Microsoft: SMS-Authentifizierung endet Februar 2027, Passkeys Pflicht
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 12:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat IT-Administratoren vor der weiteren Nutzung von SMS- und Sprachauthentifizierung gewarnt. Als Grund nannte das Unternehmen die zunehmende Gefahr durch KI-gestützte Phishing-Angriffe und die Methode des SIM-Swapping. Um die Sicherheit von Geschäftskonten zu erhöhen, leitet der Softwarekonzern nun den schrittweisen Abschied von diesen klassischen Multifaktor-Authentifizierungsmethoden (MFA) ein.
Ab Anfang September 2026 wird für Nutzer von Entra ID die Registrierung sichererer Authentifizierungsverfahren wie Passkeys verbindlich vorgeschrieben. Ein weiterer Meilenstein folgt im Februar 2027: Ab diesem Zeitpunkt soll die SMS- und Sprachauthentifizierung für Entra-ID-Umgebungen vollständig eingestellt werden. Für persönliche Microsoft-Konten sei ein ähnlicher Schritt für einen späteren, noch nicht näher spezifizierten Zeitpunkt vorgesehen.
KI-gestützte Verteidigung gegen automatisierte Angriffe
Parallel zu den verschärften Sicherheitsrichtlinien setzt Microsoft verstärkt auf eigene technologische Abwehrmechanismen. Bereits Ende Juli 2026 wurde mit MAI-Cyber-1-Flash ein spezialisiertes KI-Modell für Cybersicherheit vorgestellt. Nach Angaben des Unternehmens erreiche dieses Modell im MDASH-System eine Quote von 95,95 Prozent auf dem CyberGym-Benchmark. Damit liege das Modell etwa 12 Prozentpunkte über den Ergebnissen von Wettbewerbern wie Anthropic und Google, während die Betriebskosten um die Hälfte reduziert worden seien. Zudem befindet sich seit Anfang August 2026 das Projekt Perception in einer öffentlichen Testphase, um die Erkennung von Bedrohungen weiter zu verbessern.
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Die Notwendigkeit strengerer Maßnahmen wird durch aktuelle Sicherheitsberichte unterstrichen. Im Rahmen des Patchdays im August 2026 adressierte Microsoft insgesamt 421 Schwachstellen, von denen 236 das Betriebssystem Windows und 98 das Office-Paket betrafen. Besonders kritisch wurde die Sicherheitslücke CVE-2026-68820 eingestuft, die bereits aktiv für Privilegieneskalationen ausgenutzt werde. Entsprechende Sicherheitsupdates stehen unter anderem für Windows 11 in den Versionen 24H2, 25H2 (KB5121003) sowie für Windows 10 ESU (KB5120249) zur Verfügung.
Neue Schwachstellen und gezielte Phishing-Kampagnen
Ungeachtet dieser Updates wurde ein neuer Zero-Day-Exploit namens ShieldBreak bekannt. Der Sicherheitsforscher Nightmare Eclipse veröffentlichte Mitte August Details zu dieser Schwachstelle im Windows Defender, die Windows 10, Windows 11 und Windows Server 2025 betreffe. Der Forscher Will Dormann bestätigte die Wirksamkeit dieses Angriffs, der eine Eskalation auf Systemrechte ermögliche. Microsoft habe die Untersuchung des Vorfalls bestätigt, jedoch noch keinen Patch bereitgestellt.
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Die Bedrohungslage für Unternehmen bleibt laut Marktbeobachtern hoch. Analysen von Check Point zeigen, dass Microsoft mit einem Anteil von 23 Prozent weiterhin das am häufigsten für Brand Phishing imitierte Unternehmen bleibt. Die Guardz Research Unit wies zudem auf eine aktuelle Kampagne hin, bei der Angreifer Organisationsnamen in legitimen Microsoft-Rechnungs-E-Mails manipulieren, um Sicherheitsmechanismen wie SPF, DKIM und DMARC zu umgehen und Phishing-Inhalte einzuschleusen.
Laut einer Umfrage von Trustmi sind zwar 78 Prozent der Angestellten überzeugt, betrügerische Zahlungsanfragen zu erkennen, doch 70 Prozent achten dabei primär auf traditionelle Anzeichen wie Tippfehler. Kritisch wird bewertet, dass 81 Prozent der Befragten einer Zahlungsaufforderung vertrauen würden, wenn diese innerhalb eines bereits bestehenden E-Mail-Verlaufs erscheint.
