Microsoft: Nicht entfernbarer Werbebanner in Word und Excel
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 08:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat ein permanentes Werbeelement in seine Büro-Suite integriert – zahlende Kunden reagieren verärgert.
Seit Ende Juli 2026 erscheint in der Titelleiste von Word, Excel und PowerPoint ein nicht entfernbarer Button mit der Aufschrift „Upgrade your plan“. Der Knopf mit einem Diamant-Symbol öffnet ein Fenster, das teurere Abonnements wie Microsoft 365 Premium bewirbt – obwohl die Nutzer bereits aktive Abonnenten sind.
Die Premium-Variante kostet regulär umgerechnet rund 18 Euro pro Monat, zeitweise war sie für etwa neun Euro erhältlich. Branchenbeobachter sprechen von einer beispiellosen Entwicklung: Noch nie habe ein Softwarekonzern in einem kostenpflichtigen Produkt dauerhaft Werbung für ein teureres Modell eingebaut.
Rechtliche Probleme zeichnen sich ab
Die Werbe-Innovation kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA untersucht bereits, ob Microsoft Kunden mit irreführenden Informationen in teurere KI-Tarife gelockt hat. Seit Januar 2025 sollen Nutzer automatisch von Standard-Abos auf teurere Pläne mit Copilot-KI umgestellt worden sein – angeblich ohne ausreichende Aufklärung.
Jahresabonnenten sollen rund 30 Euro mehr gezahlt haben als für das klassische Angebot, nachdem eine kostenlose Testphase unklar kommuniziert endete. Microsoft kooperiert eigenen Angaben zufolge mit der Behörde.
Rechtsexperten sehen zudem Konfliktpotenzial mit dem Digital Markets Act der EU. Dauerhafte Werbung in bezahlter Software könnte gegen die Regeln für digitale Gatekeeper verstoßen. Eine offizielle Stellungnahme zu den Werbebannern steht noch aus.
Excel-Update bringt Lichtblicke
Trotz der Kritik arbeitet Microsoft an funktionalen Verbesserungen. Das Juli-Update für Excel führt unter anderem Inline-Zitate für Copilot ein: Nutzer können KI-generierte Daten nun per Klick auf die Quelle überprüfen. Zudem entfällt die Pflicht, die AutoSpeicher-Funktion für Copilot zu aktivieren.
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Die Aktualisierung verbessert auch die Anbindung an Power BI und automatisiert Marken- und Design-Formatierungen – verfügbar auf Windows, Mac und im Web.
Outlook: Der schwierige Umstieg
Größere Veränderungen stehen bei Outlook bevor. Microsoft plant die erzwungene Ablösung der Classic-Version durch das neue Outlook für März 2027. Die neue Version (1.2026.713.100) öffnet E-Mails aus Benachrichtigungen immerhin doppelt so schnell wie zuvor – in fünf statt zehn Sekunden.
Doch die Classic-Version bleibt schneller: Sie bietet sofortigen Zugriff. Zudem verbraucht das neue Outlook als WebView2-Anwendung zwischen 490 und 636 Megabyte Arbeitsspeicher – die alte Version kommt mit 117 bis 148 Megabyte aus.
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Microsoft arbeitet an einem Bug, der die Übertragung automappter Kalender verhindert. Die Lösung soll bis Ende August 2026 kommen. Shared Calendars werden zwischen August und September auf REST-Protokolle umgestellt.
Modernisierung unter der Haube
Parallel treibt Microsoft die technische Modernisierung voran. Mehrere Windows-11-Komponenten – darunter der Eigenschaften-Dialog des Datei-Explorers – wurden mit WinUI 3 neu geschrieben.
Weitere Änderungen:
- Viva Connections: Die Verwaltung mehrerer Home-Sites wandert ab August vom Microsoft 365 Admin Center ins SharePoint Admin Center.
- OneDrive: Eine neue Funktion, die freigegebene Ordner-Links nach Absendern gruppiert, ist noch in der Entwicklung. Der ursprüngliche Termin Mai 2026 wurde nicht eingehalten.
- Windows-11-August-Update: Am 11. August 2026 bringt Microsoft Windows Hello Enhanced Sign-in Security für externe Sensoren, die Möglichkeit, KI-Modelle auf Copilot+-PCs zu deinstallieren, und eine verbesserte Suche mit Tippfehlerkorrektur.
Trotz aller Modernisierung hat Microsoft zugesichert, die Classic-Outlook-Umgebung mindestens bis 2029 zu unterstützen – auch wenn Copilot-Funktionen in die Legacy-Anwendung integriert werden, um langjährige Unternehmenskunden bei Laune zu halten.
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