschreitungen bei Anfragen â sowohl fĂŒr Privatkunden als auch fĂŒr Unternehmen. Noch am 30. Mai 2026 hielten die Verbindungsprobleme in den USA und Teilen Europas an.
Der Tag war ein schwarzer Freitag fĂŒr die gesamte Cloud-Branche: Auch Google Cloud und Amazon Web Services verzeichneten tausende Nutzerbeschwerden. Bei Google dauerte der Ausfall rund drei Stunden, verursacht durch ein Problem mit dem IdentitĂ€ts- und Zugriffsmanagement.
FBI schlÀgt Alarm: Neue Phishing-Welle gegen Microsoft 365
Parallel zu den wetterbedingten Problemen gerĂ€t Microsofts Ăkosystem ins Visier von Cyberkriminellen. Das FBI warnte im Mai 2026 vor einer hochentwickelten Phishing-Plattform namens Kali365. Das Modell: âPhishing as a Service". FĂŒr umgerechnet rund 230 Euro in KryptowĂ€hrung pro Monat können Angreifer damit den mehrstufigen Authentifizierungsprozess (MFA) umgehen.
Die Masche ist perfide: Die Kriminellen nutzen den legitimen OAuth-GerĂ€tecode-Fluss aus. Opfer erhalten eine Phishing-Mail mit einem GerĂ€tecode. Geben sie diesen auf einer offiziellen Microsoft-Autorisierungsseite ein, erhalten die Angreifer ein Zugriffstoken. Damit können sie auf Outlook, Teams, OneDrive und SharePoint zugreifen â ganz ohne Passwort oder klassische MFA-PrĂŒfung.
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Die Bilanz ist alarmierend: Allein im April 2026 registrierten die Ermittler hunderte erfolgreiche Angriffe in Nordamerika und Europa. Betroffen waren Unternehmen aus den Bereichen Fertigung, Bildung, Verwaltung und Gesundheitswesen. Die Sicherheitsexperten empfehlen Organisationen, bedingte Zugriffsrichtlinien zu implementieren und den GerÀtecode-Fluss nach Möglichkeit zu blockieren.
Indien warnt vor SicherheitslĂŒcken
Nur einen Tag vor dem groĂen Ausfall, am 28. Mai 2026, hatte die indische CERT-In eine hochriskante Warnung fĂŒr mehrere Microsoft-Produkte herausgegeben. Betroffen waren Microsoft 365 Copilot, Azure, Entra ID und Power Pages. Die Behörde wies auf Schwachstellen hin, die Angreifern den Diebstahl sensibler Daten, die Manipulation von Benutzerkonten oder die Blockade von Diensten ermöglichen. Microsoft hat zwar Patches veröffentlicht, doch die regionalen Behörden drĂ€ngen auf eine sofortige Installation.
Versicherungsbranche warnt vor Datencenter-Risiken
Die ZuverlĂ€ssigkeit digitaler Infrastruktur bereitet auch der Versicherungsbranche Kopfzerbrechen. Das Swiss Re Institute warnt: Der rasante Ausbau KI-gestĂŒtzter Rechenzentren ĂŒberfordert die KapazitĂ€ten der Assekuranz. Die weltweiten VersicherungsprĂ€mien fĂŒr Datencenter sollen demnach von umgerechnet rund 9,8 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 22,4 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigen. StromausfĂ€lle sind bereits heute fĂŒr 45 Prozent der Betriebsunterbrechungs-SchĂ€den verantwortlich. BrandschĂ€den bleiben der gröĂte Posten bei SachschĂ€den.
Auch lokal: StromausfĂ€lle in Wales und IT-Panne in ZĂŒrich
Die Unwetter hinterlieĂen nicht nur in der Cloud ihre Spuren. Am 28. Mai 2026 verloren knapp 30 Postleitzahlgebiete in Wales den Strom. Und am selben Tag musste die Schweizer Flugsicherung Skyguide die AnkunftskapazitĂ€t am Flughafen ZĂŒrich um zehn Prozent reduzieren â Grund war ein fehlerhaftes Update einer Anfluganwendung. Zwar stand der Vorfall in keinem Zusammenhang mit dem Azure-Ausfall, doch auch hier war eine vollstĂ€ndige Systemwiederherstellung nötig, die in der Nacht zum 29. Mai abgeschlossen wurde.
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