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Microsoft entfernt 32GB-Empfehlung: RAM-Preise vervierfacht sich

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 04:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft entfernt 32GB-Empfehlungen für Gaming-PCs und fokussiert auf 8GB-Systeme. Angesichts stark gestiegener RAM-Preise kündigt der Konzern umfassende Speicheroptimierungen für Windows 11 an.

Microsoft streicht 32GB-Empfehlung: RAM-Preise explodieren, Konzern setzt auf 8GB
Nahaufnahme von leuchtenden RAM-Riegeln auf einem Mainboard in einem Gaming-PC. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat seine Empfehlung von 32 Gigabyte Arbeitsspeicher für Gaming-PCs stillschweigend entfernt. Der Schritt kommt zu einem brisanten Zeitpunkt: RAM-Preise explodieren, und der Konzern setzt nun auf schlankere Systeme.

Der Technologieriese hat am 5. August die entsprechenden Support-Dokumente von seinen Servern genommen. Darunter auch die im November 2025 veröffentlichte Seite „So optimierst du dein Gaming-Setup", die 32GB noch als ideale Ausstattung für ambitionierte Spieler bezeichnet hatte. Ein weiteres Dokument aus dem Mai 2026 wurde ebenfalls entfernt. Wer die alten Links aufruft, landet nun im allgemeinen Windows-Lerncenter.

Der Schwenk zu 8GB

Der Rückzug der Empfehlungen passt zu einer strategischen Neuausrichtung: Microsofts neue Surface-Modelle starten bereits ab 8GB Arbeitsspeicher. Zwar verlangen die hochwertigen Copilot+-Funktionen offiziell weiterhin 16GB, doch der Konzern positioniert 8GB zunehmend als attraktiven Einstieg in das Windows-11-Ökosystem – entgegen früherer Empfehlungen.

Hintergrund ist eine dramatische Entwicklung auf dem Speichermarkt: Die RAM-Preise haben sich binnen zwölf Monaten mehr als vervierfacht. Haupttreiber ist der enorme Bedarf an Speicherchips für KI-Rechenzentren. Aktuell kosten 32GB-DDR5-Module über 400 Euro, DDR4-Varianten liegen bei mehr als 250 Euro.

Optimierung als Antwort auf die Speicherkrise

Microsoft reagiert mit einem ehrgeizigen Software-Programm. Am 31. Juli kündigte Pavan Davuluri, Executive Vice President für Windows und Devices, eine Initiative zur Reduzierung des Speicherbedarfs an. Marcus Ash, Vice President für Design und Forschung, präzisierte: Die Überarbeitung erstreckt sich von der Benutzeroberfläche bis zum Systemkern.

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Konkret arbeiten die Entwickler an:

  • Effizienteren Speicherzuweisungen im System
  • Optimierungen von WinUI 3 und Chromium-basierten Komponenten wie WebView2
  • Verbesserten Mechanismen für das Vorladen von Apps und die Ressourcen-Rückgewinnung
  • Schnelleren Boot-Zeiten und schlankeren Einrichtungsprozessen

Die ersten Verbesserungen sollen im Herbst 2026 ausgerollt werden, die vollständige Optimierung bis Jahresende.

Die Lücke, die Microsoft schließen will

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen unabhängige Tests vom 4. August: Auf Systemen mit 8GB Arbeitsspeicher beansprucht Windows 11 direkt nach dem Booten rund 6,6GB. Bei moderater Nutzung mit Browser und Kommunikations-Apps greifen die Rechner regelmäßig auf den langsameren SSD-Zwischenspeicher zurück – mit spürbaren Verzögerungen.

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Die Branche blickt mit Sorge auf die Entwicklung. Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass das Segment der Laptops unter 500 Euro bis 2028 praktisch verschwinden könnte. Samsung erwartet keine deutliche Entspannung bei den Speicherlieferungen vor 2028. Microsofts Optimierungsplan soll einstweilen verhindern, dass günstige Einsteiger-Geräte vom Markt gedrängt werden.

Die Preisaufschläge für mehr Speicher bleiben derweil hoch: Beim Surface Laptop 13 kostet die 16GB-Version rund 200 Euro mehr als das 8GB-Basismodell (circa 950 Euro). Ähnliche Abstufungen finden sich bei Wettbewerbern, wo 8GB weiterhin die Grundausstattung vieler Einsteiger- und Mittelklassegeräte bildet.

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