Microsoft-Patch: KI deckt 570+ Sicherheitslücken auf
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 13:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Rekord ist kein Zufall – künstliche Intelligenz spielt die Hauptrolle.
KI-gestützte Suche deckt Schwachstellen auf
Der Juli-Patch-Day 2026 brachte es auf zwischen 570 und 622 behobene Sicherheitslücken – je nach Zählweise der Experten. Das ist mehr als eine Verdreifachung des bisherigen Rekords vom Frühsommer. Darunter: 59 kritische Schwachstellen und 48 Lücken, die sich aus der Ferne ausnutzen lassen.
Windows-Chef Pavan Davuluri macht keinen Hehl daraus, dass dies erst der Anfang ist. Die Integration von KI in die Sicherheitsforschung habe die Dimension der Fehlersuche fundamental verändert. Unternehmen sollten sich auf dauerhaft höhere Update-Volumen einstellen.
Das Herzstück der neuen Strategie heißt MDASH (Multi-model Agentic Scanning Harness). Das KI-Tool zeigte in Tests eine hohe Trefferquote bei der Identifizierung komplexer Software-Fehler – und übertraf dabei mehrere andere KI-Modelle. MDASH entdeckte allein 16 bislang unbekannte Windows-Lücken, darunter vier kritische Schwachstellen für Schadcode-Ausführung aus der Ferne, die bereits im Frühjahr geschlossen wurden. Auch Anthropics Mythos-KI kam bei der Suche zum Einsatz.
Drei Zero-Day-Lücken – zwei aktiv ausgenutzt
Besonders brisant: Drei der behobenen Schwachstellen galten als Zero-Day-Lücken, zwei davon wurden bereits aktiv angegriffen.
- CVE-2026-56164 betrifft SharePoint und erlaubt eine Rechteausweitung ohne Authentifizierung. Die US-Behörde CISA setzte eine Frist bis zum 17. Juli für Bundesbehörden.
- CVE-2026-56155 ist eine Lücke in den Active Directory Federation Services (AD FS). Auch hier droht eine Rechteausweitung. Frist: 28. Juli.
- CVE-2026-50661 umgeht die BitLocker-Verschlüsselung – benötigt aber physischen Zugriff auf das Gerät.
Darüber hinaus schloss Microsoft kritische Lücken in Windows Server, Exchange Server und der Grafik-Komponente.
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Update-Stopp für bestimmte Dell-PCs
Nicht alles lief reibungslos: Für bestimmte Dell-Computer mit speziellen Intel-Treibern setzte Microsoft die Auslieferung des Updates vorübergehend aus. Grund: Überhitzung und unerwartete Systemabstürze nach der Installation.
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Project Perception: Die nächste Stufe
Unter dem Codenamen Project Perception arbeitet Microsoft bereits an der nächsten Generation der Sicherheits-KI. Das Projekt unter der Leitung von Sicherheitschefin Hayete Gallot kombiniert mehrere KI-Modelle verschiedener Anbieter zu einem umfassenden Abwehrsystem. Ein sogenannter Model-Router soll dabei die Kosten im Griff behalten.
Erst im Juni startete Microsoft eine private Vorschau auf MDASH. Der Konzern will sich damit gegen die wachsende Konkurrenz anderer Tech- und KI-Firmen im Sicherheitssegment positionieren.
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