Microsoft, KI-Features

Microsoft kappt kostenlose KI-Features: Copilot wird zum Abo-Dienst

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 16:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft stellt kostenlose Copilot-Funktionen ein und führt neue Bezahlmodelle ein. Die australische Kartellbehörde klagt wegen irreführender Preise.

Microsoft kürzt kostenlose KI-Features und setzt auf Abos
Stilisiertes 'C' für Copilot, das in digitale Partikel zerfällt, symbolisiert die Einstellung von Funktionen und Änderungen bei KI-Diensten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern kappt sein KI-Angebot drastisch und setzt auf Bezahlmodelle.

Microsoft fährt die kostenlosen KI-Features in seinem Copilot-Ökosystem zurück. Ab August 2025 werden mehrere Funktionen eingestellt oder durch kostenpflichtige Alternativen ersetzt. Der Konzern baut sein Angebot auf einheitliche Abo-Stufen und verbrauchsabhängige Dienste um. Für Millionen Nutzer bedeutet das: Bisher kostenlose Werkzeuge verschwinden oder kosten künftig Geld.

Aus für Copilot Podcasts im August

Am 18. August 2025 schaltet Microsoft die Funktion Copilot Podcasts ab. Das betrifft alle Nutzer – egal ob kostenlos oder im Abo. Nach diesem Datum lassen sich weder neue Podcasts erstellen noch alte Episoden abrufen. Besonders ärgerlich: Eine Exportmöglichkeit gibt es nicht. Inhalte, die mit dem Tool erstellt wurden, sind unwiderruflich verloren. Auch geteilte Links zu bestehenden Podcasts funktionieren dann nicht mehr. Das wirft grundsätzliche Fragen zur Datenhoheit bei KI-generierten Inhalten auf.

Outlook-Feature wird kostenpflichtig

Im September 2025 folgt der nächste Schritt: Die bisher kostenlose Funktion Outlook Meeting Insights wird eingestellt. An ihre Stelle tritt das neue Feature "Prepare for this meeting". Der Haken: Es erfordert eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz – und die kostet umgerechnet rund 28 Euro pro Monat.

Die Neuerung ändert auch die Art der Informationsdarstellung. Während die alten Meeting Insights konkrete Quelldateien und relevante E-Mails anzeigten, liefert die KI-gestützte Nachfolgerin nur noch Zusammenfassungen. Branchenbeobachter hatten zuvor kritisiert, dass die Originalfunktion Nutzer verwirrte, weil sie Dokumente wie direkte Anhänge darstellte, obwohl sie das gar nicht waren.

Abo-Modelle und Credit-Systeme im Wandel

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Microsoft ersetzt den bisherigen Copilot Pro-Tarif durch die neue Microsoft 365 Premium-Stufe. Der monatliche Cap von 60 Credits für die Bildgenerierung fällt weg – stattdessen gilt eine Fair-Use-Regelung. Dafür sind Deep-Research-Aufgaben auf 15 pro Monat begrenzt. Im Gegenzug steigt die tägliche Nutzungsdauer für Copilot Voice von 30 auf 60 Minuten.

Für Unternehmen hat Microsoft bereits am 16. Juni 2025 Copilot Cowork weltweit eingeführt. Der Dienst arbeitet als verbrauchsabhängiger Agent. Jeder Copilot-Credit kostet einen Cent. Längere Aufgaben in der Microsoft-365-Suite werden darüber abgerechnet. Seit dem 1. Juli 2025 können Administratoren Budgets und Nutzungswarnungen für diese Dienste festlegen.

KI-Modelle werden ausgetauscht

Microsoft hat einen Zeitplan für die Ablösung mehrerer KI-Modelle veröffentlicht. Über die Plattform Microsoft Foundry werden folgende Modelle ersetzt:

  • gpt-4o und gpt-4o-mini werden am 1. Oktober 2025 eingestellt. Ihre Nachfolger heißen gpt-5.1 und gpt-4.1-mini.

Weitere technische Neuerungen:
* Outlook Classic: Die klassische Outlook-Version soll bis Ende 2025 KI-Funktionen zum Verfassen von E-Mails erhalten. Berechtigte Nutzer bekommen die Funktion automatisch aktiviert.
* Exchange Online: Die Abschaffung des -Credential-Parameters in der Exchange-Online-PowerShell wurde auf Dezember 2025 verschoben. Administratoren haben damit mehr Zeit für die Umstellung auf moderne Authentifizierungsverfahren.
* Sicherheit: Ein Windows-11-Update vom 14. Juli 2025 schloss 570 Sicherheitslücken. Darunter waren 16 kritische Schwachstellen, die mit KI-gestützten Tools entdeckt wurden.

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Kartellbehörde geht gegen Microsoft vor

Microsofts Preis- und Integrationsstrategie beschäftigt derzeit die australische Wettbewerbsbehörde ACCC. Sie wirft dem Konzern vor, rund 2,7 Millionen Abonnenten über die Copilot-Integration und Preiserhöhungen getäuscht zu haben. Konkret geht es um die Tarife für Privat- und Familienpläne.

Die Preise stiegen von umgerechnet 65 auf 95 Euro (Personal) beziehungsweise von 83 auf 107 Euro (Family). Microsoft verteidigt sich mit dem Argument, dass ältere Tarife als Kundenbindungsangebote gedacht waren – nicht als dauerhafte Alternativen. Der Fall wird vor dem Bundesgericht Australiens verhandelt.

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