Microsoft, RAM-Anforderungen

Microsoft senkt RAM-Anforderungen: Windows 11 ab August auf 8 GB

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 10:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Motherboard-Preise steigen um mindestens 50 Prozent, RAM-Kosten vervierfachen sich. Microsoft reagiert mit Speicheroptimierungen für Windows 11.

PC-Markt 2026: Massive Preissprünge bei Mainboards und RAM
Detailaufnahme einer modernen Computer-Hauptplatine mit Fokus auf elektronische Komponenten und Leiterbahnen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der PC-Markt steht im dritten Quartal 2026 vor einer erheblichen preislichen Zäsur. Branchenanalysen zufolge planen führende Hardware-Hersteller wie Asus, MSI und Gigabyte Preiserhöhungen für Motherboards von mindestens 50 Prozent. Zeitgleich passt Microsoft seine Hardware-Strategie für Windows 11 an, um die Auswirkungen der steigenden Hardwarekosten für Endnutzer abzumildern.

Drastischer Anstieg der Fertigungskosten für Mainboards

Die prognostizierten Preissteigerungen sind das Resultat massiv gestiegener Material- und Produktionskosten. Allein die Kosten für Leiterplatten (PCB) verzeichneten im Jahr 2026 einen Zuwachs von mindestens 50 Prozent. Hinzu kommen erhebliche Verteuerungen bei Rohstoffen wie Kupfer sowie bei kritischen Komponenten wie Kondensatoren, Steuerchips und Spannungsreglermodulen (VRMs). Branchenbeobachter verdeutlichen die Entwicklung an einem Rechenbeispiel: Ein Mainboard, das bislang für 200 US-Dollar angeboten wurde, könnte künftig die Marke von 300 US-Dollar überschreiten.

Als Reaktion auf die sinkende Nachfrage im DIY-Desktop-Segment und zur Kompensation der Fixkosten haben die Hersteller zudem ihre Absatzziele deutlich nach unten korrigiert. Asus senkte die Zielvorgabe von 15 Millionen auf 10 Millionen Einheiten. Gigabyte passte die Erwartungen von ursprünglich 11,5 Millionen auf nun 8 bis 8,5 Millionen Stück an. Auch MSI (von 11 Millionen auf 8,4 Millionen) und Asrock (von 4,3 Millionen auf 2,7 Millionen) reduzierten ihre Versandziele erheblich.

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Globale RAM-Krise belastet die Stücklisten

Parallel zur Verteuerung der Platinen belastet eine Krise auf dem Speichermarkt die Branche. Die Preise für Arbeitsspeicher (RAM) haben sich innerhalb eines Jahres vervierfacht. Inzwischen macht dynamischer Schreib-Lese-Speicher (DRAM) über 30 Prozent der gesamten Stückliste eines Motherboards aus. Laut Einschätzungen von Samsung ist mit einer Entspannung der Lage erst im Jahr 2026 zu rechnen.

Die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt sind bereits absehbar. Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass das Segment für preiswerte PCs unter 500 US-Dollar bis zum Jahr 2028 vollständig verschwinden könnte. Insgesamt wird für das Jahr 2026 mit einem Rückgang der PC-Auslieferungen um 11,3 Prozent gerechnet, nachdem bereits das zweite Quartal ein Minus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aufwies.

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Microsoft reagiert mit Speicheroptimierungen

Microsoft trägt der veränderten Kostensituation Rechnung und hat die Empfehlungen für den Arbeitsspeicher angepasst. So wurden die bisherigen Empfehlungen für 32 GB RAM aus dem Windows Learning Center entfernt. Die neuen Gerätegenerationen Surface Pro 12 und Surface Laptop 13 werden in Basiskonfigurationen mit 8 GB RAM angeboten, die zu Preisen von 849 US-Dollar beziehungsweise 949 US-Dollar starten. Diese Modelle qualifizieren sich jedoch nicht als Copilot+-Systeme, da hierfür weiterhin mindestens 16 GB RAM erforderlich sind.

Microsoft-CVP Pavan Davuluri erklärte hierzu, dass das Unternehmen mit Nachdruck daran arbeite, den Speicher-Fußabdruck des Betriebssystems zu reduzieren. Bis Ende 2026 sollen spezifische Optimierungen für Windows 11 auf Systemen mit 8 GB RAM abgeschlossen sein. Ein größeres Update wird bereits für den 11. August erwartet, gefolgt von weiteren Verbesserungen im Rahmen der Version 26H2 im Herbst. Ziel sei es, die Performance des Betriebssystems trotz der hardwareseitigen Kostenzwänge stabil zu halten.

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